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25.08.15 — read English version

Weiter auf Wachstumskurs

Messe-Impressionen Photos: Vicky Sung

Messe-Impressionen Photos: Vicky Sung

 
Präsidentin Shen Yongfang des Shenzhen Garment Industry Association und Gründerin der SZIFB bei der Eröffnung

Präsidentin Shen Yongfang des Shenzhen Garment Industry Association und Gründerin der SZIFB bei der Eröffnung

 
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Mit der immer größer werdenden Mittelschicht und der Förderung des inländischen Konsums durch die chinesische Regierung wächst auch die dortige Modeindustrie, vor allem in Shenzhen, einer für ihre zahlreichen DOB-Marken bekannte Metropole. Die Stadt lockt auch ausländische Marken sowie Textilanbieter, die die heimischen Modemarken mit Stoffen versorgen.

Gerade als der Taifun Lotus an Shenzhen vorbeizog und die Stadt knapp verfehlte, gingen die 15. Aufgabe der China International Fashion Brand Fair Shenzhen (SZIFB – ehemals bekannt als SZIC) sowie der Intertextile Apparel Fabrics Shenzhen Pavillon 2015 (ITSZP) vom 9. bis 11. Juli im Shenzhen Convention& Exhibition Centre (SCEC) im Futian-Viertel ohne wetterbedingte Zwischenfälle über die Bühne. Es reisten Fachbesucher aus allen Teilen Chinas an.

Das Motto „My Fashion Attitude, What’s Yours“ („Meine Modeeinstellung, und Deine?“) regte auch diesmal die Fachbesucher zum Nachdenken an. Die Fachmesse belegte zwei Hallen. In der größeren Halle 1 waren die internationalen Aussteller sowie die Anbieter von Zutaten untergebracht. Halle 2 blieb wiederum den großen Marken sowie dem „Rising-Star-Areal” für aufstrebende Designer (insgesamt 25 Designer) und dem „Big Wave Longhua Creative Pavillon” vorbehalten. Diese Highlights sind wahre Fundgruben für Einkäufer, die sich auf die Suche nach begabten Designern und innovativen Designlösungen begeben.

Bei Big Wave handelt es sich um eine Designzone im Longhua-Viertel von Shenzhen, wo sich die Designer auf Forschung & Entwicklung im Bereich Design und Produktion konzentrieren. Jedes Jahr fördern sie auf der SZIFB einen Design-Wettbewerb. Die Jury gab die Gewinner am Abend des zweiten Messetages bekannt. Die Arbeiten der Gewinner wurden auf der eigens dafür gebauten Bühne in Halle 2 präsentiert.

Der koreanische Pavillon war besonders beeindruckend, während der macauische Pavillon zwar kleiner war, aber trotzdem viele attraktive und kreative Marken für sich gewinnen konnte. Das größte ausländische Ausstellerkontingent kam aus Korea. In der Vergangenheit stellten bloß einzelne koreanische Unternehmen auf der Messe aus. Diesmal taten sie sich unter der Regie vom Korea Fashion Association zusammen und präsentierten sich mit 68 Marken auf der sogenannten Korea Fashion Avenue.

Durch die Teilnahme an der Messe, die Facheinkäufer aus ganz China anlockt, wollen die Koreaner den chinesischen Markt für Damenmode erobern. Sie zeigten ein umfassendes Angebot an Mode von Kopf bis Fuß sowie Modeschmuck. Auch noch dabei waren die Unternehmen KDDM und Some vom Dongdaemun-Markt, dem berühmten Großhandelsmarkt für Mode in Seoul. Some war mit insgesamt 14 Marken vertreten, während KDDM mit 10 Marken aufwartete. Diese Angebote fanden großen Zuspruch bei den Fachbesuchern.

Der macauische Pavillon wurde erstmals auf der diesjährigen Messe inszeniert. In der Vergangenheit waren hauptsächlich OEM-Produzenten in Macau ansässig. Mittlerweile werden immer mehr Hersteller zu Original Brand Manufacturer bzw. Originalmarkenherstellern. Die Regierung Macaus fördert sogenannte Markeninkubations-Plattformen, die kleineren Marken bei der Produktionsentwicklung sowie beim Marketing unter die Arme greifen, indem sie u.a. die Teilnahme an solchen Fachmessen fördern. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Marke Character Creation. Sie betreibt mehrere Läden in Shenzhen, im Perlfluss-Delta und in Guangzhou.

