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28.01.19 – Knopf & Knopf International — read English version

„Viele Kunden transferieren unsere Ideen und unser Know-how ins Ausland“

Artur Unger, Geschäftsführer von Knopf & Knopf, im Exklusiv-Interview mit textile network über die „knopflose Mode“ und die Veränderungen der Branche.

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Artur Unger, Geschäftsführer Knopf & Knopf International, im Interview mit textile network © Knopf & Knopf International

 

Knopf & Knopf International steht weltweit für außergewöhnliche Designideen und handwerkliche Kompetenz und ist einer der führenden Hersteller für Knöpfe und Accessoires. Viermal jährlich präsentiert das Unternehmen eine eigene Kollektion von Knöpfen und gestaltet sowie produziert zudem individuelle Labels, Hangtags sowie ein Sortiment an Accessoires wie Schließen, Schnallen und Zierelementen. Neben dem Hauptsitz in Maselheim (seit April 2018) verfügt Knopf & Knopf International über Vertretungen in Paris, Hongkong und anderen Metropolen.

textile network: Herr Unger, mit welchen Erwartungen sind Sie ins neue Jahr 2019 gestartet?

Artur Unger: Meine Erwartungen für 2019 sind gleichbleibend wie 2018, was die Zutatenbranche anbelangt. Wir haben steigende Umsätze in der Automobilindustrie sowie bei anderen Zweigen, wie zum Beispiel die Firma Lindt Schokolade aus der Schweiz.

textile network: Sie sind seit vielen Jahren im Business. Wenn Sie die letzten Jahrzehnte Revue passieren lassen, was hat sich verändert, was ist besser, was weniger gut?

Artur Unger: Ja, ich bin inzwischen schon seit 32 Jahren in der Zutaten- und Accessoirebranche. Früher haben unsere Kunden noch vorwiegend bei deutschen Lieferanten gekauft. Durch die Globalisierung hat sich der Markt auf internationaler Ebene verändert. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Kunden unsere Ideen und unser Know-how ins Ausland – insbesondere China und Bangladesch – transferieren. Zwangläufig wird dies zur Folge haben, dass Zutatenhersteller immer weniger in Design investieren können und wollen.

textile network: Gibt es Meilensteine die für die (deutsche) Zutatenindustrie besonders prägend waren?

Artur Unger: Die Einführung von Mindestfarbaufschlägen sowie Mindermengenzuschlägen, was heute gang und gebe ist, da die Ordermengen kleiner wurden und nun öfters bestellt wird.

textile network: Wenn Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden zwischen früher und heute vergleichen – wie hat sich diese in den letzten Jahren verändert?

Artur Unger: Der Kunde erwartet heute mehr denn je Full-Service-Angebote und schnelle Reaktionen auf Anfragen, Entwicklungen etc. Entscheidend ist oft eine prompte Reaktionszeit auf die Bedürfnisse des Kunden.

textile network: Seit mehreren Saisons dominiert nun schon ein eher cleaner Look. Hat der modische Knopf ausgedient? Oder kommt der schmückende Knopf wieder zurück?

Artur Unger: Die knopflose Mode – insbesondere in der DOB – ist nun schon seit mehreren Saisons über anhaltend. Dies ist ungewöhnlich, dass sich ein Trend so lange hält. Demzufolge gehen wir davon aus, dass bald eine Kehrtwende eingeläutet wird, um das Bild und das Interesse an neuen Zutaten und Accessoires wieder zu beleben.

textile network: Sie sind auf den wichtigen internationalen Messen präsent. Sind vorgegebene Trends für die Kunden heute noch wichtig?

Artur Unger: Wir arbeiten mit Trendagenturen bei der Kollektionserstellung und haben die Erfahrung gemacht, dass auch unsere Kunden sich an diesen Trends orientieren. Dadurch finden sich unsere Kunden auch in unseren Kollektionen wieder.

textile network: Welchen Stellenwert hat der der persönliche Austausch mit den Kunden z. B. auf den Messen?

Artur Unger: Der Austausch auf den Messen mit den Kunden ist sehr wichtig, da wir von unseren internationalen Kunden weltweit die verschiedenen Strömungen im Business bzw. Trends erfahren.

textile network: Die Nachhaltigkeit ist omnipräsent – inwieweit spielt das Thema in Ihrem Unternehmen, Ihren Produkten eine Rolle?

Artur Unger: Auch in unseren Produkt-Portfolio haben wir nachhaltige Artikel.

textile network: Fragen (Ihre) Kunden gezielt nach nachhaltig hergestellten Knöpfen?

Artur Unger: Ja, die Nachfrage ist durchaus da. In der Praxis jedoch verhält man sich noch zurückhaltend. Sobald der Preis für nachhaltige Produkte ersichtlich ist, fällt die Entscheidung schnell zu Gunsten von günstigeren Materialien aus.

textile network: Seit einigen Monaten sind Sie nun alleiniger Inhaber von Knopf & Knopf International und haben auch ein neues Firmengebäude bezogen. Was bedeutet das für Ihre Kunden?

Artur Unger: Ja, das ist richtig. Wir haben seit April 2018 unser neues Firmengebäude auf 3.000 qm Grund- und 1.400 qm Hallen- und Bürofläche auf zwei Etagen bezogen. Mein Partner und bester Freund Andreas Dünkel benötigte Platz und Kapazitäten für seine Motorworld-Aktivitäten und somit kamen wir zu dem Entschluss ein eigenes Firmengebäude zu kaufen. Für unsere Kunden bedeutet dies eine noch schnellere Reaktionsfähigkeit sowie bessere interne Abläufe.

Herr Unger, vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen für textile network stellte Iris Schlomski.