25.08.26 – 23. SupplyX-Barometer — read English version
Lieferketten: Vernetzung entscheidet
SupplyX hat 150 Logistikverantwortliche in Deutschland zum Thema „Lieferketten neu denken – Perspektiven, Herausforderungen und Verantwortung“ befragt.
Ein Ergebnis: Lieferketten müssen heute mehr leisten als je zuvor. Das zeigt das 23. SupplyX-Barometer*, für das 150 Logistikverantwortliche in Deutschland im März telefonisch befragt wurden.
Anforderungen an Lieferketten steigen spürbar
85 % der Unternehmen bewerten Digitalisierung weiterhin als wichtigsten Trend im Supply Chain Management. Gleichzeitig wird deutlich: In der praktischen Umsetzung bestehen nach wie vor deutliche Lücken.
81 % der befragten Unternehmen berichten von wachsenden Kundenerwartungen an Liefergeschwindigkeit, Flexibilität und Warenverfügbarkeit. 68 % sehen zudem einen steigenden Informationsbedarf entlang der gesamten Supply Chain. Dem gegenüber steht eine begrenzte Datenbasis: Nur 33 % der Befragten verfügen über lückenlose Echtzeitdaten, die für eine durchgängige Steuerung notwendig wären. Gleichzeitig gibt es strukturelle Hürden: Regulatorische Anforderungen (59 %), hohe Investitionskosten (56 %), Cyberrisiken (47 %) und Fachkräftemangel (46 %) erschweren die Umsetzung entsprechender Digitalisierungsstrategien. „Wir sehen
einen klaren Perspektivwechsel: Die Supply Chain wird nicht mehr nur als Kostenfaktor betrachtet und rückt zunehmend näher an den eigentlichen Verkaufsprozess heran“, sagt Henning Goldmann, CEO SupplyX. „Damit steigen auch die Anforderungen an Transparenz und Integration. Entscheidend ist, dass Lieferketten als integraler Bestandteil der Wertschöpfung verstanden und entsprechend gesteuert werden.“
Stabile Lieferantenbeziehungen sind das A und O
Dabei zeigt das SupplyX-Barometer 2026 auch, dass Unternehmen ihre Perspektive zunehmend erweitern. Neben Digitalisierung gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit (67 %) und Risikomanagement (65 %) weiter an Bedeutung. Auch setzen viele Betriebe verstärkt auf Ansätze wie eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Liefernetzwerks (55 %) oder Diversifikation (51 %). Supply Chains sollen damit nicht nur digitaler, sondern auch breiter und vernetzter aufgestellt werden.
Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz
Ein zentrales Ergebnis der Umfrage betrifft die Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz: 90 % der Unternehmen sehen im Aufbau stabiler Lieferantenbeziehungen den wichtigsten Hebel – kein anderer Ansatz erreicht vergleichbare Werte. Damit wird deutlich, dass Resilienz nicht allein als technologische Herausforderung verstanden wird. Vielmehr rückt die Qualität der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette in den
Mittelpunkt.
Daten spielen wichtige Rolle
Parallel dazu bleibt die Rolle von Daten entscheidend. 70 % der Befragten bewerten eine intelligente Datennutzung als wichtige Maßnahme für robuste Lieferketten, 66 % setzen auf Monitoring und Analyse von Warenbewegungen. „Das zeigt: Stabile Partnerschaften und datenbasierte Steuerung sind eng miteinander verknüpft und bilden gemeinsam die Grundlage für belastbare Supply Chains“, ordnet Goldmann die Ergebnisse
ein. Auch bei der Bewertung technologischer Hebel ergibt sich ein klares Bild: 75 % der Unternehmen sehen in der digitalen Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden den größten Hebel zur Optimierung ihrer Lieferkette, noch vor klassischen Ansätzen wie Automatisierung oder Datenplattformen. Gleichzeitig halten 65 % eine durchgängige Vernetzung aller Partner künftig für unverzichtbar, bei Unternehmen mit 250 bis 1000 Mitarbeitenden liegt dieser Wert sogar bei 87 %.
„Technologie entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Verbindungen schafft. Rein transaktionales Denken und die Erwartung, dass mehr Daten allein zu besseren Ergebnissen führen, greifen zu kurz“, erklärt Goldmann „Der nächste Schritt besteht darin, Verantwortung in der Lieferkette gezielt zu verlagern – hin zu spezialisierten Logistikpartnern, die Prozesse nicht nur abwickeln, sondern aktiv steuern und weiterentwickeln. Erst durch diese
intelligente Verknüpfung von Daten, Prozessen, Partnern und Verantwortung entsteht eine wirklich leistungsfähige und resiliente Supply Chain.“
*Über die Umfrage
Teilnehmer:150 Logistikverantwortliche
Methode: Telefonbefragung
Befragungszeitraum: März 2026




