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25.08.15 – Fashion Week Berlin: — read English version

Wechselstimmung

Zwischen Abschied und Aufweckrufen hat die jüngste Berliner Fashion Week wieder alle Gefühlslagen und vor allem viele Hoffnungen bedient. Die deutsche Fashion Community feiert sich selbst, während sie sich neu orientiert und die Berliner Messelandschaft sich neu sortiert.

Die Berliner Fashion Week bescherte nicht nur der Premium gute Besucherzahlen Photo: Premium Berlin

Die Berliner Fashion Week bescherte nicht nur der Premium gute Besucherzahlen Photo: Premium Berlin

 
Haute Couture von Augustin Teboul Photo: Hövelmann

Haute Couture von Augustin Teboul Photo: Hövelmann

 
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Tillmann Prüfer, Style Director vom Zeitmagazin und Eröffnungsredner der 5. Konferenz Mode & Stil im Berliner Kronprinzenpalais, fand kritische Worte während die Fashion Community sich feierte. „Mode beschäftigt sich immer zu wenig damit, wo wir hinwollen, sondern damit, wo wir gestern gerne gewesen wären.“ Damit knüpft er an das Essay „Anti-Fashion“ der niederländischen Trendexpertin Li Edelkoort an, die im Februar dieses Jahres auf der Design-Indaba-Konferenz in Kapstadt (ZA) die Modewelt aufgerüttelt hatte.

Für sie ist Mode, wie wir sie kennen, am Ende. Die Öffentlichkeit habe das Interesse an Mode längst durch ein Interesse an Bekleidung ersetzt, seitdem die Mode die Verbindung zu dem, was in der Welt vor sich gehe und was die Menschen wollten, verloren habe, sagt sie. Mode habe sich längst jenseits der Gesellschaft positioniert und eine Inselstellung eingenommen. Ein für sie „gefährlicher Schritt“.

In Berlin zur Fashion Week dagegen standen das deutsche Modedesign und die Messen im Mittelpunkt. Mit dem Abschied der Bread and Butter à la Müller sortiert sich der Standort neu. Unter den vielen Veranstaltungen baut die Premium Group ihre Position weiter aus. Sie hat ihr Messeflaggschiff, die Premium, mit 1.000 präsentierten Marken weiter professionalisiert und offiziell fünf Prozent mehr Besucher gegenüber der vergleichbaren Messe in 2015 begrüßt.

Mit dem Kauf der Street- und Sportswear-Messe „Bright“, deren Wurzeln in der Skateborardkultur liegen, stärkt sie ihren Einfluss. Bright und Seek zeigen auch in Zukunft auf dem Gelände der Arena Berlin ca. 600 Marken mit Street-, Urbanwear und progressiver Menswear. Auch die Panorama hat mit 646 Kollektionen und rund 50.000 Fachbesuchern ihre sechste und gleichzeitig erfolgreichste Auflage erlebt und zudem den Partnerschaftsvertrag mit der Messe Berlin um weitere 15 Jahre verlängert. Einen Aufbruch verspricht auch das Fashion Council Germany (FCG), eine Initiative der Vogue, das nach amerikanischem und britischem Vorbild in Deutschland die Wahrnehmung von deutschem Modedesign im In- und Ausland fördern und finanziell unterstützen soll.

Als sichtbares Zeichen konnte der zweitägige Berliner Mode Salon im Kronprinzenpalais gelten, eine Gruppenausstellung von 27 deutschen Labels in Partnerschaft mit der Vogue, darunter Odeeh, Allude, Augustin Teboul, Dawid Tomaszewski und Hien Le.

[Regine Hövelmann]

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