Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

23.01.18 – Microfactory - Teil 1 — read English version

Neue Chance für die Bekleidungsbranche

Wie sieht die Produktion der Zukunft aus, welche Möglichkeiten stecken hinter Schlagworten wie Digitalisierung und Industrie 4.0?

Microfactory---Teil-1.jpg

Microfactory - eine Chance für die Bekleidungsbranche © Munichfabricstart

 

Mit einer Microfactory, die speziell auf die Anforderungen der Bekleidungsindustrie zugeschnitten ist, haben sich verschiedene Unternehmen zusammengetan, um eine Antwort auf die Fragen zu geben, die die Textilbranche bewegen.

„Mit der Microfactory für die Bekleidungsindustrie können wir eine voll vernetzte, integrierte Produktionskette vom Design bis hin zum fertigen Produkt live demonstrieren – dieser durchgängig digitale Prozess ist ein besonders wichtiger Meilenstein für die Modeindustrie auf dem Weg zur Industrie 4.0“, sagt Alexander Artschwager vom DITF Denkendorf, das die Microfactory koordiniert. Der Technologieansatz der Microfactory verbindet die 3D-Simulation von Bekleidung direkt mit der Produktion und zeigt damit den Weg in die Zukunft der Bekleidungsherstellung auf. Die Microfactory spart Zeit, weil sie die einzelnen Produktionsschritte an einem Ort zusammenbringt und reduziert den Materialverbrauch. Die Qualität des Designs wird erhöht, besonders bei komplexen Produkten und Stoffdesigns. Darüber hinaus öffnet sie die Tür zur kundennahen Produktion.

Ziel ist es, Bekleidung kostengünstig und effizient zu produzieren – auch bei Losgröße 1

Die passenden Schnittstellen zwischen den Produkten von insgesamt elf Unternehmen bestehen. Auf der Texprocess und der Munich Fabric Start hat das Konzept seinen Praxistest eindrucksvoll bestanden und war auf beiden Messen ein Besuchermagnet. „In München konnten wir zeigen, dass es gelingt, ein individualisiertes Shirt in weniger als vier Stunden zu produzieren“, sagt Dr. Andreas Seidl, geschäftsführender Gesellschafter der Human Solutions Gruppe, deren Tochterunternehmen Assyst mit der 3D-Simulationssoftware Vidya den Einstieg in den digitalen Prozess bildet. Die Produktion startet mit einem individuellen Design, der Kunde gestaltet sein Shirt und kann es von allen Seiten begutachten, gegebenenfalls noch abändern, bevor der Produktionsprozess beginnt. Im nächsten Schritt kommt das Color Management von Caddon zum Zug: „Wir haben eine Brücke entwickelt, die die Lücke zwischen Design und Produktion schließt“, erläutert Michael Nothelfer von Caddon. Die Technologie des Farb- und Druckexperten erfasst Farbmuster von Stoffen multispektral, so dass der messtechnische Beweis und die visuell farbkorrekte Darstellung eine untrennbare, nicht manipulierbare Einheit bilden. Die 3D-Simulation hat genau die optische Anmutung dessen, was wenig später beim zweidimensionalen Textildruck erzielt wird. Auf den Messen wurden die Designs mit dem ErgoSoft RIP V15 optimal auf dem Stoff platziert, farbecht gerastert und auf Polyester und Baumwolle gedruckt. Mit einem kameragestützten Verfahren erfolgt der Zuschnitt, anschließend kann unmittelbar vernäht bzw. verschweißt werden.

In den kommenden Wochen stellen wir die Arbeitsschritte der Microfactory näher vor.

Ein passendes Video sehen Sie HIER