03.04.25 – Personalie

Generationenwechsel bei Sandler

Der Aufsichtsrat der Sandler AG hat in seiner Sitzung am 01. April 2025 wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen. Philipp Ebbinghaus, CFO, wird zum 01. August 2025 Vorstandsvorsitzender der Sandler AG.

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Staffelstabübergabe bei der Sandler AG: Philipp Ebbinghaus (Mitte) übernimmt zum 01. August 2025 den Vorstandsvorsitz von Dr. Christian Heinrich Sandler (r.). Dr. Ulrich Hornfeck (l.) bleibt Vorstandsmitglied. © Sandler AG

 

An der Unternehmensspitze wird die Gründerfamilie somit in fünfter Generation Verantwortung übernehmen. Der neue Vorstand setzt sich aus zwei Personen zusammen. Ihm wird neben Philipp Ebbinghaus weiterhin Dr. Ulrich Hornfeck angehören. Der aktuelle CEO Dr. Christian Heinrich Sandler wird in den Aufsichtsrat wechseln und dessen Vorsitzender. 100 % der Firmenanteile sind weiterhin in Familienhand. Dieter Magiera wird das Aufsichtsgremium altersbedingt Ende Juli verlassen.

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und einer Tätigkeit außerhalb des Familienunternehmens hat Philipp Ebbinghaus seit 2013 nicht nur strategisch wichtige Schlüsselthemen im Finanzbereich und bei internen Großprojekten mit seinen Teams vorangetrieben. „Besonders hervorzuheben ist zudem seine Projektleitung für den Aufbau unserer ersten Produktionsstätte im Ausland, die 2016 eröffnet wurde. Er verantwortete die Standortauswahl im US-Staat Georgia ebenso wie den Aufbau und Ausbau des Werks in Perry“, betont Dr. Christian Heinrich Sandler.

Herausfordernde Rahmenbedingungen

Auch 2024 beeinflussten die Energiekosten und die herausfordernden Rahmenbedingungen die Geschäfte der Sandler Gruppe. So lag der Umsatz 2024 bei 326 Mio. Euro und die Zahl der Mitarbeitenden der Sandler Gruppe bei 980, 61 davon waren als Auszubildende bei der Sandler AG tätig. „Mit den Geschäftszahlen 2024 sind wir nicht zufrieden. Zwar sind die Kosten im Vergleich zum außerordentlichen Energiepreis-Schockjahr 2023 zurückgegangen, doch mit Blick auf den ausländischen Wettbewerb sind sie immer noch sehr hoch. Die unruhige gesamtwirtschaftliche Lage weltweit sorgte für eine Kaufzurückhaltung der Kunden und noch kurzfristiger erteilte Aufträge, die eine Planungssicherheit erschweren“, sagt Dr. Christian Heinrich Sandler. Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich sowohl das Geschäft im größten Bereich Hygiene/Wipes als auch bei der Bau- und der Automobilindustrie zurückhaltend.

30 Mio. Euro in Zukunftsinvestitionen

„Natürlich hätte ich den Staffelstab lieber in Zeiten gesamtwirtschaftlich stabilerer Rahmenbedingungen übergeben. Andererseits hat Philipp Ebbinghaus in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er Dinge neu denken, strategisch weiterentwickeln und zusammen mit der Sandler Belegschaft umsetzen kann. Und das ist für die kommenden Jahre entscheidend", sagt Dr. Christian Heinrich Sandler. „Wir denken langfristig, bleiben kostenbewusst und setzen gleichzeitig auf Zukunftsinvestitionen. An dieser Grundphilosophie halten auch Philipp Ebbinghaus und Dr. Ulrich Hornfeck fest.

Als Beispiele für große Investitionsprojekte, die im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 angeschoben wurden, nennt Dr. Christian Heinrich Sandler die 25 Mio. Investition in eine hochmoderne Maschine für die Produktion von technischen Vliesstoffen. Die Produktionsanlage wird in den kommenden Wochen anlaufen. Eine weitere Investition wird gerade in die innerbetriebliche Logistik getätigt. Zwischen zwei Werksgebäuden wird für rund 5 Mio. Euro gerade eine 150 m lange Verbindungsbrücke gebaut, die den automatisierten Transport von Fertigware zur LKW-Zentralverladung ermöglicht. Auch das Thema einer nachhaltigen Eigenenergieversorgung hatte man weiter im Blick: Die 2024 installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Produktionshalle war nur der Start, weitere Anlagen auf dem Sandler-Gelände sollen folgen. Zudem erwägt das Unternehmen weiterhin die Investition in eigene lokale Windräder. Diese Investition würde, wie bereits am 15. Mai 2024 kommuniziert, jedoch nur dann Realität, wenn sie auch nach all den Genehmigungsprozessen noch betriebswirtschaftlich sinnvoll sei.