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31.08.18 – Sommerinterview: Dr. Gisela Burckhardt

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Sozialaudits-Kontrollen in den globalen Lieferketten der Textilindustrie muss nach Einschätzung von Femnet e.V. grundlegend geändert werden.

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Demonstration am 5. Juli 2018 von Gewerkschaften und Arbeiter_innen für eine Lohnerhöhung in Bangladeschs Bekleidungsfabriken © NGWF

 
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Gisela Burckhardt, geschäftsführender Vorstand von Femnet e.V. stellt sich im Interview unseren Fragen © Stephan Röhl

 

Im Interview erklärt die Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Femnet e.V. Dr. Gisela Burckhardt, warum und klärt uns über die Hintergründe des Einsturzes in Rana-Plaza auf.

textile network: Frau Dr. Burckhardt, Was hat die NKS bzw. OECD mit dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikkomplexes zu tun?

 Dr. Gisela Burckhardt: Femnet hat zusammen mit ECCHR und anderen eine Beschwerde gegen TÜV Rheinland und TÜV India bei der Nationalen Kontaktstelle (NKS) der OECD beim Wirtschaftsministerium eingelegt. Der TÜV hat kurz vor dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes eine der dort angesiedelten Fabriken geprüft und wesentliche Arbeitsrechtsverletzungen nicht entdeckt. Der Auditbericht liegt uns vor und ist übrigens auch in meinem Buch „Todschick“ veröffentlicht. Ich finde es unerhört, dass Prüfer (Auditoren) nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie nicht korrekt prüfen! Es geht mir dabei nicht um die Bausubstanz, die musste der TÜV ja nicht prüfen. Es geht um Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit, Frauendiskriminierung, keine Gewerkschaftsfreiheit, etc. Alles das wurde nach dem Einsturz festgestellt, kommt aber im Auditbericht nicht vor. Das einzige Mittel, um den TÜV anzuprangern, war eine Beschwerde bei der NKS.

Das ausführliche Excklusiv-Interview mit Dr. Gisela Burckhardt lesen Sie in unserer Print-Ausgabe textile-network 9-10 2018 (Erscheinungstermin 30. August 2018)

Femnet e.V.

Femnet e.V. ist eine 2007 gegründete gemeinnützige Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Bonn. Der Verein setzt sich gegen die Ausbeutung von Frauen in der Bekleidungsindustrie des globalen Südens ein, wo ein Großteil der westlichen Kleidung genäht wird. Femnet fordert Unternehmen auf, die Einhaltung von Sozialstandards in der gesamten Lieferkette sicherzustellen und die Politik, verbindliche Regeln für unternehmerisches Handeln zu schaffen. Mit einem Rechtshilfefonds unterstützt die Organisation die Rechte von Frauen im globalen Süden. In Deutschland betreibt Femnet Bildungs- und Beratungsarbeit an Hochschulen und Schulen. Zudem berät die Organisation Städte und Kommunen beim Einkauf fairer Dienstkleidung und informiert über Siegel und fair produzierte Kleidung.

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