25.06.26 – IVGT — read English version
Erasmus+-Projekt skills4circularity
21 Partner aus zwölf Ländern untersuchen im Erasmus+-Projekt Skills4Circularity, welche Kompetenzen für Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung fehlen.
Recycling, Rückverfolgbarkeit, Ökodesign und Digitalisierung zählen zu den zentralen Zukunftsthemen der europäischen Textilindustrie. Welche Kompetenzen dafür benötigt werden, untersucht das Erasmus+-Projekt Skills4Circularity mit 21 Partnern aus zwölf Ländern, an dem der IVGT als deutscher Branchenpartner die Perspektive der Industrie einbringt. © IVGT
Kompetenzlücken statt Technikdefizit
Recycling, Rückverfolgbarkeit, Ökodesign und Digitalisierung zählen laut Industrieverband Veredlung - Garne - Gewebe - Technische Textilien e. V. (IVGT) zu den zentralen Zukunftsthemen der europäischen Textilindustrie. Im Projekt Skills4Circularity beteiligt sich der IVGT als deutscher Branchenpartner. Ziel ist es, Kompetenzlücken zu identifizieren und darauf aufbauend Weiterbildungsangebote für die textile Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.
Grundlage der Analyse sind eine europaweite Unternehmensbefragung mit 183 Teilnehmenden aus zwölf Ländern, 22 Experteninterviews sowie eine KI-gestützte Auswertung von 313 Stellenanzeigen in elf Ländern. Als Ergebnis benennt das Projekt vor allem fehlende Kompetenzen: gefragt sind Kenntnisse zu regulatorischen Anforderungen, Kreislaufwirtschaft, Lebenszyklusanalysen (LCA), Datenmanagement und Prozessintegration. Auch Rückverfolgbarkeit, Materialsortierung und nachhaltige Produktionsverfahren werden als wichtige Kompetenzfelder genannt.
Warum es oft an der Verknüpfung hapert
Die Untersuchung hält fest, dass Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und technologische Innovation unabhängig von der Unternehmensgröße zwar als strategische Ziele anerkannt werden, die Umsetzung aber häufig schrittweise und isoliert erfolgt. Als Hindernisse nennt Skills4Circularity unter anderem Qualifikationsdefizite, fehlende Datenstandards sowie eine unzureichende Koordination entlang der Wertschöpfungskette. Zudem seien Recycling, Ökodesign und nachhaltige Produktion in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend miteinander verzahnt.
Drei Trainingsmodule in Entwicklung
Auf Basis der Analyse entwickelt Skills4Circularity drei Trainingsmodule: „Recyclingtechnologien“, „Ökodesign für die Kreislaufwirtschaft“ und „nachhaltige Produktion“. Das Projekt läuft von November 2025 bis Oktober 2029 und plant darüber hinaus Formate wie MOOCs, Masterclasses sowie ein europäisches Textile Skills Observatory.