Das Schweizer Unternehmen Kunzli zeigte seine aktuelle Schuhkollektion, während Engel aus Dänemark Hosen präsentierte und Lacompel di Landi Andrea srl aus Bologna, Italien, eine Kollektion mit Fellmode ins Rampenlicht stellte. Urbahia aus Paris, Frankreich, wurde durch Smile Fashion mit Sitz in Hongkong vertreten. Als Designer und Präsident des Unternehmens war Guillaume Gaverlaux früher auf Schuhe und Taschen spezialisiert. Heute interessiert er sich auch noch für Jacken.

So hat er inzwischen eine sehr trendige Jackenkollektion aus High-Tech-Stoffen geschaffen, die in Zusammenarbeit mit Textilherstellern entwickelt wurden. Die Jacken bestehen aus Ramie mit einer Oberfläche mit Lederoptik. Die Jackenkollektion umfasst eine Vielzahl leicht abgeänderter Schnitte und Stilrichtungen.

Zwölf US-amerikanische, europäische und indische Marken wurden unter dem Dach der Wei Fashion Inc (USA) und der Wei Fashion Group Ltd (HK) mit Niederlassungen in den USA sowie Shanghai präsentiert. Diese beiden Unternehmen unterstützen ausländische Marken, die gerne im chinesischen Markt Fuß fassen wollen. Diese Marken bedienen den Luxusmarkt und werden nicht in gängigen Einkaufszentren und -häusern sondern ausschließlich in exklusiven Vereinshäusern und Luxusläden angeboten.

Nach Jahren atemberaubenden Wachstums hatte sich die Lage im ITSZP – Intertextile Shenzhen Pavillon – heuer auf etwa dem gleichen Niveau wie im Vorjahr stabilisiert. Es waren nahezu 700 Aussteller im diesjährigen Intertextile Shenzhen Pavillon (ITSZP) vertreten. Lesen Sie mehr dazu unter textile-network.com

[Vicky Sung]

Im Gespräch mit textile networkäußerte sich Frau Shen Yongfang, Präsidentin des Shenzhen Garment Industry Association, zur Modebranche in Südchina. Frau Yongfang hob die Veranstaltung vor circa 15 Jahren aus der Taufe und zog die kleine Fachmesse zu einer internationalen Veranstaltung heran.

“Die Marken aus Shenzhen erfreuen sich in China großer Beliebtheit. Shenzhen ist eine kreative, allumfassende und tolerante Stadt, da sich die Bevölkerung aus Migranten aus unterschiedlichen Provinzen zusammensetzt und folglich eine weltoffene Einstellung vorherrscht – viele Stilrichtungen und Ideen kommen hier zusammen und werden sogar mit offenen Armen begrüßt. Shenzhen spielt in der DOB eine sehr gewichtige Rolle. In den letzten Jahren erfuhren die Bekleidungsunternehmen in Shenzhen hohe Wachstumsraten, und entwickelten dabei jeweils mehrere Marken, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Manche sind mittlerweile so weit, dass sie nun ausländische Marken aufkaufen.

“Technologie und Kreativität müssen Hand in Hand gehen, z.B. das Recycling von Bekleidung, interessante Ideen im Einzelhandel, 3D-Körperscanner im Handel, E-Commerce und Online-Shopping bedürfen der Technologie. Wir müssen von der Technologie mittlerweile ständig Gebrauch machen, um unser tägliches Leben zu gestalten. Die Modeindustrie ist mit der Technologie und dem E-Commerce sehr eng verbunden.

“Wir nehmen auf der Messe ausländische Aussteller mit offenen Armen auf; das hilft ihnen, sich dauerhaft im chinesischen Markt zu etablieren. China ist mit der wachsenden Mittelschicht nach wie vor der stärkste Verbrauchermarkt. Die Zielsetzung der Fachmesse besteht nach wie vor darin, den heimischen Markt zu erschließen, so dass es eine gute Plattform für ausländische Marken darstellt, die den chinesischen Markt erobern wollen.

[Vicky Sung]