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10.05.19 – Mayer & Cie. — read English version

Digitalisierung als Herausforderung und Chance

Mayer & Cie. sieht in smarten Lösungen eine Chance, um sich auch zukünftig vom Wettbewerb abzusetzen.

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„Wir sehen sehr viel Potenzial und sind gewillt, es zu nutzen, allerdings mit Maß und Ziel.“ Sebastian Mayer verantwortet beim Rundstrickmaschinenhersteller den Bereich der Unternehmensentwicklung. Die Digitalisierung beim Familienunternehmen voranzutreiben, gehört damit zu seinen Kernaufgaben. © Mayer & Cie.

 

Die sich ergebenden Aufgaben geht der Rundstrickmaschinenbauer sukzessive und mit klaren Prioritäten an: Profitieren sollen in erster Linie die Kunden. Deshalb arbeitet Mayer & Cie. daran, Maschinen- und qualitätsrelevante Prozess-Daten zu sammeln und zu bündeln. Parallel dazu gilt es, den kontinuierlichen Datenfluss über alle Schnittstellen hinweg sicherzustellen. Erste Maßnahmen sind bereits in der Umsetzung.

„Die Digitalisierung gibt es nicht“

Sebastian Mayer, Mitglied der Geschäftsleitung von Mayer & Cie., kümmert sich beim Rundstrickmaschinenbauer um das Thema Unternehmensentwicklung. Ein wichtiges Themengebiet seines Bereichs ist die Digitalisierung. „Die Digitalisierung gibt es nicht. Es gibt verschiedene Bereiche, in der sie für uns als Maschinenbauer relevant sein kann. Dazu gehören beispielsweise die Digitalisierung der Produktion und Wertschöpfungskette, bekannt unter dem Namen Industrie 4.0, die Digitalisierung der Organisation und Zusammenarbeit sowie die Digitalisierung des Produkts selbst. Alle Blickwinkel haben unterschiedliche Herausforderungen und Nutzen. In diesem Rahmen muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden, was zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist.“

Bestehende Prozesse unter die Lupe nehmen

Ein zentrales Anliegen von Mayer & Cie. ist es, bestehende Prozesse unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, wie diese sich effizienter und kostengünstiger abbilden lassen. Neu ist die Herangehensweise als solche aber nicht. Bestehende Prozesse immer wieder kritisch zu hinterfragen und zu verbessern, ist in der DNA von Mayer & Cie. seit jeher fest verankert. „Sonst wären wir nicht da, wo wir heute sind“, stellt Sebastian Mayer klar.

In der Digitalisierung sieht er das Potenzial, um sich auch zukünftig weiter differenzieren zu können. Den ersten Schritt, die Ansatzpunkte zu identifizieren, die für das eigene Unternehmen sinnvoll und relevant sind, hat Mayer & Cie. hinter sich. Die liegen in erster Linie in der Sicherstellung der Datenqualität und Datenkontinuität basierend auf zukunftsfähigen Technologien.

Daten der Rundstrickmaschine sammeln

Konkret bedeutet das, beispielsweise systematisch Daten der Rundstrickmaschine zu sammeln: Mit welchen Maschinenparametern wird welche Qualität im Gestrick erzeugt? Welche Unterschiede ergeben sich, wenn die Maschine eine Umdrehung schneller oder langsamer läuft, das Garn ein bisschen feiner ist oder in einer etwas anderen Fasermischung zugeführt wird?

Eine besondere Rolle spielen dabei die Datenkontinuität und der ununterbrochene, automatisierte Fluss der gesammelten Daten an ihre Bestimmungsorte – und zwar ohne spürbare Brüche.

„Das klassische Beispiel fehlender Kontinuität ist die Excel-Tabelle, die ein Mitarbeiter mit den Daten füttert, die er sich selbst aus einer bestehenden Datenbank zieht, um sie dann einem Kollegen zu schicken, der die Daten wiederum von Hand in ein weiteres System einträgt“, skizziert Sebastian Mayer eine keineswegs seltene Praxis.

In Sachen Datenkontinuität kommt außerdem eine ganz Mayer-spezifische Komponente ins Spiel

Weil sich das Unternehmen großer Loyalität unter seinen Mitarbeitern erfreut – 40 Jahre Betriebszugehörigkeit sind keine Ausnahme – ist im Unternehmen ein umfangreiches Kopfwissen vorhanden. Sebastian Mayer: „Denken wir an die Mitarbeiter, die vor über 30 Jahren bei uns als Maschinenmonteure angefangen und heute eine leitende Aufgabe innehaben. Sie sind wandelnde Lexika in Sachen Maschinen- und Kundenwissen. Dieses wertvolle Wissen sollte für alle Mitarbeiter einfach zugänglich sein.“

Dieser Ansatz ist umso nachvollziehbarer, als dass die Anstrengungen in Sachen Digitalisierung bei Mayer & Cie. speziell einer Gruppe zugutekommen sollen: den Kunden. Sie sollen von einem besseren Gesamterlebnis und einer noch spezifischeren Beratung profitieren.

Maßnahmen und Herausforderungen

Die technische Basis für den Wandel hat Mayer & Cie. mit der Einführung eines neuen ERP-Systems geschaffen. Dies ist die zwingende Basis für alle weiteren Dienste, die Mayer & Cie. anbieten möchte. Sebastian Mayer bezeichnet dies als „digitales Rückenmark“ des Unternehmens – die zentrale Drehscheibe für alle Daten- und Informationsströme.

Das Augenmerk bei Mayer & Cie. gilt nun konkreten Maßnahmen zur verbesserten Kundenzufriedenheit. Dazu gehören Möglichkeiten der technischen Unterstützung aus der Ferne, besser bekannt unter Remote Services. Strickmaschinen von Mayer & Cie. sind rund um den Globus zu finden. Obwohl der Rundstrickmaschinenbauer rund 80 Vertretungen weltweit hat, kann der Weg des nächsten Servicetechnikers bis zum Kunden Tage dauern. Das ist zu lang und oft auch gar nicht nötig.

Sebastian Mayer, Mitglied der Geschäftsleitung von Mayer & Cie.

„Wir arbeiten unter anderem an Lösungen mit einer Mixed-Reality-Brille. So können wir sehen, was der Kunde sieht, ohne dass es aufwendiger Erklärungen bedarf. Schließlich weiß jeder, der am Telefon schon mal ein technisches Problem geschildert hat, wie mühsam das sein kann.“

Mittels dieser Brille könnten Kunden aus der Ferne angeleitet werden, regelmäßige Wartungsarbeiten oder einfache Instandhaltungsarbeiten selbst durchzuführen. Ein Webshop, in dem Kunden sich ohne Rücksicht auf Öffnungszeiten oder Sprachbarrieren Verbrauchsmaterialien oder Ersatzteile bestellen können, steht ebenfalls kurz vor der Markteinführung.

In Zukunft sollen alle diese Maßnahmen in ein umfassendes Kundenportal münden. Dort sollen Kunden zentral Wissen rund um ihre Maschinen abrufen und mit Mayer & Cie. oder Vertretern kommunizieren können. Auch die Instandhaltung könnte über dieses Portal laufen; das Stichwort heißt hier „Predictive Maintenance“.

Sebastian Mayer: „Wir sehen sehr viel Potenzial und sind gewillt, es zu nutzen, allerdings mit Maß und Ziel.“