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14.01.19 – Heimtex Verband — read English version

Veränderung ist die neue Konstante in der Wirtschaftswelt

Die Heimtextilien-Industrie hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Bei den Polstermöbelstoffen wirkt sich der Trend zu mehr Stofflichkeit positiv aus.

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Die Heimtextilien-Industrie hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Einzig bei den Polstermöbelstoffen wirkt sich der Trend zu mehr Stofflichkeit positiv aus. Martin Auerbach, Hauptgeschäftsführer Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V. © Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie

 

Noch vor wenigen Jahren herrschte Ratlosigkeit hinsichtlich nicht nachvollziehbarer Konjunkturentwicklungen, heute haben sich die Unternehmen darauf eingestellt, dass sie sich auf starke Schwankungen „verlassen dürfen“.

Stoffgarnituren stehen bei den Kunden weiterhin steigend im Fokus und gerade im hochwertigen Bereich profitieren davon die deutschen Hersteller, deren Umsätze gut acht Prozent per Ende Oktober zunahmen. Dekorationsstoffe und Gardinen bewegten sich in der deutschen Industrie bis Ende November noch – leicht rückläufig – seitwärts. Textile Bodenbeläge gaben im Umsatz leider per Ende September gegenüber dem Vorjahreszeitraum rund 12 Prozent nach und stehen nach wie vor im harten Wettbewerb zu alternativen Bodenbelägen. Die Bettwaren gerieten durch den heißen Sommer enorm unter Druck, so dass es trotz der Nachholgeschäfte zu Ende November noch bei einem Umsatzrückgang von 11,3 Prozent blieb.

Einige Entwicklungen lassen sich erklären

In den extrem heißen Wochen hat kaum einer sein Heim neu eingerichtet. Andererseits gibt es viele Baugenehmigungen im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, demgegenüber aber auch einen Fachkräftemangel im Handwerk. Die Baulaufzeiten haben sich enorm verlängert, Ware steht versandfertig aber mangels Lieferung unbezahlt in den Lagern. Die durch den Handelsstreit zwischen den USA und China ausgelöste Verunsicherung führt bei Maschinenherstellern zu erheblichen Auftragsausfällen, was aber wiederum den deutschen Markt wieder interessanter macht.

Wirtschaftsteilnehmer sind deutlich sensibler geworden

Ein Umstand bedingt den anderen und die Wirtschaftsteilnehmer sind deutlich sensibler geworden. In diesem Rahmen scheinen provokative Parolen mittlerweile ein Steuerungsmittel geworden zu sein. Die Welt reagiert darauf und an den Finanzmärkten verstärken sich die Effekte durch den zunehmenden automatisierten Handel. Eine Vorhersage der Entwicklung ist kaum noch möglich. Aber darauf haben sich die Industrieunternehmen, die wesentlich agiler geworden sind, eingestellt. Sie wissen, dass Schwankungen und schnelle Veränderungen ohne Aussicht auf eine Rückkehr zur Normalität geworden sind. Das macht das Wirtschaftsleben zwar nicht einfacher, aber hoffentlich beherrschbar.

von Martin Auerbach, Hauptgeschäftsführer Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V.

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