03.09.20 – Nothing New, Everything New — read English version

Heimtextil präsentiert Trends 2021/2022

Gemeinsam mit dem Heimtextil Trend Council haben die Messeverantwortlichen eine Trendprognose für die kommende Saison erarbeitet.

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Natürliche Fasern und Farben, alte Technologien auf neue Art. © Messe Frankfurt/Andreas Houman

 
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Schwarz, Nearly Black und Schwarz-Braun-Töne schaffen intensive und dennoch ruhige Stimmungen. © Spott für Messe Frankfurt/Andreas Houmann

 
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„Nothing New, Everything New“ – so lautet das übergeordnete Trendthema zur kommenden Heimtextil (12. bis 15. Januar 2021).

  • Die Mitglieder des „Trend Councils“, Anja Bisgaard Gaede von Spott Trends & Business, Anne Marie Commandeur vom Stiljinstituut Amsterdam und Kate Franklin und Caroline Till vom Londoner Studio FranklinTill, teilten ihre Einblicke in die Zukunft der Branche und schufen eine Vision, wie wir uns morgen einrichten.
  • Bei allen Trendmaßnahmen übernimmt in dieser Saison erstmals Spott Trends & Business aus Dänemark die Regie.

„Was gibt es Neues in dieser Saison?“

Eine Frage, die in der Lifestyle-Branche seit Jahr und Tag immer wieder gestellt wird. Neue Trends und die stetigen Veränderungen in unserer Kultur und Gesellschaft sind es, die Lifestyle-Produkte entstehen lassen. Während Textilien und Konsumgüter im Allgemeinen früher rein aus der Notwendigkeit heraus gekauft wurden, veränderte sich der Anspruch an die Produkte im 20. Jahrhundert: Lifestyle-Produkte sollten den Käufern Freude bereiten und mussten nicht mehr ein Leben lang halten. Doch jetzt ist die Zeit reif, noch einen Schritt weiter zu gehen und das Verständnis von „neu“ zu überdenken. Konsumenten und die Branche hinterfragen existierende Systeme und lassen neue Arbeitsweisen entstehen.

Die ersten beiden Jahrzehnte dieses Jahrtausends haben die ein oder andere Herausforderung für Industrie und Handel mit sich gebracht – allen voran die gegenwärtige Corona-Pandemie. Doch Krisen sind immer auch Antreiber von Innovationen. In der Textilbranche erweisen sich insbesondere Digitalisierung und Nachhaltigkeit als die gegenwärtig omnipräsenten Innovationsthemen. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass beide Themen in der Wohntextilbranche noch stärker an Bedeutung gewinnen. Hierzu liefern die Heimtextil Trends 2021/22 einen Überblick über den Status quo der Entwicklungen. Nach der Premiere im Januar 2020 wird es eine zweite Ausgabe der „Future Material Library“ im kommenden Jahr auf der Heimtextil geben. FranklinTill stellt eine Sammlung mit spannenden Materialien aus der ganzen Welt vor. Besucher können die Beschaffenheit und das Potenzial noch unbekannter Materialinnovationen bestaunen. Die „Future Material Library“ lädt dazu ein, sich in experimentelle Ansätze und revolutionäre Denkweisen zu vertiefen.

Die Trends 2021/22

  • „Repurpose“

Während der klassische Designprozess damit beginnt, neue Rohstoffe zu beschaffen, geht es beim Trend „Repurpose“ darum, gebrauchte Materialien für neue Produkte zu nutzen. Von der Kreation bis zur Kuration – „Repurpose“ gibt vorhandenen Textilien einen neuen Zweck und würdigt das, was bereits hergestellt wurde.

  • „Rewild“

Die Menschen haben in der postmodernen Welt den Bezug zur Natur verloren. Das hat auch Auswirkungen darauf, wie Individuen das Ökosystem, in dem sie leben, verstehen und wie sie es nutzen. Der Trend „Re“ thematisiert die Rückkehr zum ursprünglichen, wilden Zustand der Natur. Es geht darum, die Weisheit der Natur zu verstehen und von ihr zu lernen: Natürliche Ressourcen werden wiederentdeckt und in einem modernen Kontext angewendet.

  • „Reinforce“

Hier stehen die Stärkung von Materialien und ein vom Brutalismus geprägtes Design im Vordergrund. Die Stimmung von „Reinforce“ ist einfach und mutig, der Look ehrlich, robust und minimalistisch. Inspiriert ist der Trend von der schlichten Funktionalität und Beständigkeit skandinavischen Designs. Schwere und beständige Materialien stehen im Fokus und schaffen handfeste Textilien für die Ewigkeit.

  • „Revive“

Statt den Fokus auf die Ergebnisse zu legen, ist das Ziel des Trends die emotionale Befriedigung während des Prozesses des Kreierens, Experimentierens und Lernens. Es geht darum, sich wieder mit den menschlichen Fähigkeiten zu verbinden und den „Flow“-Zustand im Kreationsprozess wiederzubeleben und zu würdigen – das Endprodukt ist dabei zweitrangig. Während Reparaturen früher noch als rein handwerkliche Tätigkeit angesehen wurden, ist der Akt des Reparierens heute eine schöpferische Methode – der Experimentierfreudigkeit sind keine Grenzen gesetzt.

Weitere Informationen zu den Heimtextil-Trends 2021/22 finden Sie hier.