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07.12.16 – Lectra / Under Armour — read English version

Wie sieht die textile Fertigung der Zukunft aus?

Eine kurze Frage. Die Beantwortung benötigt mehr als nur einen kurzen Satz. Im Lighthouse geht Under Armour den komplexen Prozessen auf die Spur.

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Jami Dunbar erläuterte in Bordeaux sehr eindrucksvoll die Idee hinter dem innovativen Lighthouse-Konzept von Under Armour (Photo: Under Armour / Videoclip)

 
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The lighhouse - Impressionen (Photos: Under Armour)

 
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Erst vor kurzem wurde der Sportartikelhersteller aus Baltimore, Maryland, USA, von Forbes an die sechste Stelle der weltweit innovativsten Unternehmen gestellt. Mitte Oktober 2016 stellte Jami Dunbar, Vice President, Lighthouse Apparel von Under Armour, in ihrem Vortrag auf dem „Lectra Fashion Forward Event“ in Bordeaux eindrucksvoll die Idee des Lighthouses von Under Armour vor.

Was ist das Lighthouse?

Jami Dunbar gab selber die Antwort darauf: „Es ist unsere Vision für die Zukunft der Fertigung, es ist unser neues Fertigungs-und Design-Zentrum mitten im Herzen von Baltimore“. Die Idee dahinter lässt sich wie folgt beschreiben: Produktdesigner, technische Designer, Hersteller, Institutionen, Hochschulen kommen zusammen um an neuen Technologien und Arbeitsweisen zu forschen und zu arbeiten. Hierzu Dunbar: Aktuell basiert die Herstellung von Bekleidung und Schuhen auf 100 Jahre alten Technologien. Im Lighthouse wollen wir gemeinsam neue Technologien entwickeln, um Produkte auf einem kleineren Maßstab herzustellen, die sowohl Effizienz als auch Qualität verbessern, die es uns ermöglichen, Produkte schneller auf den Markt zu bringen“.

Neues auf Bestehendes setzen

Under Armour geht es mit dem Projekt „Lighthouse“ darum, Prozessinnovation für Produktinnovationen zu entwickeln. „Dann beginnen wir erst wie ein Unternehmer zu denken“, so Dunbar. Will heißen, Effizienz, Qualität, Reaktionsfähigkeit usw. werden „beleuchtet“.

Eine besondere „Charaktereigenschaft“ des Lighthouse ist es, Bestehendes in Frage zu stellen - etwa „Was wäre, wenn Designer direkt mit der Produktion zusammenarbeiten könnten?“ Die Antwort darauf: Im Lighhouse werden die besten Praktiken in den Pilotlinien geteilt. Pilotlinien für Bekleidung und Schuhe sitzen direkt nebeneinander. Technologien für die verschiedenen Sektoren werden „beleuchtet“ und so Unbekanntes für alle bekannt gemacht und damit experimentiert. „Wir testen und testen. Laufen die Prozesse gut, bauen wir sie in die Pilotlinien ein. Läuft das dann gut, gehen wir weiter in die Verbreitung in unseren Fabriken“, so Dunbar.

Virtualisierung und 3D-Technologien

Im Lighthouse gibt es ein Forschungslabor für die Virtualisierung – angefangen vom Bodyscanner bis hin zu weiteren 3D Technologien gibt es hier alles was das 3D-Herz begehrt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden das 3D-Druck-Labor, in dem Strukturen und kleine Teile wie Knöpfe und Blenden sozusagen über Nacht entstehen können sowie der Raum für moderne Fertigung, indem Designer direkt ihre Entwürfe umsetzen und experimentieren können.

Das Strategie- und Portfolio-Entwicklungsteam überprüft dann alle im Lighthouse entwickelten Vorschläge und Pläne auf Herz und Nieren und überführt diese, wenn für gut befunden, in die laufenden Prozesse. Im Lighthouse wird also optimiert, neue Prozesse entwickelt und somit der Grundstein für eine neue Art des globalen Produktionsprozesses gelegt.

Vor Ort produzieren und auch konsumieren

„Wir wollen eine neue Ebene der Optimierung erreichen“, so Dunbar und weiter: „Das heißt wir erarbeiten uns ein gemeinsames Prinzip wie wir Materialien und Komponenten zusammenbauen. Eine Art Baukastensystem mit dem wir unsere Produkte einfacher, schöner und sinnvoller machen. Wir untersuchen die gesamte Produktentwicklung und den Produktprozess. Hierzu ein Beispiel: Wir beginnen damit, den Athleten in Bewegung mit unserem Produkt zu beobachten und zu analysieren. Und wie viel schneller wären wir, wenn wir das alles auf virtueller Basis bewerkstelligen? Hier setzen wir auf die innovativen Lösungen von Lectra, um virtuellen Prozesse mit Back-End-Automatisierung zu verbinden“.

"Wie revolutionieren wir?"

Hierzu sagte Dunbar: "Im Lighthouse arbeiten Pioniere zusammen um Innovationen im Produkt selbst wie auch im Herstellungsprozess zu erarbeiten. Under Armour setzt auf die Zusammenarbeit von „Best in Class“ und hierzu zählen Firmen wie Lectra, 3DMD, BMS und andere. Neue Fertigungstechnologien sollen erschaffen werden, die dann weltweit ihren Einsatz finden". Denn das große Ziel von Under Armour ist folgendes: „Wir wollen mit dem Lighthouse den Weg dafür ebnen, künftig lokal immer auch dort zu produzieren, wo unsere Produkte verkauft werden“. Dunbar abschließend: „Es ist nicht mehr sinnvoll, die kostengünstige Arbeit auf der ganzen Welt zu verfolgen. Local-for-local ermöglicht es uns, genau zu diktieren, wo unser Produkt immer und überall hergestellt wird. Und das bedeutet, wir entwickeln die besten Praktiken für unsere Marke, die dann weltweit in unseren Firmen und Partnerfirmen zum Einsatz kommen: Wir produzieren in den USA für USA, in Europa für Europa, in Brasilien für Brasilien“.