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26.08.15 — read English version

Für ein „nachhaltiges“ Leder

Jährlich werden weltweit 7 Milliarden Paar Schuhe aus Polyurethan hergestellt. Neben dieser unglaublich hohen Menge steigt auch der Beliebtheitsgrad des sogenannten Kunstleders kontinuierlich für den Einsatz bei Möbeln, Taschen und Bekleidung. Umwelttechnisch gesehen ist die Herstellung bisher keineswegs unbedenklich.

Produktbeispiel Photos: Bayer

Produktbeispiel Photos: Bayer

 
Polyurethan ist der ungebrochene Renner in der Schuhproduktion

Polyurethan ist der ungebrochene Renner in der Schuhproduktion

 

Denn für die Herstellung von Kunstleder kommen bisher eben auch krebserregende Lösungsmittel zum Einsatz wie Nicholas Smith, globaler Leiter des Bereichs Textilbeschichtung bei Bayer Material Science, gegenüber textile network erklärt. Die Technologie seines Unternehmens Insqin basiere indessen auf einem Trockenverfahren, komme daher ohne die bedenklichen Lösungsmittel aus und schütze die Umwelt zudem, da „der Einsatz bei der Anwendung sagenhafte 95 Prozent Wasser einspare“ ohne die gewünschten positiven Vorzüge wie Weichheit, Leichtigkeit, Flexibilität und Waschbarkeit zu beeinträchtigen.

Hierauf aufbauend wurde auf der diesjährigen Techtextil in Frankfurt eine weitere nachhaltige Innovation vorgestellt. Impranil eco ist eine Reihe wässriger, biobasierter Polyurethan (Pur)-Dispersionen innerhalb des Insqin Programms für polyurethan-beschichtete Gewebe. Mit einem Anteil nachwachsender Rohstoffe (Industriekorn) von bis zu 65 Prozent trägt die neue Produktklasse zu einer weiteren Senkung von CO2-Emissionen bei und verbessert nochmals die Nachhaltigkeit wässriger Polyurethane. Hierzu erklärt Smith: „Nachhaltigkeit wird immer mehr ein Kriterium für Kaufentscheidungen von Verbrauchern und steht daher auch ganz oben auf der Agenda für die Textilindustrie. Mit Impranil eco verbessern Hersteller, Verarbeiter und Markeninhaber ihren ökologischen Fußabdruck“, so Smith.

Hersteller können nun erstmals synthetische Materialien und beschichtete Gewebe mit einem hohen Gehalt an nachwachsenden Rohstoffen in jeder Schicht produzieren. Die Leistungsfähigkeit erreicht das gleiche hohe Niveau wie bei konventionellen Produkten, und die biobasierten Rohstoffe können ohne Umformulierung sofort verwendet werden.

Neben den biobasierten Typen stellte Bayer Material Science in Frankfurt noch eine Reihe weiterer neuer Typen von wässrigen Polyurethan-Dispersionen der Impranil Serie vor. Impranil DAA wurde speziell für Haftstriche in Mode- und Schuhanwendungen entwickelt. Mit dem Produkt lassen sich weiche Materialien herstellen, die diese Eigenschaft auch bei tiefen Temperaturen beibehalten – danach wird vor allem im Modebereich gefragt. In Sportschuhanwendungen sind die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Materials besonders hoch. Impranil DLE erlaubt die Entwicklung von Schuhobermaterial, das die höchsten Industriespezifikationen erfüllt, vor allem im Hinblick auf die Haftfestigkeit.

Die Automobilindustrie wiederum kann von dem neuen Impranil DLC-T profitieren. Mit diesem Produkt ist es möglich, Materialien für den Autoinnenraum zu entwickeln, die Forderungen der Industrie nach hochmattierten Oberflächen mit höchster Abrieb-, Hydrolyse-, Licht- und Wärmebeständigkeit verbinden.

Die wässrige und lösemittelfreie Insqin Technologie für die Polyurethanbeschichtung von Geweben wurde 2014 in den Markt eingeführt. Dazu gehören auch technische Dienstleistungen zur Entwicklung von Produktinnovationen und nachhaltigen Materialien sowie eine hohe Transparenz entlang der Lieferkette. Insqin steht für eine neuartige Technologie zur Beschichtung und Veredlung von Textilgeweben und Kunstleder. In Bekleidung und Schuhen sorgen polyurethanbeschichtete Materialien bereits für bessere Eigenschaften und mehr Funktionalität.

Mit Insqin können Aussehen und Haptik, Funktionalität, Design und sogar die Herstellung noch individueller gestaltet werden, bei gleichzeitig ökologischen Vorteilen und Schonung von Ressourcen. „Als Unternehmen der chemischen Industrie stellen wir zudem unsere technische Expertise direkt den Markenfirmen zur Verfügung, arbeiten aber parallel auch mit Herstellern beschichteter Gewebe zusammen“, betont Smith.

Dies sei eine andere Art der Kooperation als die bisherige Zusammenarbeit entlang der linearen Wertschöpfungskette. Im Ergebnis ermöglichen die neuen Partnerschaften Endprodukte, die vorher so nicht verfügbar waren. „In Kombination mit unserem Insqin Partner Manufacturer Programüberzeugt dieser Ansatz immer mehr Markeninhaber, mit uns zusammenzuarbeiten“. Die Einführung neuer Produkte der Impranil Reihe im Mai 2015 erweitere noch die Möglichkeiten des Einsatzes in verschiedenen Anwendungen.

[ www.bayer.de]

Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 gehört Bayer Material Science zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer Material Science produziert an 30 Standorten rund um den Globus und beschäftigte Ende 2014 rund 14.200 Mitarbeiter. Bayer Material Science ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.