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25.08.16 – Fast Fashion — read English version

Was ist unbedenklich tragbar?

„Wie giftfrei produzieren Modemarken?“ Unter dieser Überschrift hat Greenpeace im Juli 2016 eine Bewertung der Modeindustrie veröffentlicht.

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Im Jahr 2015 wurden mehr als 2.100 Produkte vom Markt genommen, meist aufgrund chemischer Risiken. In 17 Prozent waren Textil- und Modeartikel betroffen (Photo: Matej Kastelic/Fotolia)

 

19 führende Marken überprüfte die Umweltorganisation dazu im Rahmen ihrer Detox-Kampagne auf den Einsatz giftiger Chemikalien. Die gute Nachricht: Auch die großen Fast-Fashion-Ketten setzen mittlerweile mehr und mehr auf eine „saubere“ Textilproduktion und verbannen schädliche Chemikalien aus der Herstellung. „Zara, H&M und Benetton beweisen, dass eine schadstofffreie Produktion für Unternehmen jeder Größe möglich ist“, so Manfred Santen, Chemiker und Textilexperte bei Greenpeace.Dass die Qualität und Sicherheit der Produkte immer stärker ins Blickfeld der Hersteller rückt, ist kein Zufall.

Die Unternehmen reagieren damit auf den zunehmenden Druck der Öffentlichkeit. Die Verbraucher achten zwar nach wie vor auf den Preis, gleichzeitig erwarten sie aber qualitativ einwandfreie und gesundheitsverträgliche Ware, die unter sozial und ökologisch vertretbaren Bedingungen produziert wurde. Und sie wollen umfassend über all diese Parameter informiert werden. Das bestätigen unter anderem zwei Studien des Euro Business College (EBC) und des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. 40 Prozent der befragten deutschen Verbraucher sehen laut YouGov-Studie faire Produktionsbedingungen als „sehr wichtig“ an. Rund 90 Prozent der EBC-Umfrage kritisieren Defizite bei Informationen zur Wertschöpfungskette der Produkte.

Qualitätsmanagement – eine permanente Herausforderung

Bei allen Fortschritten in Sachen giftfreier und nachhaltiger Produktion – längst nicht alle Unternehmen sind bereit oder in der Lage, ihre Produktionsprozesse und ihre Lieferketten entsprechend auszurichten. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick in die Rapex-Liste, das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food-Erzeugnisse. Danach wurden im Jahr 2015 mehr als 2.100 Produkte vom Markt genommen, meist aufgrund chemischer Risiken.

In 17 Prozent waren Textil- und Modeartikel betroffen. Und auch bei der aktuellen Greenpeace-Untersuchung gab es nagative Bewertungen – unter anderem für namhafte Sport- und Outdoorartikelhersteller, die perfluorierte Verbindungen einsetzen. Diese Chemikalien dienen dazu, Textilien wasser- und schmutzabweisend auszurüsten und gelten als bedenklich sowohl für die Umwelt als auch für die Gesundheit. In der EU ist bislang nur eine Variante (PFOS) gesetzlich geregelt, zusätzlich gelten in Norwegen Grenzwerte für PFOA.

Umwelt- und Verbraucherverbände haben aber mittlerweile weitere Substanzen im Visier. Frühzeitig auf veränderte Marktanforderungen zu reagieren und sich so im Wettbewerb zu behaupten, stellt eine permanente Herausforderung für die Unternehmen der Textilindustrie dar. Zahlreiche Marken setzen deshalb heute auf die Unterstützung durch externe Spezialisten. Der Hamburger Prüfdienstleister Hermes Hansecontrol etwa hat die aktuellen Schadstoff-Diskussionen genauso im Blick wie die gesetzlichen Vorgaben und entwickelt sein Prüfangebot laufend weiter. So auch im Falle der perfluorierten Verbindungen: Neuerdings können Textilien nicht nur auf diverse perfluorierte Sulfonate, Sulfonsäuren und Sulfonamide getestet werden, sondern auch auf Fluortelomeracrylate (FTA) und Fluortelomeralkohole (FTOH).

Mehr dazu lesen Sie in der Print-Ausgabe textile network 9-10 2016.

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