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17.01.18 – Gerber Technology in Afrika — read English version

Die Seele von Sweet-Orr, Kapstadt

Wir sitzen mit dem Management-Team im Kapstädter Besprechungszimmer des Familienunternehmens Sweet-Orr und blicken in strahlende Gesichter.

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Die ganze Vielfalt anforderungsgerechter Arbeits- und Schutzbekleidung © yhf

 
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Höchste Präzision und Effizienz im Zuschnitt: Zwei PARAGON® stemmen souverän den Bedarf des gesamten Tagesausstoßes an hoch-strapazierfähigen Materialien und Stoff-Spezialitäten © yhf

 
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Vater John Jacobs, Sohn John Denver Berman-Jacob und Tochter Vanessa Govender haben zum Gespräch und Blick hinter die Kulissen in die Seele ihres sich über 5.500 qm erstreckenden Vorzeigebetriebs geladen.

Tausende von Arbeitnehmern tragen Sie tagein tagaus im lokalen Bergbau- und den verarbeitenden Betrieben, in der petrochemischen Industrie, im Ingenieurwesen, Flugzeug- und Automobilbau, bei einer Vielzahl von Notdiensten sowie auch im Medizinsektor – die Arbeits- und Schutzbekleidung von Sweet-Orr – aktuell vor allem in Südafrika, aber auch in Namibia sowie zu weitaus kleineren Teilen im Nahen Osten, den Golfstaaten. Die Sweet-Orr & Lybro (PTY) LTD repräsentiert die absatzstärkste Marke des Landes im Segment.

 Entwickelt und hergestellt, über den Großhandel oder aber direkt an die Arbeitgeber vertrieben werden zweiteilige Arbeitsanzüge, Arbeitskittel, -hosen und Oberteile, Overalls aus hoch-strapazierfähigen Baumwollstoffen, Spitzen-13 oz. Denim-Qualitäten aus Lesotho, wie auch in Feuer- und Säure-beständig ausgerüsteten Materialien. Speziell bei Damenbekleidung kommen teils auch Stretch-Stoffe zum Einsatz.

 Darüber hinaus offeriert der Spezialist für Arbeits- und Schutzbekleidung auch Beratungs-Services, fertigt im Rahmen von Regierungsaufträgen – entsprechend definierten Anforderungen und der vorgegebenen Spezifikationen und Ordermengen. Einen Namen hat man sich ferner im Markt erworben bei der Unterstützung der Kunden, wenn es um das Thema Zertifizierung und Regulierung geht.

„We never let you down”

“Wir enttäuschen Sie nie” - lautet das markige Marketing-Versprechen des Herstellers an seine Kunden. Ambitioniert in der Tat, jedoch die Reputation der Marke und Rückmeldungen seitens der Abnehmer bestätigen die konsequente Umsetzung der ambitionierten Mission: Immerhin geht es um das Wohl und die Gesundheit von Menschen, die in Arbeitsumgebungen mit unterschiedlichem Gefahrenpotential arbeiten. „Da gilt schlicht und immer die Null-Fehler-Toleranz“, bezieht Geschäftsführer John Jacobs rigoros Stellung. Das gilt ebenso für den Ausschluss von Kontaminierung mit Krankheitserregern bei vielfachen Wäschen und hohen Temperaturen ausgesetzter Bekleidung für Personal im Medizinbereich, wie für Schutzbekleidung für den Bediener eines Hochofens. Damit zählen umfassende Materialprüfungs- und Verarbeitungs-Tests im unternehmenseigenen Labor zum kritischen Bestandteile jedes Entwicklungs- und Fertigungsprozesses, bei der Herstellung von Prototypen und dann bei der Serienproduktion.

Fraglos unverzichtbare, aber eben auch immer wieder aufs Neue kostspielige Maßnahmen und dies im massiven Wettbewerb mit Importen aus Asien. Geschäftsführungsmitglied Denver Berman-Jacob, Zukunftsstratege im Unternehmen beantwortet unsere Frage, wie man dem steigenden Kostendruck begegnet: „Mit gezieltem Einsatz von unseren hohen Anforderungen genügender Technologie - sowohl von leistungsstarker Schnitt-Software schon im Produkt-Design und dann in der Fertigung, wo es um höchste Effizienz und Präzision im Zuschnitt geht sind wir extrem gut aufgestellt.“

Zuschnittabteilung: High-Tech vom Feinsten

 So setzt Sweet-Orr South Africa von Anbeginn für die Produktentwicklung und Schnitterstellung bei individuellen Spezialanfertigungen wie auch bei den Serien und damit auch beim Gradieren und den optimierten Lagenbildern auf Gerber’s AccuMark. Geschäftsführer John Jacobs lobt die hohe Bedienfreundlichkeit der Schnitt-Software aber eben auch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gerber-Partner Intamarket der eben nicht nur in Johannesburg und Durban von der Ostküste aus die CAD/CAM-Kunden berät und betreut, sondern eben auch am Westkap ein Verkaufs- und Service-Büro unterhält: „Allan, Celeste Mark – all die Anwendungsspezialisten sind eben nur einen Anruf weit entfernt, wenn es Fragen oder Probleme gibt.“ Und so treffen wird dann auch im Zuschnitt auf Gerber-Stofflegeanlagen und Hochlagen-Cutter. In der Produktion arbeiten heute zwei Paragon die vom Xls-Spreader präzise und spannungsfrei bereitgestellten Stapel der schwergewichtigen Denim und Canvas-Typen für den durchschnittlichen Ausstoß 3.500 Teilen pro Tag ab.

Wo in den 80er und weit bis in die 90er Jahre der legendäre Gerber-Cutter S-93 stand ist heute High-Tech vom Feinsten im Einsatz: Drei Cutter-Generationen später offeriert Gerber Technology mit der heutigen Paragon-Reihe eben nicht nur Zuverlässigkeit und Genauigkeit, sondern auch mittels hunderten von Sensoren bereitgestellte volle Datentransparenz mit Blick auf Materialverhalten, erzielte Effizienz, den Arbeitsfluss insgesamt und anderes mehr, erläutert uns die Unternehmensleitung beim Rundgang. (Durchlaufzeiten im Regelfall 10 Tage, im ‚Ernstfall‘: 5 Tage.)

 Und das Prinzip „technologisch Schritt halten oder besser noch einen Schritt voraus sein“, wie es Denver Berman Jacob umschreibt, setzt sich konsequent fort. So auch in der Näherei, beim Einsatz von Maschinen und Halbautomaten, beim Training der Bedienpersonen bis hin zur dreifach-überlappenden Nahtverarbeitung. Die Integration zeitgemäßer Technologie und Arbeitsmittel: unternehmerische Tradition auch mit Blick auf Sicherheit und Ergonomie – das Wohl der insgesamt 300 Mitarbeiter, davon allein 150 in der Näherei von Sweet-Orr.

 All das zahlt sich aus, die Reputation der Berufsbekleidungsmarke ist hoch, die Geschäfte gehen gut. Die Teilnahme an der A+A in Düsseldorf im Oktober 2017 kann als Rückkehr auf den internationalen Markt gewertet werden.

Sich auf Tradition und unternehmerisches Erbe besinnen und dabei Marktbedarf und Zukunftstrends erkennen, aufgreifen und hochprofessionell umsetzen – das macht die Seele von Sweet-Orr aus. Wenn in drei Jahren 150. Firmenjubiläum ansteht, soll ein neues, zusätzliches Marktsegment erobert sein – in Afrika und darüber hinaus.

von Yvonne Heinen