11.02.26 – RWTH Aachen — read English version
Auszeichnung für Carbonfaser-Recycling
Sabina Dann entwickelt eine elektrochemische Modifikation, die Carbonfasern recyclingfähig macht. Ihre Arbeit wurde mit einer Auszeichnung der RWTH Aachen gewürdigt.
Die effiziente Rückgewinnung leistungsfähiger Fasern stellt viele Unternehmen der Verbundwerkstoffindustrie vor erhebliche Herausforderungen. In ihrer Masterarbeit zeigt Sabina Dann einen Weg, die Oberflächen von Carbonfasern so anzupassen, dass sie solvolysebeständig bleiben. Das Ergebnis eröffnet die Möglichkeit, hochwertige Fasern erneut einzusetzen anstatt sie in minderwertige Anwendungen zu überführen.
Industrieller Nutzen durch stabile Oberflächen
Die elektrochemische Modifikation richtet sich gezielt auf das Sizing der Fasern. Bleibt dieses im Recyclingprozess stabil, lassen sich Fasern sauber zurückgewinnen, ohne ihre Eigenschaften deutlich zu verlieren.
Für Hersteller bedeutet das: weniger Materialeinsatz, geringere Entsorgungskosten und ein Ansatz, der sich in bestehende Kreisläufe integrieren lässt. Gleichzeitig sinkt der Aufwand für die Abfallbehandlung, was ökologische Vorteile schafft.
Internationale Zusammenarbeit als fachliche Basis
Ein großer Teil der Forschungsarbeit entstand an der Deakin University in Melbourne innerhalb der Carbonfaser-Forschungsgruppe des Institute for Frontier Materials. Dadurch flossen spezifische Materialkenntnisse und experimentelle Methoden ein, die das Projekt fachlich gestützt haben. Die RWTH Aachen würdigte diese Ergebnisse mit einer Auszeichnung im Bereich Molecular Science and Engineering. Die Arbeit verbindet naturwissenschaftliche Grundlagen mit einem klaren industriellen Anwendungsszenario.
Beitrag zur Ausrichtung des ITA
Das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen versteht sich als Forschungs- und Ausbildungseinrichtung, die textile Wertschöpfungsketten in nachhaltige Systeme überführen möchte. Die internationale ITA Group International Centre for Sustainable Textiles arbeitet an biologisch inspirierten und kreislauforientierten Prozessen. Sabina Danns Masterarbeit ordnet sich genau in diesen Fokus ein. Sie zeigt, wie Oberflächentechnik dazu beitragen kann, Lebenszyklen zu verlängern und Ressourcen gezielter zu nutzen.



