07.09.26 – Westsächsische Hochschule Zwickau — read English version

ConFiTex: Nadeln als Faserrohstoff

ConFiTex untersucht an der WHZ Koniferennadeln, vor allem Kiefer, als cellulosisches Fasermaterial. Im Fokus stehen Gewinnung, Modifizierung und textile Verarbeitung bis zur Anwendung.

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Projektleiterin Prof. Katharina Jebsen-Plättner (2.v.l.), Prof. Dr. rer. nat. Hardy Müller (Mitte) und drei Nachwuchsforscher des Projektteams "ConFiTex". © C. Zahn/WHZ

 

Im Zentrum des Nachwuchsforscherprojekts „ConFiTex“ (Conifers, Innovative and Textile Fibres, Sustainable Textiles) steht die Frage, wie bislang als Abfall betrachtete Koniferennadeln als nachwachsender Rohstoff für Textilien erschlossen werden können. Untersucht werden vor allem Nadeln einheimischer Kiefern. Ziel ist es, cellulosisches Fasermaterial zu gewinnen und in der textilen Wertschöpfung zu etablieren.

Prozesskette von Chemie bis Textil

Die Forschenden betrachten die gesamte Verarbeitungskette: von chemischer Aufspaltung und verfahrenstechnischer Extraktion über Modifizierungsschritte bis zur textilen Verarbeitung. Parallel werden naturfarbstoffbasierte Färbeprozesse eingesetzt und optimiert. Geplant sind zudem textile Ausrüstungen auf Basis modifizierter Naturprodukte, die mithilfe moderner Verfahrenstechnik realisiert werden sollen. Das entstehende Fasermaterial soll vollständig kompostierbar sein.

Design als Verkaufskriterium

Ein weiterer Strang des Projekts zielt auf Produktentwicklung und Anwendung. Vorgesehen ist eine Kollektion neu konzipierter Garn- und Zwirnqualitäten mit passender Farbauswahl, die zu Prototypen für konkrete Anwendungen weiterverarbeitet werden. Die WHZ hebt dabei die Schnittstellenkompetenz zwischen MINT- Fächern und der gestalterischen Praxis hervor.

Team, Partner, Förderung

Geleitet wird ConFiTex von Prof. Katharina Jebsen-Plättner. Zum interdisziplinären Team gehören Prof. Dr. Hardy Müller, Prof. Dr. Philipp Kitschke und Prof. Dr.-Ing. Silke Heßberg sowie sechs Nachwuchsforschende. Assoziierter Partner ist die TU Dresden mit der Forschungsgruppe Enzymtechnik (Dr. Anett Werner). Zudem arbeitet das Projekt mit regionalen Unternehmen und Instituten zusammen, darunter vti, STFI, Zschimmer & Schwarz, Norafin Industries, NIG, ASA und TITK. Das Projektvolumen liegt bei rund 1,5 Millionen Euro, davon knapp 1,4 Millionen Euro aus ESF Plus und Mitteln des Freistaats Sachsen.