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29.03.18 – Freudenberg Performance Materials — read English version

Wasser – ein Element von unschätzbarem Wert!

Als einer der Pioniere in der Bekleidungsindustrie bereitet Freudenberg Performance Materials im indischen Chennai jeden Tropfen Abwasser wieder auf.

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Als einer der Pioniere in der Bekleidungsindustrie bereitet Freudenberg Performance Materials im indischen Chennai jeden Tropfen Abwasser wieder auf © pixabay

 
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Innovatives und nachhaltiges Projekt zur Wassereinsparung in Indien © Freudenberg Performance Materials Holding SE & Co. KG

 
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Ein wichtiges Signal in Sachen Nachhaltigkeit für die Region, denn Indiens Wirtschaft wächst rasant: Das Land in Südostasien gehört zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt. Geht der Trend weiter, wird es Mitte des Jahrhunderts mit seinem Bruttoinlandsprodukt hinter China und den USA an weltweit dritter Stelle liegen. Und auch die Bevölkerungszahl von derzeit rund 1,2 Milliarden wird sich vervielfachen – im Jahr 2050 könnte es das bevölkerungsreichste Land der Welt sein. Doch Indien hat auch große Herausforderungen zu meistern. Es gilt, Armut zu bekämpfen, Infrastrukturprojekte voranzutreiben und Bildung zu fördern. Und die rasante Industrialisierung und Verstädterung fordern auch in Sachen Umweltpolitik eine Neuausrichtung. Denn Indien ist das Land mit der weltweit drittstärksten CO2-Emission!

Indische Städte leiden

Indische Städte leiden nicht nur unter Luftverschmutzung und Industriemüll. Da Abwässer in der Regel ungeklärt in Flüsse geleitet und anschließend zur Bewässerung der Felder genutzt werden, steigt die Gefahr von Krankheiten. Daher wird auf die Abwasseraufbereitung künftig besonders großes Augenmerk gelegt werden müssen. Die Weltbank bezifferte 2013 in dem Bericht Diagnostic Assessment of Select Environmental Challenges in India die jährlichen Kosten von Umweltzerstörung auf rund 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Dabei hatte sich Indien bereits im Jahr 1972 dem Thema Umweltschutz gewidmet. In Folge der Rede der damaligen Premierministerin Indira Gandhi vor der weltweit ersten UN-Umweltkonferenz in Stockholm kam es zur Verabschiedung eines Wasserschutzgesetzes und zum Aufbau einer entsprechenden Regulierungsbehörde.

„In Indien mangelt es nicht unbedingt an rechtlichen Standards oder an Umweltgesetzen – es mangelt eher aufgrund der schieren Größe des Landes an der Durchsetzungskraft und am gesellschaftlichen Bewusstsein. Wir brauchen mehr Engagement und Initiativen, die die Sensibilität in der Öffentlichkeit immer weiter schärfen.“

Eine solche Initiative wurde kürzlich von Freudenberg Performance Materials (FPM) in Chennai ins Leben gerufen. Wie viele andere indische Industrieunternehmen auch erhält der Standort kein gefiltertes Wasser für seine Produktion von Einlagenstoffen. Daher sind die Mitarbeiter gezwungen, Grundwasser zu fördern und es eigenständig aufzubereiten. Um die monatlich benötigten rund 16 Millionen Liter Wasser zu erhalten, musste bislang die dreifache Menge an Grundwasser gefördert und filtriert werden. Mit der damit einhergehenden großen Menge an Abwasser und den darüber hinaus im Industrieabwasser zurückbleibenden schädlichen Produktionsrückständen, wollte sich das Team nicht zufriedengeben.

Zunächst sammelte das Team aus Wissenschaftlern und Mitarbeitern unterschiedlichste Wasserproben. Nach umfangreichen Labortests entwickelten sie eine neue und effiziente Technologie, den „Advanced Water Filtration Process“, ein mehrstufiges Verfahren aus Vorklärbecken und Reaktor. Hierbei wird zunächst das Grundwasser für die erstmalige Nutzung aufbereitet. Es braucht nun insgesamt fünf Schritte, um aus ungefiltertem Grundwasser eine klare Flüssigkeit zu erhalten:

Das Grundwasser hat eine Temperatur von 25 Grad Celsius und muss für den Produktionsprozess aufgeheizt werden. Nach der Nutzung für die Produktion wird es wieder aufgefangen, gereinigt und anschließend erneut dem Produktionskreislauf zugeführt. Da es bereits die notwendige Betriebstemperatur besitzt, wird für den weiteren Verlauf keine weitere Energie zugeführt, was wiederum Ressourcen schont.

Die beim Produktionsprozess anfallenden Rückstände im Abwasser werden sauber herausgelöst und gesammelt. Hauptabnehmer dieser Feststoffe ist die Zementindustrie, die diese als Brennstoff nutzt.

„Innerhalb eines halben Jahres konnten 500.000 Liter Wasser eingespart werden. Das mag nicht viel klingen, ist jedoch ein wichtiger Anfang.“ so Gunasekaran weiter.

Nachhaltigkeit wird auch in Indien immer stärker zum Impulsgeber und zum Maß für den Wert von Produkten, ist sich Gunasekaran sicher. Sein Team arbeite bereits an weiteren Ideen, den Umweltschutz am Standort weiter voranzutreiben.

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