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06.09.18 – Fashion Week Berlin 2018 — read English version

Is green the new black?

Anfang Juli war es wieder soweit und Berlin stand im Zeichen der Mode. Unsere Beobachtungen zum Thema Nachhaltigkeit auf der Fashion Week Berlin.

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Das dänische Label Muse Knitwear stach hier durch klare Linien, harmonische Farbstellungen und reduziertes dänisches Design heraus © Muse Knitwear, DK

 
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FairFashionMove © Hess Natur

 
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Vier Hotspots bildeten den Fokus der Messelandschaft vom 3. – 5. Juli 2018

Am Gleisdreieck fanden die Premium und Show&Order statt, Green Showroom und Ethical Fashion waren einmal mehr im Kraftwerk zuhause und die Seek und Bright Messen bereits traditionell in der Arena Berlin. Die Panorama suchte sich erneut das klassische Messegelände aus, und von dort nur einen Katzensprung entfernt fand die Selvedge Run im schönen Palais am Funkturm ihren neuen Austragungsort.

Abgerundet wurde die Woche von den sehr gut besuchten Formaten Fashion Sustain und Fashion Tech, die ebenfalls im Krafwerk angesiedelt waren, sowie von den offiziellen Schauen der Mercedes Benz Fashion Week im E-Werk an der Wilhelmstrasse. Vor großem Publikum fand dort auch zum ersten Mal die Greenshowroom Selected Show statt. Diese von Claudia Hofmann - Stylistin und Mitgründerin des Fashion Council Germany - kuratierte Schau präsentierte stimmig die Highlights aus den Messeformaten Green Showroom und Ethical Fashion Show, sowie von Gästen wie Wunderwerk aus Köln.

Vogue

Traditionell am Tag nach den Messen lud Vogue Chefredakteurin Christiane Arp am Freitag zur Gruppenausstellung des Berliner Salon / Vogue Salon in den Kronprinzenpalais ein, wo Designer wie Odeeh, William Fan, Dorothee Schumacher und ca. 40 weitere deutsche Unternehmen in stilvollem Rahmen präsentiert wurden, um die Relevanz der Mode als Kultur- und Wirtschaftsgut zu unterstreichen.

Neonyt

Besonders präsent war dies natürlich beim Besuch der nachhaltigen Formate Green Showroom und Ethical Fashion Show, die ab der nächsten Veranstaltung im Januar 2019 endlich zu einem Event, der Neonyt verschmelzen werden. Zu sehen gab es Lederalternativen, z.B. vegan aus Äpfeln für Taschen bei nuuwaï, oder echtes Leder, nachhaltig und schadstofffrei gegerbt mit einem aus Olivenblättern hergestellten Gerbstoff. Das noch junge Label Ulsto aus Dresden stellt puristische, schön designte Rucksäcke und Accessoires aus Kork und Filz aus recycelten PET-Flaschen her. Cocccon, ein deutsch-indisches Start-Up produziert zeitlose Kleider aus Peace-Silk. Insgesamt zeigten im Kraftwerk 140 internationale Labels Ihre neue Kollektion.

Upcycling Ausstellungen

Aufgefallen sind auch zwei Upcycling Ausstellungen von Modedesign-Absolventinnen, einmal von Michelle Ruchay von der Modefachschule Sigmaringen, die getragenen Männeranzügen durch raffinierte Schnitte ein neues Leben schenkt sowie durch Ronja Fell von der ESMOD Berlin, die Ihre Ausbildung nun nach dem Aus der ESMOD an der Berliner AMD beenden kann.

 Die Panorama präsentierte mit der zweiten Ausgabe der Xoom by Innatex nachhaltige Mode auf über 2.000 qm in zwei separaten Hallen. Das dänische Label Muse Knitwear stach hier durch klare Linien, harmonische Farbstellungen und reduziertes dänisches Design heraus.

Die Seek Messe integriert nachhaltige Marken in das Hallenkonzept. Nachhaltige Fertigungsverfahren und Materialien, ethisch zu verantwortende Bedingungen - all das sollte normal sein und nicht separat herausgestellt werden. In diesem Sinne wurden sustainable brands lediglich mit grün hinterlegter Schrift im Aussteller-Verzeichnis markiert.

Auch die Premium weist keine separate Zone aus für Labels, die gezielt nachhaltige Mode herstellen, aber immer häufiger ist zu entdecken, dass auch grosse und sehr kommerzielle Marken erkannt haben, dass ihre Kunden genauer hinschauen und bewusster einkaufen. Zu erwähnen sind hier z.B. Aussteller wie Filippa K aus Schweden, die den Anteil nachhaltiger Stoffe deutlich erhöhen oder Selected Femme/Homme aus Dänemark, die lt. Sourcing Managerin Camilla Skjønning Jørgensen auf dem Weg sind, die komplette Marke zu einer nachhaltigen Marke zu machen.

Im Kühlhaus, der Premium angeschlossen, präsentierte die Show&Order erneut eine abwechlungsreiche Mischung aus Bekleidung, Schuhen, Accessoires und Heimtextilien. Unter den Ausstellern auch das Berliner Label ATOrganic, die eine modische Kollektion für Damen und Herren aus zertitfizierter Bio-Baumwolle in Europa konfektionieren lassen.

Fair Fashion Move

Die Sommer-Ausgabe der Berliner Fashion Week boot auch die ideale Plattform für den ersten, vom Vorreiter der Nachhaltigkeits-Entwicklung Hess Natur gemeinsam mit der Messe Frankfurt initiierten Fair Fashion Move. Ziel war es, Aufmerksamkeit für faire und nachhaltige Mode zu wecken. Über 200 junge und moderne Menschen beteiligten sich an diesem Marsch vom Alexanderplatz zum Austragungsort der Ethical Fashion Show und des Green Showroom, um bei der dortigen Abschlusskundgebung mit Entwicklungsminister Müller auch über die Einführung eines neuen Siegels zu diskutieren, das dem Endverbraucher eine klare Orientierung über sozial und ökologisch produzierte Kleidung geben soll.

von Reiner Knochel