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23.01.19 – Texprocess 2019 — read English version

Die Zukunft der Bekleidungsproduktion

Mehrere präsentierte Microfactories sollen die Fachwelt vom neuen Ansatz für die Bekleidungsproduktion überzeugen und auch dafür begeistern.

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Auf der kommenden Texprocess erhalten Fachbesucher bei insgesamt vier Microfactories einen Einblick davon, wie integrierte Textilverarbeitung funktioniert und wo Microfactories bereits zum Einsatz kommen. © Messe Frankfurt / Pietro Sutera

 
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Microfactory: Impressionen Texprocess 2017 © Iris Schlomski

 
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Individualisierung, Automatisierung, Digitalisierung – so lauten die Zauberworte für zukünftige Herstellungsprozesse textiler Produkte. Das Thema steht im Mittelpunkt der diesjährigen Texprocess, die vom 14. bis 17. Mai 2019 in Frankfurt am Main stattfindet, zeitgleich mit der Techtextil.

„Das Lieblingsdesign per App an den Hersteller senden und schon morgen den individuell designten und passgenauen Sneaker oder das Hemd anziehen. Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr“ sagt Michael Jänecke, Director Brand Management Technical Textiles and Textile Processing bei der Messe Frankfurt.

Und weiter: „Dahinter stehen komplexe Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikprozesse. Microfactories sind der progressive Ansatz, anhand voll vernetzter Prozesse die Textilverarbeitung schneller, flexibler und auch nachhaltiger weil lokaler zu machen. Und gleichzeitig individualisierte Produkte herzustellen.“

Komplexe Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikprozesse

Um zu demonstrieren, welche Chancen sich durch den Einsatz der sogenannten Microfactories für die gesamte textilverarbeitende Branche eröffnen, hat sich die Messe Frankfurt mächtig ins Zeug gelegt und wird auf der Texprocess 2019 insgesamt vier unterschiedlichen Produktionslinien präsentieren.

Digital Textile Micro Factory: On-Demand und Virtual Reality

In Zusammenarbeit mit den Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sowie Partnern aus der Industrie zeigt die Texprocess, wie bereits zur letzten Show eine Digital Textile Micro Factory und damit voll vernetzte Produktionsketten live. Die Digital Textile Micro Factory in der Halle 4.1 zeigt nun jedoch insgesamt drei Produktionslinien – je eine für die Herstellung von Bekleidung, eines 3D-gestrickten Schuhs sowie zur Verarbeitung technischer Textilien etwa für die Automobil- oder Möbelindustrie.

Fashion-Linie

Eine zentrale Rolle in der Digital Textile Micro Factory spielt die Modeindustrie. Der digitale Zwilling des Kunden als Ausgangspunkt für individualisierte und passgenaue Kleidung gewinnt in den Entwicklungsabteilungen der Bekleidungsindustrie und zur Abstimmung mit Fertigungsbetrieben zunehmend an Bedeutung .

Die auf der Texprocess präsentierte Fashion-Linie (Herstellung von Bekleidung) zeigt die Stationen CAD/Design, Druck, Zuschnitt, Konfektion, Finishing und Labeling. Neue Ansätze verbinden zudem 3D-Bekleidungssimulation mit direkter Datenübergabe in Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).

Anstatt dem Kunden physische Muster der zu produzierenden Bekleidung zu präsentieren, werden Muster virtuell visualisiert. Der Kunde hat während des Produktionsprozesses direkten Einfluss auf die Gestaltung des Produktes. Diese direkte Interaktion zwischen 3D-Simulation von Bekleidung, der Darstellung in VR/AR auf der Hardware des Kunden und direkter Produktion wurde so noch nie gezeigt. Die Partner der Fashion-Linie

Assyst (CAD/Design), Mitwill (Material), Caddon, ErgoSoft, Mimaki sowie Multiplot (Druck), Zünd (Zuschnitt), Juki (Konfektion), Veit (Finishing) und Vuframe (AR/VR).

3D-Strick

Vom 3D-Objekt zum fertigen Prototypen in 18 Minuten? Die zweite Produktionslinie der Digital Textile Micro Factory der Texprocess und Techtextil zeigt einen Workflow, der es erlaubt aus kundenspezifischen Fußgeometrien direkt 3D-gestrickte Schuhoberstoffe zu produzieren.

