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28.10.15 – Lectra — read English version

2015: Rückblick in die Zukunft

Die Modeindustrie bestätigte 2015 wieder einmal mehr ihren Ruf, nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau zu den innovativsten Industriezweigen im Lande zu gehören.

Mode der Zukunft? Das LED-Ballkleid des Modelabels Elektro Couture Photo: Zoë Noble für ElektroCouture

Mode der Zukunft? Das LED-Ballkleid des Modelabels Elektro Couture Photo: Zoë Noble für ElektroCouture

 
Algen als lebendigen Farbstoff: Die Textilien von Blond & Bieber Photo: Blond & Bieber

Algen als lebendigen Farbstoff: Die Textilien von Blond & Bieber Photo: Blond & Bieber

 

In diesem Jahr befruchteten sich vor allem Tradition und Zukunft. Bereits ein Fünftel der Mode wird inzwischen über das Internet gekauft und während der Absatz von Modemarken im Online-Handel wächst, setzen Modehäuser in der Fertigung immer mehr auf digitale Prozesse.

Auslöser ist der digitale Konsument, für den heute ohne Smartphone fast nichts mehr geht. Mit diversen Apps ausgerüstet, werden vor Ort die Ware und die entsprechenden Preise verglichen. Noch bevor der Laden betreten wird, sind Käufer meist bestens über die Produkte, die Auswahl, die Preise und das Angebot informiert. Auch von Mitbewerbern. Springt eine Modemarke nicht auf diesen digitalen Zug auf, wird sie schon bald völlig abseits stehen. Also investieren immer mehr Modeunternehmen in die entsprechende Technologie.

Zalando will mit seiner neuen Technik-Innovationsabteilung „The Shuttle", zu Deutsch „Webschiffchen“ z.B. die genaue Passform der Kunden bestimmen. Beispielsweise mit einer sensorbesetzten Socke, die die genaue Schuhgröße des Kunden ermittelt.

Beim Design und der Produktion von Mode treibt Lectra die technischen Entwicklungen hin zur Digitalisierung maßgeblich voran. „Es geht um Strukturen, neue Prozesse und individualisierte Produktion", sagt Daniel Harari, Geschäftsführer von Lectra. Die neueste PLM-Lösung von Lectra wurde jüngst beim internationalen Luxusmodelabel Brioni implementiert. Vom ersten Stich bis zur letzten Bügelfalte der hochwertigen Herrenanzüge lassen sich nun die Produktentwicklungsprozesse überwachen.

Der gesamte Prozess der Beschaffung, der Kreation und der Produktentwicklung wird nun digital gesteuert. Jede Abteilung hat Zugriff auf alle Daten, sei es zu Schnitten oder Materialien. Brioni garantiert so jeder Abteilung transparente Daten und folglich nur eine sogenannte „One version of the truth“. Das heißt, jeder Mitarbeiter arbeitet an einer Version eines Prototypen-Anzugs. Änderungen werden in Echtzeit in die Datenbank übertragen.

Auch im Bereich der Textilien ist Hightech angekommen. T-Shirts mit eingebauten Mikrophonen oder Leuchtschale mit Wärmefunktion wurden auf den Laufstegen von Berlin und New York entdeckt. Dass smarte Technologie aber auch längst auf der herkömmlichen Kleiderstange hängt, beweist beispielsweise die Multimediajacke von O’Neil.

Mit der in das Material verwobenen GPS-Einheit tracken Skifahrer- und Snowboarder ihre Routen, machen Restaurants ausfindig oder hören Musik. Die sogenannte „Wearable technology“ ist die Verbindung von Textilien und Elektronik, die längst nicht mehr nur Fitnessarmbänder umfasst. Dass es immer entscheidender wird, was die Mode technisch kann, zeigte die diesjährige „Fashiontech“ in Berlin, eine Subkonferenz im Rahmen der „re:publica“.

Dort wurden die neuesten Fashion-Technologien vorgestellt und die Frage diskutiert, was in Zukunft ein Fashion-Statement sein wird. Vielleicht die mit Mikro-Algen bedruckten Stoffe, die bei Sonnenlicht ihre Farbe verändern vom Designstudio Blond & Bieber? Auch das Jahr 2016 wird also wieder spannend.

70 Jahre Brioni… Schauen Sie rein

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