06.03.17 – Textile Innovationen aus Chemnitz — read English version

Index 2017: STFI

Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. zeigt zur INDEX 2017 interessante Innovationen aus Forschung und Entwicklung.

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Das STFI und die Fakultät für Maschinenwesen der TU Dresden entwickeln in einem Gemeinschaftsprojekt einen voluminösen Strukturvliesstoff für Druckpasten zum Einsatz in thermoelektrischen Generatoren (Photo: STFI)

 
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In einem Kooperationsprojekt des STFI mit der Vowalo Beschichtung GmbH wurden vliesstoffbasierte Mehrweg-OP-Textilien (OP-Kittel, OP-Abdecktücher für den High-Performance-Bereich entwickelt.

Mehrweg-OP-Textilien mit anforderungsgerechten Funktionsschichten

Dabei handelt es sich um Trilaminate, die aus beidseitig angeordneten Vliesstofflagen und einer einlaminierten, polyurethanbasierten, wasserdampfdurchlässigen Hochleistungsmembran als Barriere bestehen. Das entwickelte Material erfüllt sämtliche normative Schutzanforderungen und weist auf Grund des hohen Wasserdampfdurchgangs und guter hautsensorischer Eigenschaften einen optimalen Tragekomfort auf.

Thermoelektrischer Generator

Das STFI und die Fakultät für Maschinenwesen der TU Dresden entwickeln in einem Gemeinschaftsprojekt einen voluminösen Strukturvliesstoff für Druckpasten zum Einsatz in thermoelektrischen Generatoren (TEGs). Diese Generatoren können Teile der Abwärme direkt in elektrische Energie umwandeln, die dem technischen Prozess erneut zugeführt werden kann.

Das STFI entwickelt einen bedruckbaren voluminösen Vliesstoff, der von einem thermoelektrischen Polymer benetzt und durchtränkt wird. Die Vliesstoffdicke bestimmt dabei maßgeblich die Höhe der Thermopaare. Die der TU Dresden entwickelt die leitfähigen Druckpasten und die Auftragstechnologie. Ziel ist es, gekrümmte Oberflächen wie Rohre, mit einem TEG-Vliesstoff auszukleiden und somit neue Anwendungsfelder zu generieren, welche durch derzeit bekannte TEGs nicht zu bedienen sind. Am Stand des STFI (No. 1369) wird ein erstes TEG-Muster gezeigt.

Träger für Klebebänder zur Kabelummantelung

Die auf textilen Verbundkonstruktionen basierten Vliesstoff-Klebebänder erfüllten alle Anforderungen, die an einen Schichtträger für Klebebänder gestellt werden. Sie sind temperatur- und medienbeständig, verrottungsfest, schadstofffrei, schmiegsam, handreißbar und erreichen die Geräuschdämpfungsklasse C nach LV 312-1.

Die Vliesstoff-Klebebänder sind in verschiedenen Breiten und Längen herstellbar. Das Forschungsobjekt wurde bereits in die Produktion überführt.

Vliesstoffe aus Carbonfaserrezyklaten

Es werden Carbonfaservliesstoffe gezeigt, die im textilen Leichtbau Anwendung finden. Im STFI wurde dazu eine Prozesslinie entwickelt, mit der aus trockenen Carbonfaserabfällen zunächst Reißfasern gewonnen werden, die nach dem Kardierprinzip und/oder dem Airlayprinzip zu vernadelten oder übernähten Vliesstoffen weiterverarbeitet werden.

Textile Filter

Neben traditionellen nadel- und bindemittelverfestigten Trocken- und Nassvliesstoffen haben sich bei der Filterherstellung wasserstrahlverfestigte Vliesstoffe, Filament- und Feinfaser-Spinnvliesstoffe sowie Airlaid-Vliesstoffe etabliert. In unterschiedlichen Vliesbildungsverfahren (Elektrospinnen, Meltblown) gefertigte Nanofaservliesstoffe und Membranen ergänzen das heutige Produktspektrum. Im STFI entwickelte textile Filtermedien sind HYCOSPUN, HYCOFIL und HYCOKNIT - hydrodynamisch ausgebildete gleichmäßige Schichtverbunde, die rein mechanisch bindemittelfrei hergestellt werden. Mit dem funktionalem Mehrlagenaufbau sind sie zur Luftfiltration (Taschenfilter, Filterbeutel, Filterkassetten) und Flüssigkeitsfiltration (Filterpatronen) geeignet. Am STFI-Stand werden dazu entsprechende Muster ausgestellt.

Das STFI hat auf der INDEX 2017 in Genf die Standnummer 1369 und freut sich auf Ihren Besuch.