23.06.26 – Baumwollwirtschaft — read English version
Baumwollbörse stellt Weichen für die kommenden Jahre
Zölle, gestörte Lieferketten und höhere Finanzierungskosten prägten die 152. Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse. Präsident Fritz A. Grobien setzt auf Kontinuität, unabhängige Qualitätsbewertung und internationale Vernetzung.
Stabilität an der Spitze, breites Gremium
Am 18. Juni 2026 trat die 152. ordentliche Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse in Bremen zusammen. Die Mitglieder genehmigten die Rechnungsablage, nahmen den Jahresbericht für 2025 entgegen und entlasteten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig. Mit der Wiederwahl von Fritz A. Grobien zum Präsidenten und der Bestätigung von Jean-Paul Haessig, Jens D. Lukaczik und Stephanie Silber als Vizepräsidenten bleiben die bisherigen Leitungsstrukturen bestehen.
„Die Bremer Baumwollbörse steht seit Generationen für unabhängige Qualitätsbewertung, internationale Vernetzung und die außergerichtliche Beilegung von Streitfällen im Baumwollhandel. Diese Kompetenz macht uns zu einem verlässlichen Orientierungspunkt für die globale Baumwollwirtschaft. Wir wollen und müssen sichtbar bleiben - Baumwolle braucht eine starke Präsenz im Markt. Bremen bleibt ein Ort, an dem Wissen, Marktverständnis und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen“, sagte Grobien nach seiner Wiederwahl.
Im Vorstand sind unter anderem Getzner Textil, Velener Textil, CWC Textil, Hch. Kettelhack, Gebr. Elmer & Zweifel, Cotton Service International, der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie sowie die Vereinigung Textilindustrie aus Wien vertreten.
Geopolitik, Finanzierung und Lieferketten im Fokus
Für den wirtschaftlichen Rahmen sorgte Gastredner Dr. Tim Nesemann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen. Er beschrieb, wie Zölle, gestörte Lieferketten und steigende Finanzierungskosten Unternehmen ebenso belasten wie die anhaltende konjunkturelle Schwäche in Deutschland und der wirtschaftliche Druck auf Europa.
Nesemann verwies auf höhere Risiken für Banken, erschwerte Sanierungsprozesse durch Regulierung sowie Cyberkriminalität, Angriffe auf kritische Infrastrukturen und neue Abhängigkeiten durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Chancen sieht er in Handelsabkommen wie Mercosur, warnte jedoch vor politischer Polarisierung und dem Erstarken radikaler Kräfte. Wer Veränderungen frühzeitig erkenne, Verantwortung übernehme und Chancen nutze, könne nach seiner Einschätzung gestärkt aus Krisen hervorgehen.



