30.01.26 – Wegen Zahlungsunfähigkeit
Sympatex startet Sanierung im Insolvenzverfahren
Der Münchner Funktionsspezialist Sympatex Technologies will sich im Rahmen eines Insolvenzverfahrens neu aufstellen. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, Löhne und Gehälter sind gesichert.
Die Sympatex Technologies GmbH hat am 22. Januar 2026 beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller Heydenreich Bierbach & Kollegen zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Auch die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding GmbH hat Insolvenzantrag gestellt.
Betrieb läuft uneingeschränkt weiter
Der operative Geschäftsbetrieb von Sympatex läuft nach Angaben des Unternehmens ohne Einschränkungen weiter. Kundenaufträge und laufende Projekte sollen planmäßig umgesetzt werden. Die rund 70 Mitarbeitenden wurden ebenso wie Kunden und Lieferanten über die Situation informiert. Löhne und Gehälter sind bis Ende März 2026 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Geschäftsführerin Kim Scholze, seit September 2025 im Amt, bezeichnet das Verfahren als Chance für eine geordnete Neuausrichtung. Das Insolvenzverfahren schaffe den Rahmen, um das Unternehmen in einem strukturierten Sanierungsprozess neu aufzustellen. Ziel sei es, die technologische Substanz und das Know-how der Mitarbeitenden zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Zukunft zu entwickeln.
Technologisch stark im Nachhaltigkeitssegment
Sympatex entwickelt und produziert seit 1986 porenfreie, PFAS-freie Polyester-Membranen für Bekleidung, Schuhe, Berufskleidung, persönliche Schutzausrüstung und technische Anwendungen. Die Membranen sind wasserdicht, atmungsaktiv, elastisch und recyclingfähig. Ausgewählte Varianten enthalten biobasierte Anteile. Das Unternehmen arbeitet international mit Marken-, Industrie- und Entwicklungspartnern zusammen.
Erfahrener Insolvenzverwalter
Rechtsanwalt Axel W. Bierbach gilt als erfahrener Sanierungsexperte mit Branchenkenntnis. Er hat in der Vergangenheit unter anderem Verfahren in der Textil- und Sportartikelbranche begleitet, darunter Planet Sports und SportScheck. Die Kanzlei Müller Heydenreich Bierbach & Kollegen ist auf Sanierung und Insolvenzverwaltung spezialisiert und betreut Verfahren an zahlreichen Amtsgerichten in Bayern und Thüringen.
In den kommenden Wochen will der Insolvenzverwalter gemeinsam mit der Geschäftsführung sämtliche Fortführungsoptionen prüfen. Ziel bleibt, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.



