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24.11.16 – RWTH Aachen — read English version

Smart Textiles für ein einfacheres Leben

Am 16. November 2016 eröffnete das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen (ITA) das Dream-to-Lab-to-Fab in Aachen.

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Schnitt des Einweihungsbandes (Photos: ITA)

 
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Sticktechnik für Smart-Textiles

 
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Bei der feierlichen Tape-Cutting-Zeremonie dabei waren die koreanischen Partner, das Korea Institute of Industrial Technology (KITECH) und die Sungkyunkwan University (SKKU). Diese weltweit einmalige Kooperation führte die herausragenden Kompetenzen der jeweiligen Partner zusammen, um in Kooperation mit klein- und mittelständischen Unternehmen aus beiden Ländern die Serienfertigung von intelligenten Textilien (Smart Textiles) zu realisieren.

Das ITA steht als Teil der Exzellenz-Universität RWTH Aachen University dabei für die automatisierte textile Produktionstechnik, die im Aachener Forschungscenter vorangetrieben wird. Die koreanischen Partner bringen ihr exzellentes Know-how im Bereich von Textilien, Consumer Electronic und Digitalisierung ein und gründen hierfür ein weiteres Center in Korea in der ersten Jahreshälfte 2017.

Warum Smart Textiles?

Smart Textiles übernehmen vielfältige Funktionen im menschlichen Alltag: Beispiele sind eine medizinische Überwachung von Körperfunktionen, Sensoren in Arbeits- und Schutzbekleidung oder die Energiegewinnung durch textile Photovoltaik. Markt-Szenarien gehen von einem Umsatz in der Größenordnung von ca. 12 Mrd. US $ im Jahr 2020 aus, bei einer Wachstumsquote von ca. 20%. Hierin liegt ein riesiges Potential für mittelständische Unternehmen aus beiden Staaten, um neue Geschäftsfelder und -modelle zu erschließen und neue Arbeitsplätze zu realisieren. Dafür sollen in Deutschland und Korea jeweils ca. 20 Mio. € in die Forschungscentren investiert werden.

Dream2Lab2Fab fußt auf Industrie 4.0, also der Verzahnung von industrieller Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Intelligente, digital vernetzte Systeme ermöglichen eine weitgehend selbstorganisierte Produktion und dadurch eine direkte Kommunikation und Kooperation zwischen Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkten. Dadurch wird die Herstellung flexibler und es ist möglich, Waren kundenindividuell und in Serie zu fertigen.

Die zur Eröffnung des Aachener Forschungscenters vorgestellten Anlagen und Demonstratoren unterstreichen diese Möglichkeit einer flexiblen Massenfertigung:

 - die automatische Bestückung von Textilien mit elektronischen Bauteilen – dies war bisher nur manuell möglich;

 - die Vereinigung von Digital- und Funktionaldruck - digitale Drucke können nun nach Kundenwunsch funktionell gestaltet werden, z. B. kann ein Teil des Druckes durch besondere Drucktechnik oder spezielle Garne leuchten;

 - Sticktechnik für Smart Textiles - durch die Sticktechnik mit leitfähigen Garnen ist es erstmals möglich, elektronisch Features aufzubringen, z. B. eine Leuchtfunktion der Textilien (s. Bild 2 „Sticktechnik für Smart Textiles“)

Daneben wurden die folgenden Smart Textiles gezeigt:

 - ein interaktives Leuchtkissen – ein Leuchtkissen mit programmierbaren LED-Chips, die per WLAN beliebige Farben, Texte oder Muster auf dem Kissen anzeigen können (s. Bild 3 „Interaktives Leuchtkissen“);

 - ein interaktiver Vorhang – ein Vorhang, der sich per Berührung öffnet;

 - heizende Textilien – Textilien, die durch elektrisch leitende Fasern und Stromzuführung heizen können.

Dream2Lab2Fab manifestiert die seit drei Jahren bestehende und stetig gewachsene Zusammenarbeit zwischen ITA, KITECH und SKKU im Gebäude an der Vaalser Str. 460, um gemeinsam an Forschungsthemen rund um das Thema „Smart Textiles“ zu forschen.

Wie geht es weiter?

Die inhaltliche Zusammenarbeit wird durch weitere bilaterale Forschungsprojekte und Industriekooperationen ausgebaut. Dazu wird die Kooperation mit weiteren Instituten der RWTH unterstützt, um die interdisziplinäre Forschung voranzutreiben. Innerhalb der nächsten drei Jahre ist der Bau eines neuen Gebäudes in beiden Ländern geplant.