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08.07.19 – Digitalisierung, Vernetzung und Nachhaltigkeit — read English version

Messerückblick Texprocess 2019

Die Verarbeitung von Mode, Bekleidung sowie Textilien für die Industrie ändert sich rasant. Auf der Texprocess 2019 gab es ein beherrschendes Thema.

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Maschinen und Verarbeitungsprozesse werden zunehmend digital, wie das Beispiel des Texprocess-Ausstellers Audaces zeigt. © Messe Frankfurt/Pietro Sutera

 
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Schuhe nach Kundenwunsch: 3D-Strick von Stoll in der Digital Textile Micro Factory der Techtextil und Texprocess. © Messe Frankfurt/Pietro Sutera

 
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Die Branche zeigte sich auf der Texprocess in Frankfurt am Main in ihrer ganzen Dynamik.

Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt:

„Die Aussteller der Texprocess repräsentierten erneut alle Schritte in der textilen Produktionskette vom IT-gestützten Design, über Zuschnitt-und Fügetechnologien bis hin zur Veredlung, Textillogistik und zum Recycling. An der Texprocess kommen weder die Bekleidungs- und Lederwarenindustrie noch die Möbelfertigung und die Automobilbranche vorbei.“

Besucherzuwachs vor allem aus Europa

Mit 212 Ausstellern aus dem Ausland und 105 Ausstellern aus Deutschland betrug der Internationalitätsgrad der Texprocess 67 Prozent. Neu dabei waren Finnland, Dänemark, die Ukraine, die Dominikanische Republik und Singapur. Die führenden fünf Ausstellerländer nach Deutschland waren Italien, China, Taiwan, Japan und die Türkei. China, Japan und Taiwan waren zudem mit Länderpavillons vertreten. Der Besucherzuwachs der Texprocess kam vor allem aus Europa. Nach Deutschland rangierten Italien, die Türkei, Frankreich, Portugal, Rumänien und Polen unter den am stärksten vertretenen Besucherländern. Das Besucheraufkommen stieg vor allem aus Japan, den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich.

Digitalisierung allmächtig

Unter dem Schlagwort „Impact 4.0“ war die Weiterführung von Industrie 4.0 und die damit ausgelösten Veränderungen als Teil der Wertschöpfungskette das beherrschende Thema der Texprocess. Ein Großteil der Technologieanbieter der Branche arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich an der Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette.

Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologie:

„Die Digitalisierung und Vernetzung haben in der Branche die nächste Stufe erreicht. Durch die Einbeziehung künstlicher Intelligenz werden viele Prozesse besser beherrschbar und sogar neue Geschäftsmodelle möglich.“

Ketty Pillet, Vice President Marketing Gerber Technology:

„Unsere Kunden waren begeistert, auf der Texprocess unsere revolutionäre digitale End-to-End-Lösung zu erleben. Die ermöglicht es ihnen, auf kleinere Stückzahlen, Maßanfertigung und Customization umzustellen. Unser vollintegrierter Prozess, der 3D und cloudbasiertes PLM integriert, bringt Produkte vom Design in die Produktion, ermöglicht gleichzeitig Digitaldruck und macht unsere Kunden schnell und flexibel bei gleichzeitiger Reduktion von Kosten und Lagerhaltung.“

Texprocess Innovation Award 2019

Allein drei der insgesamt vier Preisträger des Texprocess Innovation Award 2019 erhielten die Auszeichnung für neue digitale Lösungen:

Die Dürkopp Adler AG überzeugte die Jury mit der neuen Nählösung M-Type-Delta, die selbst lernt und in eine voll digitalisierte Nähproduktion für die Automobil-, Polstermöbel- und Lederindustrie integriert werden kann.

Die Assyst GmbH erhielt den Award für ihren neuen 3D-Innovationsprozess, der die textile Wertschöpfungskette verändert.

Lectra wurde für ihre Fashion-on-Demand-Technologie ausgezeichnet. Die neue Cloud-basierte Plattformlösung für effiziente Made-to-Measure und Made-to-Order Produktionsprozesse ermöglicht „Near Shoring“ für Unternehmen, die individualisierte Bekleidungsprodukte anbieten.

Der vierte Texprocess Innovation Award ging an die Vetron Typical Europe GmbH für ihre ultraleichte Nählösung mit Karbonbauteilen.

Microfactories

Fünf Microfactories auf der Texprocess vermittelten den Fachbesuchern einen Eindruck, wie integrierte Textilverarbeitung funktioniert und wo deren Mehrwert für Verarbeiter und Kunden liegt.

Professor Meike Tilebein von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF):

„Microfactories spielen vor allem in Hinblick auf Nachhaltigkeit eine große Rolle. Weil hier nur das produziert wird, was der Kunde tatsächlich kauft, sparen Microfactories Abfall und Ressourcen. Nur die Teile werden bedruckt, die für das Produkt benötigt werden, Prototypen werden statt physisch, digital überall hin in die Welt geschickt.“

In Zusammenarbeit mit DITF sowie Partnern aus der Industrie zeigten die Techtextil und die Texprocess mit der Digital Textile Micro Factory die umfangreichste und insgesamt drei voll vernetzte Produktionslinien.

Linie Eins zeigte die Herstellung individuell designter Poloshirts.

Auf Linie Zwei wurden Schuhoberstoffe mittels 3D-Strick hergestellt.

Linie Drei zeigte, wie textile und flexible Materialien wie etwa Kunstleder verarbeitet werden.

Hinzu kamen vier weitere Microfactories von Zusammenschlüssen verschiedener Aussteller der Texprocess und Techtextil, darunter eine Microfactory zur serienmäßigen Herstellung von Smart Textiles unter der Federführung des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen, eine Komplettlösung für Fashion-on-Demand unter der Leitung von Gertsch Consulting und Mode Vision, eine in der Praxis bereits voll anwendbare Teillösung initiiert von Gemini sowie eine Microfactory für die Lederperforation, umgesetzt von Ring Maschinenbau und Partnern.

Techtextil und Texprocess: Eine ideale Verbindung

Die Techtextil die internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe hatte 1.501 Aussteller aus 57 Ländern sowie 42.500 Besucher aus 105 Ländern inklusive Wechselbesucher von der Texprocess an. Zusammen begrüßten Techtextil und Texprocess insgesamt 1.818 Aussteller aus 59 Ländern (2017: 1.789 aus 66 Ländern) und 47.000 Besucher aus 116 Ländern (2017: rund 47.500 Fachbesucher aus 116 Ländern).

Die nächste Techtextil und Texprocess finden vom 4. bis 7. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt.