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28.03.19 – Vietnam — read English version

Chinesische Nachfrage treibt Baumvollverarbeitung und Garnexporte an

Vietnams Textil- und Bekleidungssektor wächst stetig und bleibt eine der Top-Exportbranchen des Landes, die einen wichtigen Beitrag zum Bruttoinlandprodukt leistet.

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Dies geht aus einem aktuellen Report des Auslandsdienstes des US-Landwirtschaftsministeriums (FAS) hervor. Der vietnamesische Textil- und Bekleidungsverband schätzt, dass die Exporterlöse im Kalenderjahr 2018 36 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 14 Prozent.

Die zunehmenden Spannungen im Handel zwischen den USA und China eröffneten für Vietnam die Chance, seine Bekleidungsexporte in die USA zu erhöhen. Diese erreichten in den ersten 11 Monaten des Jahres 2018 insgesamt 12,4 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Garnexporte nach China steigen

Bisher hat der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt die vietnamesischen Garnexporte nach China nicht nachteilig beeinflusst. Tatsächlich zeigen Daten des vietnamesischen Zolls, dass die Baumwollgarnexporte nach China im Jahr 2018 um 9 Prozent gegenüber 2017 gestiegen sind und 780.000 Tonnen umfassten. Der FAS geht davon aus, dass die gesamten Garnexporte in 2018 durch einen Anstieg von sieben Prozent 1,45 Millionen Tonnen erreichen. Davon sind etwa 1,05 Millionen Tonnen Baumwollgarne. (HS 5205 und 5206). Mit einem Anteil von 80 Prozent bleiben China, Südkorea und die Türkei die größten Abnehmer vietnamesischer Garne. Der Rückgang in den Exporten in die Türkei wurde durch höhere Exporte nach China und Südkorea mehr als ausgeglichen.

Baumwollimporte um 26 Prozent gestiegen

Aufgrund höherer Exporte von Baumwollgarn nach China und Südkorea korrigiert der FAS die Baumwollimporte in der Saison 17/18 auf 1,5 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorsaison 16/17 ist dies ein Anstieg von 26 Prozent. Angesichts der oben genannten Entwicklungen in der Textil- und Bekleidungsbranche prognostiziert der FAS für die Saison 18/19 Importe in Höhe von 1,66 Millionen Tonnen – ein Anstieg um 10 Prozent gegenüber 17/18. Die fünf größten Baumwolllieferanten Vietnams sind die USA, Indien, Brasilien, Australien und die Elfenbeinküste. Zusammen stehen diese Länder für 70 bis 80 Prozent der gesamten Baumwolllieferungen nach Vietnam.

Steigende Nachfrage fördert Verarbeitung

Die vietnamesische Baumwollverarbeitung setzt ihr Wachstum fort. Ursache ist vor allem die steigende Nachfrage nach Baumwollgarnen aus Exportmärkten, insbesondere China, Südkorea und die Türkei. Das FAS schätzt, dass etwa 80 Prozent der importierten Baumwolle zu Baumwollgarnen für den Export verarbeitet wurden, während der Rest zu verschiedenen Garntypen für den inländischen Verbrauch verarbeitet wurde. Die vietnamesische Baumwollverarbeitung hängt stark von der chinesischen Nachfrage nach Baumwollgarnen ab, während die inländische Baumwollverarbeitung weniger stabil ist. Insgesamt hat die die chinesische Politik, vietnamesische Baumwollgarne gegenüber solchen aus Indien und Pakistan zu bevorzugen, den vietnamesischen Baumwollverbrauch in der Saison 17/18 erhöht. Für die Saison 18/19 erwartet der FAS eine Baumwollverarbeitung in der Höhe von etwa 1,64 Millionen Tonnen. Diese 10-prozentige Steigerung ergibt sich vor allem aus den letzten Entwicklungen im Textil- und Spinnereisektor. Vietnams Baumwollfläche schrumpft weiter auf eine irrelevante Höhe. Der FAS schätzt den inländischen Anteil am Baumwollangebot auf unter 1 Prozent der Gesamtnachfrage.

Quelle: USDA/FAS Gain Report, Februar 2019

Auszug aus dem Bremen Cotton Report Nr. 09/10 – 07. März 2019.

Mehr Informationen unter www.baumwollboerse.de