Die 3D-Strick-Linie der Micro Factory zeigt den Ablauf von der 3D-Modellentwicklung, über die softwareseitige Interpretation des 3D-Datensatzes in ein geometrietreues Strickprogramm und die Entwicklung eines Designansatzes zur Erstellung der finalen Strickdaten bis zur Erstellung eines 3D-gestrickten Prototypen.

Stricken, das textile additive Fertigungsverfahren.

Partner der 3D-Strick-Linie

Flachstrickmaschinenhersteller H.Stoll

Verarbeitung technischer Textilien

Industrie 4.0 live: Das automatisierte und kundenindividuelle Verarbeiten von technischen Textilien bis zum fertigen Produkt steht im Fokus der dritten Fertigungslinie der Digital Textile Micro Factory 2019. Fachbesucher erleben hier On Demand-Inkjetdruck und vernetzte Maschinen mit integrierter Sensorik, die in Bussysteme eingebunden sind – ein Zukunftsthema für die vernetzte Fertigung.

Ein Roboterarm mit Greifer für textile Anwendungen sortiert Zuschnittteile vom Cutter in ein freifahrendes Open-Shuttle. Nähaufträge werden automatisiert zu den Nähstationen gebracht. Der Auftragsfortschritt wird durch Tracing und Tracking im Fertigungsablauf an einzelnen Stationen durch Auto-ID demonstriert. Zusätzlich wird die Integration von kreativen Ideen aus der Cloud in die Produktion von technischen Produkten gezeigt. Technik trifft Kreativität.

Die Partner der technischen Linie

Mitwill (Design), ErgoSoft (RIP), Caddon (Farbmanagement), HP (großformatiger Inkjetdruck), Zünd (Zuschnitt), Dürkopp Adler (Vernetzung, Integration Open Shuttle, Nähtechnologie), Veit (Finishing), Next Robotics (Materialhandling).

Smart Textiles Micro Factory: industrienahe Produktion smarter Textilien

Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen produziert gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung in ihrer „Smart Textiles Micro Factory“ im Übergang der Hallen 4.1 und 5.1 ein smartes Kissen, das dem Nutzer anhand integrierter LEDs neue Interaktionsmöglichkeiten bietet. Die Projektpartner stellen damit die industrienahe Fertigung eines smarten Textils vom Design bis zum fertigen Produkt exemplarisch dar. Der Prototyp des Kissens wurde bereits auf der diesjährigen Heimtextil 2019 im Januar vorgestellt.

Die Partner der „Smart Textiles Micro Factory“

ITA, RWTH Aachen (Projektkoordination), Gerber Technology GmbH (Cutting), Korea Institute of Industrial Technology Kitech (Elektronik), Vetron Typical Europe GmbH (Nähen), Wear it GmbH (Produktdesign und Konzeption), ZSK Stickmaschinen GmbH (Stickerei).

World of Digital Fashion: Customizing von Bekleidung

Unter dem Begriff „World of Digital Fashion“ haben sich sechs Unternehmen aus den Bereichen Visualisierung, CAD-Schnittsystem, automatische Körpermaßermittlung sowie Zuschnitt- und Prozessautomatisierung zusammengefunden.

Gemeinsam zeigen sie in Halle 4.0 die Integrations- und Kombinationsmöglichkeiten ihrer Produkte in verschiedenen Workflows innerhalb der Wertschöpfungskette und machen die digitale Prozesskette live erlebbar. Im Mittelpunkt steht das Customizing von Bekleidung und Mode.

Partner der „World of Digital Fashion“

Browzwear Solutions und Tronog (Visualisierung), Software Dr. K. Friedrich (CAD), Fision (automatische Körpermaßermittlung), Bullmer (Zuschnitt), Gertsch Consulting und Mode Vision (Prozessautomatisierung).

Microfactory von Efka und Gemini: einfach umsetzbar

In Zusammenarbeit mit dem CAD-anbieter Gemini zeigt der Hersteller von Antrieben von Industrienähmaschinen Efka die Produktion eines Trikots, das individuell designt werden kann.

Im Mittelpunkt der anwendungsnahen Microfactory steht die Verknüpfung mit der Nähproduktion, die eine heute schon wirtschaftliche, teilautomatisierte Lösung darstellt. Es wird eine einfach-umsetzbare Lösung vorgestellt, welche die meisten Unternehmen schon mit vielen vorhandenen Ressourcen und Strukturen umsetzen können.