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22.05.19 – Nachhaltigkeit — read English version

Trends bei Outdoor

Immer mehr Hersteller beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Einige haben bereits auf die SpinDye Technologie umgestellt.

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© Sympatex

 
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100 Prozent Naturmaterialien und innovativ: Schlafsack Biopod DownWool Nature (Füllung: 70 Prozent Daune, 30 Prozent Wolle) von Grüezi bag. Outdoor-Produkt des Jahres bei den ISPO Awards 2019 © Grüezi

 

Hierzu müssen sie sehr früh die Farbauswahl der Kollektionen festlegen, es werden aber gegenüber der Faserfärbung drei Viertel des Wasserverbrauches eingespart, angesichts der täglich von der Textilindustrie verbrauchten 1,6 Mrd. Liter allein in Indien eine beeindruckende Menge. Das Unternehmen Fjällräven war hier bestimmt ein einflussreicher Vorreiter.

Rohstoffe sparen, PET recyceln

SympaTex entwickelte die Sympatex-Membran, die zu 100 Prozent recycelbar und bereits seit über 30 Jahren frei von PFC sowie PTFE ist und seit 2017 komplett klimaneutral. Bei der Herstellung der Sympatex Membran wird 50 Mal weniger CO2 verbraucht als bei einer PTFE-Membran.

Mit der Texapore EcosphereTechnologie lanciert Jack Wolfskin eine Jacke, bei der die Membran, Oberstoff und Futter aus 100 Prozent recycelten Materialen bestehen.

Vaude hat die neueste Version des Kabru Light Jacket mit recycelter und aufbereiteter Daune bestückt. Auch das Außenmaterial besteht aus recyceltem Polyamid.

The North Face stellt das komplett PFC-freie Laminat FutureLight vor, auch hier werden mehrheitlich recycelte Komponenten verwendet.

Da 20 Prozent der globalen Wasserverschmutzungen aus textilen Verarbeitungsprozessen stammen, ist es dringend nötig, den Chemieeinsatz in der Produktion zu minimieren.

Sympatex bietet hierzu schon lange Bionic Finish Eco an, eine umweltfreundliche, fluorcarbonfreie DWR-Ausrüstung. Bei Fjällräven ist G-1000 aus Paraffin und Bienenwachs eine umweltfreundliche Alternative. Jack Wolfskin hat mit der Durable Water Repellency Technologie (Super DWR) eine neue technologische Innovation vorgestellt, bei der das Garn durch eine wasserabweisende Behandlung ummantelt wird und so bei der Herstellung weder Wasser noch Chemikalien verwendet werden müssen.

Auch bei Naturfasern kann man Chemikalien sparen

Die Südwolle Group macht Wolle mit Naturetexx Plasma maschinenwaschbar, ohne Wasser, ohne Chemie, nur mit Luft und Elektrizität. Das Verfahren ist für alle Woll- oder Wollmischgewebe geeignet.

Da Microplastik ein großes Thema geworden ist, werden auch Naturfasern immer beliebter: Wolle natürlich, Baumwolle – auch als Beimischung – oder Seide. Die Firma Cotonea (Gebr. Elmer & Zweifel GmbH & Co. KG) verzichtet zum Teil auf das Färben und setzt naturfarbene Baumwolle von Sally Fox aus den USA ein.

Da alle für die Textilproduktion zur Verfügung stehenden Ressourcen begrenzt sind, haben die Firmen Helly Hansen, Houdini, L.L.Bean, Norrøna und Vaude zusammen nach einem neuen Weg gesucht. PrimaLoft Bio Fasern bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Erst eine spezielle Weiterentwicklung der synthetischen Fasern sorgt dafür, dass diese deutlich schneller biologisch abgebaut werden können. Kommen die Fasern mit Mikroben auf Mülldeponien oder im Ozean dauerhaft in Kontakt, zersetzen die Mikroben die Fasern um ein Vielfaches schneller als herkömmliche Synthetikfasern. Zurück bleiben nur Wasser, Methan, CO2 und Biomasse.

Die Textilindustrie hat sich große Ziele gesetzt und ist auf einem guten Weg. Doch selbst umweltfreundlich produzierte Bekleidung ist erst dann wirklich nachhaltig, wenn diese lange genutzt wird. Mit Second-Life-Initiativen wollen Outdoor-Hersteller wie Vaude, Patagonia oder Peak Performance den Lebenszyklus ihrer Produkte verlängern. Eine schöne Aussicht für die Zukunft!

Silke Steyer