Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

13.02.19 – Japan — read English version

Baumwollsituation in Japan 2017/18

Die japanische Wirtschaft befindet sich aufgrund von Verbesserungen bei Beschäftigung und Einkommen weiterhin auf dem Weg einer moderaten Erholung. Allerdings bewegt sich der Markt für Baumwollprodukte eher abwärts.

Spinnerei.jpg

© Bremer Baumwollbörse

 

Dies ist vor allem bedingt durch eine sinkende Geburten­rate und eine alternde Gesellschaft, geringeren individuellen Konsum sowie eine abnehmende Bevölkerung. Angesichts dieser allgemeinen Situation der Wirtschaft blieb es auch in der Textilindustrie ruhig: Die sinkende Nachfrage nach Textilien und Bekleidung, resultierend aus einem stagnierendem Pro-Kopf-Verbrauch, setzt sich wie in den vergangenen Jahren fort.

Die japanische Produktion von Baumwollgarnen sank im Jahr 2017 um 3 Prozent auf 33.200 Tonnen, während die Einfuhr von Baumwollprodukten (Garn, Gewebe und konfektionierte Ware) nach Japan um 2 Prozent auf 554.100 Tonnen zurückging. Das Angebot an Baumwollprodukten auf dem Markt betrug demnach 587.300 Tonnen, wovon ein Großteil im Inland konsumiert wurde.

Die gesamte japanische Spinnereikapazität über alle Spinnverfahren hinweg lag im Jahr 2017 insgesamt bei 886.000 Spindeln und damit nur geringfügig unter dem Vorjahr. Die japanischen Spinnereien verlagern ihre Produktionskapazitäten weiterhin in ausländische Joint-Venture Textilfabriken. Daher schrumpft die japanische Baumwollindustrie von Jahr zu Jahr.

Baumwollimporte

Trotz höherer Baumwollpreise stiegen die japanischen Baumwollimporte in der Saison 2017/18 um 6,5 Prozent von 52.166 auf 55.585 Tonnen. Nach einer schwierigen vorherigen Saison mit abnehmendem Verbrauch kehrte nun ein positives Einkaufsverhalten zurück. Der Hauptlieferant waren die USA, gefolgt von Australien, Griechenland und Brasilien. US-amerikanische Baumwollimporte, die vorwiegend zu Garnen mittlerer Feinheiten verarbeitet werden, stiegen um 14 Prozent auf 27.433 Tonnen. Mit 49 Prozent sind die USA damit der größte Baumwolllieferant. Importe griechischer Baumwolle, die zu gröberen Garnen verarbeitet wird, stiegen um 9 Prozent auf 6.749 Tonnen mit steigender Tendenz. Gleiches gilt für brasilianische Baumwolle für grobe Garne, deren Import gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 5.225 Tonnen gestiegen ist. Im Gegensatz dazu sanken die Importe aus Aus­tralien um 11 Prozent auf 11.757 Tonnen. Obwohl diese weniger Kontamination und eine höhere Stapellänge aufweist, führte der eher hohe Preis zu diesem Rückgang. Die USA, Australien, Griechenland und Brasilien stehen für 90 Prozent der gesamten Importe in den letzten Jahren, was vermuten lässt, dass das Oligopol an Stärke gewinnt. In der Saison 2017/18 kamen 92 Prozent der Importe aus diesen vier Ländern.

Baumwollverarbeitung

In den ersten Dekaden nach dem 2. Weltkrieg wuchs der japanische Textilsektor zunächst rapide, bis der Rückgang einsetzte. Auf seinem Höhepunkt machte der japanische Spinnereisektor 6 Prozent der weltweiten Verarbeitung aus. In den letzten Saisons stand er nur noch für weniger als ein halbes Prozent. Der Spinnereiverbrauch hat sich bei etwa 54.430 Tonnen eingependelt, das gilt auch für die Saison 2017/18.

Quelle: The Japan Cotton Traders Association

Auszug aus Bremen Cotton Report Nr. 05/06 – 07. Februar 2018.

Mehr Informationen unter www.baumwollboerse.de

Weitere Artikel zu: