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19.07.15 — read English version

Femnet: Mehr als nur ein Siegel

Hände einer Spinnerei-Beschäftigten Photo: Dr. Gisela Burckhardt, Femnet e.V.

Hände einer Spinnerei-Beschäftigten Photo: Dr. Gisela Burckhardt, Femnet e.V.

 
Unterkunft der Sumangali-Betroffenen Kinder – Sumangali ist ein in Indien praktiziertes Prinzip der Kinderarbeit Photo: Dr. Gisela Burckhardt, Fe...

Unterkunft der Sumangali-Betroffenen Kinder – Sumangali ist ein in Indien praktiziertes Prinzip der Kinderarbeit Photo: Dr. Gisela Burckhardt, Femnet e.V.

 
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Unglücke in Textil- oder Bekleidungsfabriken in Produktionsländern, Nachrichten über katastrophale Arbeitsbedingungen, CSR-Eigeninitiativen bzw. unternehmerische Gesellschaftsverantwortung? Das Engagement von Femnet e.V. möchte nachhaltig etwas in der Textilbranche verändern und hat sich dafür drei Schwerpunkte gesetzt. Mit dem Bildungsprojekt „FairSchnitt. Studieren für eine sozialgerechte Modeindustrie“ wendet sie sich an Studierende in der Modebranche an deutschen Hochschulen.

Diese sollten als zukünftige Führungskräfte über die globalen Produktionsketten informiert und schon im Studium über die Verantwortung für umweltverträgliche und soziale Arbeitsbedingungen in der globalen Mode sensibilisiert werden. Themen wie Rechte von Näherinnen in Zulieferbetrieben, Sozial- und Umweltstandards in der Wertschöpfungskette sowie Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft sind in Lehrmodulen aufbereitet und werden in Form von Workshops für Ausbildungsstätten angeboten. Darüber hinaus stehen über eine Datenbank zahlreiche Publikationen, Filme etc. zur Verfügung.

Zweiter Schwerpunkt ist die Unterstützung der Kampagne für Saubere Kleidung „Clean Clothes Campaign“ (CCC). In diesem Rahmen setzt sich Femnet für Sozialstandards in der Bekleidungsindustrie ein, insbesondere für einen existenzsichernden Lohn der Beschäftigten und das Recht der Näherinnen sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die CCC ist ein Netzwerk, in dem über 300 Gewerkschaften und Nichtregierungs- und Verbraucherorganisationen, kirchliche Gruppen, Eine-Welt-Läden, Recherche-Institutionen sowie Frauenrechtsorganisationen zusammenarbeiten.

Es existiert eine enge Kooperation mit Partnerorganisationen in Entwicklungsländern und Ländern im Umbruch. Das Ziel der CCC ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungs- und Sportartikelindustrie. Hierzu werden Endverbraucher informiert, wird mit Unternehmen verhandelt, werden Organisationen der Arbeiterinnen unterstützt und öffentliche Kampagnen durchgeführt.

Drittes Thema ist der Solidaritätsfond. Hier werden Spenden für Organisationen in Bangladesch und Indien gesammelt, die Näherinnen über ihre Rechte beraten und bei Bedarf juristisch unterstützen. Eigene Konferenzen, Ausstellungseröffnungen und Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften, der Politik und der Hochschullandschaft schaffen eine ständige kritische Auseinandersetzung mit dem Status Quo.

Darüber hinaus ist Femnet in weiteren Netzwerken aktiv und ist auch dem freiwilligen „Bündnis für nachhaltige Textilien" beigetreten.

[ www.femnet-ev.de]

Mit Femnet e.V. hat sich 2007 eine gemeinnützige bundesweite Frauenrechtsvereinigung gegründet, die sich für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von Frauen als Teil der allgemeinen Menschenrechte einsetzt. Der Verein unterstützt insbesondere Frauen in Asien in der Bekleidungsindustrie, die für ihre Rechte kämpfen und betreibt Bildungs- und Aufklärungsarbeit über die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie in Deutschland.