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04.04.18 – Textilmessen Frühjahr/Sommer 2019 — read English version

Normalität und Frust

Die europäischen Textilmessen zur Modesaison Frühjahr/Sommer 2019 sind insgesamt gut gelaufen. Nachhaltigkeit bleibt weiterhin wichtig.

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Strick bleibt hochinnovativ wie die Première Vision zeigte © Hövelmann

 
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Die Milano Unica propagiert Grün auch für Zutaten © Milano Unica

 
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Die europäischen Textilmessen zur Modesaison Frühjahr/Sommer 2019 sind gelaufen. 20.350 Fachbesucher und damit ein gutes Prozent mehr als im Februar 2017 kamen nach München auf der Munich Fabric Start (rd. 1.800 Kollektionen). In Mailand verzeichnete die Milano Unica auf dem Messegelände Milano Rho ebenfalls einen offiziellen Zuwachs an Firmenbesuchen von 2,4% auf 5.949 Firmen. Darunter waren viele Ostasiaten, die aufgrund der Feiertage rund um das chinesische Neujahrsfest nicht Paris, sondern Mailand auf den Sourcingkalender gesetzt hatten. Den Zahlen der Messe zufolge kamen aus Hongkong 70% und aus China 19,5% mehr Besucher. Aber auch mehr Russen (+54,5%) und Deutsche (+50%) fanden den Weg zur Milano Unica. Absolute Zahlen werden jedoch nicht bekanntgegeben. Die Aussteller auf den Pariser Messen Texworld und Première Vision mussten wegen der New Yorker Schauen und der asiatischen Feiertage auf Kunden aus Übersee verzichten. In Le Bourget blieb die Besucherzahl offiziell mit 13.606 im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung stabil. Die Première Vision in Paris Villpinte verzeichnete im Parc des Expositions ein Minus von drei Prozent auf 54.500 Besucher.

Neue Geopolitik

Bestätigt haben die europäischen Textilmessen, dass sich eine neue Geopolitik für die Produktion abzeichnet. Die Hinwendung zu Kurzfristprogrammen bei immer mehr europäischen Modeunternehmen steigert die Attraktivität der nordafrikanischen Länder und der Türkei als Produktionsstandorte. Dies bestätigt auch Gildas Minvielle, Direktor des Wirtschaftsobservatoriums des IFM (Institute Franςais de la Mode), in einem Interview mit der Première Vision. Die Türkei profitiert schon seit längerem von dieser Entwicklung. Daneben rückt Marokko wegen seiner politischen Stabilität in den Fokus. Aber auch Portugal und Italien für den Strick haben laut Minvielle wieder gute Chancen. Einig ist man sich darin, dass China das Produktionsland Nummer ein für das Mengengeschäft bleibt. Andreas Eickelmann, Mitinhaber vom Textilunternehmen Netex, Herrenberg, mit Stoffproduktion in China, verweist zudem auf Äthopien. "Dort wird enorm investiert", sagt er. Dies gilt auch für die nordafrikanischen Länder wie die aktuellen Pläne der EU bestätigen, die angesichts der Migrationswelle u.a. die afrikanische Agrarwirtschaft stützen sollen.

Während diese Länder Arbeitsplätze für ihre Bevölkerung schaffen müssen, kämpft die europäische Textilindustrie weiterhin um Nachwuchskräfte. Die Branche steht in harter Konkurrenz zu anderen Industrien, die bei Jugendlichen eine deutlich höhere Attraktivität haben. So muss die Tschechische Republik nach Aussagen von Tomàš Laul, Geschäftsführer von La Linea, Spezialist für bedruckte Hemden- und Blusenstoffe, im Ausland um Arbeitskräfte werben, weil es einen historischen Tiefststand bei den Arbeitslosenzahlen gebe und die Ausbildung von Textilexperten vernachlässigt worden sei.

Den ausführlichen Beitrag von Regine Hövelmann lesen Sie in unserer Print-Ausgabe textile network 3-4 2018 mir Erscheinungstermin 22. März 2018