03.02.26 – Munich Fabric Start — read English version

Stabiler Messeverlauf in München

Für viele Besucher bot die Messe einen klaren Überblick über zentrale Entwicklungen. Rund 1.000 Kollektionen zeigten, wie Farbe, Struktur und neue Materialien den Saisonstart prägen.

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Munich Fabric Start 2026: Rund 1.000 Kollektionen präsentierten Trends für Spring.Summer 27. Farbe, Textur und innovative Materialien dominierten eine Veranstaltung, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil verlief. © Municfabricstart

 

Orientierung in bewegten Zeiten

Im MOC München präsentierten internationale Stoff- und Zutatenhersteller ihre Entwicklungen für Spring.Summer 27. Die Veranstalter meldeten eine stabile Besucherfrequenz, was unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen besonders ins Gewicht fällt. Für viele Labels bot die Messe damit eine verlässliche Plattform, um Farbkonzepte, Materialien und Verarbeitungen zu prüfen.

Farbe und Haptik als Impulsgeber

In den Kollektionen zeigt sich eine deutliche Verschiebung: Farbe gewinnt sichtbar an Bedeutung. Von leuchtendem Blau bis zu neuen Pastellnuancen - die Saison setzt verstärkt auf Akzente, die bewusst nach außen getragen werden. Transparente, fließende Qualitäten und leichte Chiffons erweitern das Spektrum. Zusätzlich rücken Strukturen und haptisch erfahrbare Oberflächen in den Vordergrund. Damit entsteht ein Materialbild, das deutlich mehr Sinnlichkeit transportiert als in den vergangenen Saisons.

Druckbilder und Muster im Fokus

Markisenstreifen, Pinstripes, florale Motive und abstrahierte Animal-Prints markieren die dominierenden Themen bei Drucken. Ergänzt werden sie durch orientalisch anmutende Designs und geometrische Varianten. Für Abendprogramme bleiben helle Drucke und leichte Materialien bedeutend. Farblich zeigt sich eine Entwicklung von Braun zu Toffee, Camel und Kombinationen mit Rosa oder Gelb.

Ein Marktplatz für Entscheidungen

Viele Einkäufer nutzten die Messe, um Musterungen zu finalisieren und Liefertermine abzustimmen. Internationale Marken wie Seidensticker, Hugo Boss oder Digel waren präsent. Für das Sourcing ergaben sich wichtige Hinweise darauf, welche Materialien und Veredelungen zum Start der Saison relevant sein werden. Gleichzeitig blieben Preis und Marge zentrale Parameter - ein Punkt, der von verschiedenen Ausstellern erneut betont wurde.

Regulatorik und Technologie gewinnen an Gewicht

Im Vortragsprogramm standen Themen wie Digital Product Passport, KI, Datenkonsistenz und Circularity im Mittelpunkt. Panels und Round Tables zeigten, wie viel Anpassungsbedarf ab 2026 auf Unternehmen zukommt. Parallel präsentierte das Keyhouse marktreife Lösungen für Transparenz und zirkuläre Prozesse, darunter Systeme zur Fälschungserkennung oder neue Rücknahmekonzepte.

Denim zwischen Struktur und Unperfektion

In der Bluezone lag der Fokus auf nachhaltigen Materialien und neuen Oberflächen. Der diskutierte Trend der "denim imperfection" setzt auf bewusst unperfekte Optiken - ein Gegenpol zur von KI geprägten Hyperpräzision. Hersteller wie Calik Denim stellten Entwicklungen von Stretch-Technologien bis zu wasserfreien Färbeverfahren vor.