13.07.16 – Greenpeace

Dicke Luft

Luftmessungen von Greenpeace haben in der Raumluft von Outdoor-Geschäften polyfluorierte Chemikalien und damit gefährliche Stoffe festgestellt.

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Dicke Wolken am Outdoor-Himmel - PFC in Outdoor-Bekleidung dünstet aus (Photo: fotolia)

 

Zum Auftakt der Outdoor 2016, Messe für Outdoor-Ausrüstung in Friedrichshafen, hat Greenpeace eine neue Untersuchung zu den Risiken polyfluorierter Chemikalien (PFC) vorgestellt. PFC können aus Outdoor-Textilien ausdünsten und durch die Atemluft in den menschlichen Organismus gelangen. Studien zeigen, dass bestimmte PFC das Immunsystem und den Hormonhaushalt schädigen können.

 PFC sind chemische Verbindungen, die in der Natur nicht existieren. Sie weisen Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung ab und werden auch bei der Herstellung von innen liegenden wasserdichten Membranen (zum Beispiel Gore-Tex) verwendet. Über Nahrung, Luft und Trinkwasser gelangen sie in den menschlichen Organismus.

Greenpeace- Untersuchung zeigt weltweite Verbreitung auf

Eine Greenpeace-Untersuchung von Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebieten wies im Herbst 2015 die weltweite Verbreitung von PFC nach. „Mitarbeiter in Outdoor-Läden sind diesen gefährlichen Stoffen jeden Tag ausgesetzt“, sagt Manfred Santen, Chemiker von Greenpeace. „Marktführer wie Mammut und North Face müssen endlich konsequent entgiften.“ Mit der Kampagne „Detox“ fordert Greenpeace schon seit längerem Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien bis zum Jahr 2020 durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Für die nun neu vorliegende Untersuchung führten Greenpeace-Aktivisten Luftmessungen in Geschäften der Outdoor-Marken Mammut, The North Face, Haglöfs und Norrona in Deutschland, der Schweiz, Italien, Schweden und Norwegen durch. Die höchste Konzentration an PFC (197 Nanogramm pro Kubikmeter, ng/m³) zeichnete Greenpeace im Mammut-Flagshipstore in Wolfsburg auf, gefolgt vom Mammut-Geschäft in Hannover (176 ng/m³). Die gefundenen PFC-Konzentrationen lagen bis zu 60-fach höher als in der Raumluft von Vergleichsräumen ohne PFC-Quellen, wie Büro- und Seminarräumen. Hier liegen die Werte deutlich niedriger (1.9 bis 3,1 ng/m³). Im Vergleich zur Außenluft sind die PFC-Konzentrationen in Outdoor-Fachgeschäften etwa 1000-fach höher.

Chemikalien dünsten bei Raumtemperatur aus Textilien aus

In Produkttests der Jahre 2011, 2013, 2014 und 2016 hat Greenpeace die Verwendung von zum Teil umwelt- und gesundheitsschädlichen PFC bei allen großen Outdoor-Marken nachgewiesen. Mit Prüfkammeruntersuchungen zeigte Greenpeace bereits 2013, dass einige PFC, die leicht flüchtigen Fluortelomeralkohole (FTOH), schon bei Raumtemperatur relevante Konzentrationen an die Umgebungsluft abgeben. FTOH können im Körper in das krebserregende PFOA abgebaut werden.

Der Detox-Kampagne von Greenpeace schließen sich heute zwei Hersteller von Funktionskleidung an: Der deutsche Hersteller Vaude und die Schweizer Marke Rotauf. Vaude erklärt, bereits bis zum Jahr 2018 vollständig auf PFC zu verzichten.

 

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