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21.03.18 – Editorial — read English version

Der Frühling ist da!

Endlich - mit der Rückkehr der Kraniche erwacht in uns die Vorfreude auf sonnigere, wärmere Tage, die das Leben wieder leichter machen.

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Der Kranich gilt nicht nur als Bote des Frühlings und des Lichts, sondern auch als „Vogel des Glücks“ © pixabay

 

Damit verbunden ist die Hoffnung, dass fortan alles besser wird - schließlich gilt der Kranich nicht nur als Bote des Frühlings und des Lichts, sondern auch als „Vogel des Glücks“. Und wenn diese so wunderschönen Vögel wiederkehren wird doch schon alles irgendwie gut? Dazu fällt mir ein weiterer Vogel ein: der Vogel Strauß und seine Strategie. Eine Bekannte kürzlich zu mir: „Manchmal kann ich abends gar nicht einschlafen und muss fast weinen, so viel Schreckliches passiert gerade auf der Welt.“

Tatsächlich ermittelte der Heidelberger Konfliktbarometer, dass die Zahl der Kriege weltweit von 18 im Jahr 2016 auf 20 im Jahr 2017 gestiegen ist. Die afrikanischen Sub-Sahara-Staaten waren laut der Studie mit zehn Kriegen und drei "begrenzten Kriegen" Schauplatz der meisten hochgewaltsamen Auseinandersetzungen weltweit. Auch die Kämpfe in Äthiopien zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen werteten die Heidelberger Konfliktforscher als Krieg. Sechs Kriege und fünf "begrenzte Kriege" beobachteten die Forscher im Vorderen und Mittleren Osten und den Maghreb-Staaten. Allein für Syrien werden drei Kriege aufgelistet: der Krieg zwischen Assad-Regime und oppositionellen Kämpfern, der Krieg zwischen rivalisierenden Oppositionsgruppen sowie der Krieg mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Zu den häufigsten Konfliktursachen zählen ideologische - darunter auch religiöse – Gegensätze, als weitere wichtige Auslöser gelten ethnische Gegensätze, sowie Kämpe um nationale Macht und Ressourcen wie z.B. Wasser. (Quelle: DW/ Konfliktbarometer)

Die Ressourcen unserer Welt sind endlich

Wasser ist nach Luft unser wichtigstes Lebenselixier – jeder weiß das, doch handeln wir auch danach? Zur Herstellung von Textilien wird mitunter sehr viel Wasser gebraucht (allein in einer Jeans stecken bekanntlich 7000 Liter Wasser). Die weltweite Textilproduktion für Bekleidung hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2016 verdoppelt und durchbrach 2014 die Schwelle von 100 Milliarden Kleidungsstücken pro Jahr, Tendenz weiterhin steigend: Experten gehen davon aus, dass die Zahl bis zum Jahr 2030 noch um 60 Prozent zunehmen wird (Quelle: Greenpeace). Deutschland nimmt neben der Schweiz und den USA mit 12 kg gekaufter Kleidung bzw. durchschnittlich 60 neuen Stücken pro Kopf und Jahr einen Spitzenplatz beim Kleidungskonsum ein. Hierzu Kirsten Brodde, Textilexpertin bei Greenpeace: „Wir können nicht die gleiche Menge Kleidung kaufen und glauben, dass wir den Planeten retten können.“ (GT, 1.3.2018, S. 27)

Ob und wie Kleidungsproduktion und -konsum nachhaltiger gestaltet werden können, wurde im Rahmen eines großen, vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts untersucht und die Ergebnisse des Projekts „Slow Fashion“ jetzt Anfang März im Rahmen einer Tagung an der Hochschule Hannover vorgestellt. Dazu in Kürze an dieser Stelle mehr. Erforscht wurde unter anderem wie Konsumenten dafür gewonnen werden, ihren Kleidungskonsum nachhaltiger zu gestalten. Ein wie sich zeigte äußerst schwieriges Unterfangen! Hierzu Brodde passend: “Wir müssen wieder lernen, Kleidung wertzuschätzen, sie zu pflegen und zu reparieren“. Und: „Wir brauchen ein bisschen Geduld mit uns“.

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