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09.10.17 – Malaysia — read English version

RCEP ist nur nächstbeste Option

„Malaysia hat es nicht eilig, die TPP zu begraben, RCEP kann aber die nächstbeste Option sein“.

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Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias. Die als Bundesterritorium verwaltete Stadt ist Malaysias administratives, kulturelles und ökonomisches Zentrum und Mittelpunkt der größten Metropolregion des Landes. Wikipedia © fotolia

 
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Im Gespräch mit textile network betonte der malaysische Minister für Außenhandel und Industrie, Mustapa Mohammed: "Wir haben es nicht eilig, die TPP zu begraben. Die RCEP könnte jedoch die nächstbeste Option sein" © Manik Mehta

 
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Seitdem US-Präsident Donald Trump die USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) Anfang d.J. zurückzog, waren die übrigen elf Mitgliedsländer dieser nicht vollgezogenen Gemeinschaft regelrecht verzweifelt. Sie neigen dazu sich der von China als Alternativ zu der TPP dargestellten Partnerschaft Regional Cooperation Economic Partnership (RCEP) zuzuwenden. Die RCEP hat aber verglichen zu der einst von den USA-geführten TPP in Bezug auf Qualität, Umweltschutz, Urheberrechte, usw. ein wesentlich geringeres Niveau. Im Gespräch mit textile network betont der malaysische Minister für Außenhandel und Industrie, Mustapa Mohammed: "Wir haben es nicht eilig, die TPP zu begraben. Die RCEP könnte jedoch die nächstbeste Option sein".

Rückzug der Amerikaner aus der TPP

Während der Rückzug der Amerikaner aus der TPP die anderen elf Mitgliedsländer alarmiert hat, schließen manche die Möglichkeit nicht völlig aus, dass die TPP in der Zukunft wiederbelebt wird.

Hierzu betont Mustapa, die große Attraktivität bei der TPP für Malaysia sei die Chance, den Zugang zu dem lukrativen amerikanischen Markt zu bekommen und daher sei die RCEP nur die zweitbeste Option und könne TPP nur teilweise ersetzen. Die USA seien für Malaysia ein wichtiger Handelspartner. Mustapa: “Die USA ist der drittgrößte Handelspartner von Malaysia", der bilaterale Handel habe 2016 fast 50 Mrd. US-Dollar betragen.

US-Investitionen in Malaysia

Malaysia lockte 2016 insgesamt ein Investitionsvolumen von 95 Mrd. Ringgit (22 Mrd. US Dollar bzw. knapp 19 Mrd. Euro) aus den USA an. Die TPP-Länder machen ca. 40 Prozent des globalen Handels aus. Der Textilbedarf wäre sowohl bei der TPP als auch bei der RCEP enorm; dies ist auch das Kalkül der Chinesen, obwohl nicht alle Mitgliedsländer chinesische Produkte kaufen wollen. Der Minister wies darauf hin, dass der RCEP-Vertrag einen eingebauten Mechanismus hat, der den mit Zuschüssen unterstützten Export – also Dumping - von Produkten auf Märkten der Partnerländer verhindern kann. “Die RCEP wird auch Investitionen von China nach Malaysia fördern,” so der Minister. Malaysia ist Mitgliedsstaat der ASEAN-Gemeinschaft und biete auch deutschen Unternehmen eine gut entwickelte Infrastruktur sowie gute Verbindungsmöglichkeiten zu anderen ASEAN-Mitgliedsstaaten.

Malaysia - Lieferant von technischen Textilien

Angesichts starker Konkurrenz aus Ländern wie Vietnam, Kambodscha, Bangladesch, usw., konzentriert sich die malaysische Textilindustrie auf Qualität und Innovation. Malaysische Hersteller konzentrieren sich dabei auf den Aufbau eigener MArken. Eine Stärke malaysischer Betriebe liegt im Bereich technischer Textilien. Fachbesucher der diesjährigen Techtextil/Texprocess in Frankfurt aus Malaysia zeigten sich überzeugt, dass sich technische Textilien aus Malaysia zu “Bestsellern” im Weltmarkt entwickeln könnten. Malaysische Produkte seien genauso gut wie die aus Taiwan, Südkorea, Japan, Hong Kong und der Türkei.

Im Gespräch mit textile network sagte S. Siva, Direktor der Frankfurter-Vertretung der Malaysischen Investitionsbehörde MIDA: "Malaysia hat enorme Fortschritte bei der Verwendung von Hochtechnologie in der Textilbranche gemacht". Siva verwies auf malaysische Unternehmen, die sich in Technologie für die Herstellung von technischen Textilien und Vliesstoffen spezialisiert hätten, sowie Unternehmen wie Apparel Alliance Sdn. Bhd in Kluang, Johor, das Informationstechnologie sowie Automatisierungslösungen für die Bekleidungsindustrie biete und an der Techtextil/Texprocess 2017 teilnahm. Hierzu Jordan Tang, Direktor von Apparel Alliance: "Die 3-D Digitalisierung ist hochbegehrt. Die damit erreichte Effizienz sorgt für schnellere Lieferungen, die Forschung und Entwicklung tragen zur weiteren Entwicklung der Digitalisierung bei.” Die Digitalisierung sei jedoch kein Ersatz für die arbeitsintensiven Aspekte der Bekleidungsherstellung. Technische Textilen sind ein “Lichtblick” des globalen Textilhandels und eine der Stärken Malaysias. Das Segment soll weiter ausgebaut werden, allerdings braucht es dazu laut Expertenmeinung Innovationen und eine gute Marketingstrategie.

Siva: “Wir möchten Firmen mit technologischer Stärke in technischen Textilien oder Hochleistungstextilien nach Malaysia anlocken. So habe bereits das deutsche Unternehmen Naue GmbH & Co. ein Produktion zur Herstellung von Geotextilien, geosynthetische Tonschichten. usw. in Malaysia aufgebaut.

Nach Angaben der malaysischen Behörde konnte die malaysische Textilindustrie in den Jahren 2012 bis 2015 Investition aus der ganzen Welt in Höhe von 1,64 Mrd. Ringgit (US$ 1 = RM 4.30) anlocken. Gleichzeitig stieg der globale Textilexport aus Malaysia in den Jahren auf 580 Mio. Ringgit

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