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12.08.19 – Blick über den Tellerrand: Mikroplastik — read English version

Guppyfriend’s Waschbeutel

Ein Waschbeutel als erste pragmatische Lösung gegen Mikroplastikverschmutzung durch Waschen sorgt für Schlagzeilen, selbst ARD und BBC berichteten.

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Gründer-Duo Alexander Nolte und Oliver Spieß: „Mit unserem Waschbeutel können wir nicht die Welt retten, aber auf überzeugende Weise aufmerksam machen, was pro Waschgang an kleinsten Kunstfaser-Bruchstücken üblicherweise ins Abwasser gelangen würde.“ © Guppyfriend

 
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Dreistufig zur Plastikvermeidung: Sammeln-Entsorgen-Lernen © Guppyfriend

 
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Seit Markteintritt vor drei Jahren macht der Guppyfriend-Waschbeutel, mit dem jeder seinen persönlichen Mikroplastik-Eintrag durch Faserabrieb beim Waschen verringern kann, Schlagzeile. Dennoch ist die Tendenz weiterhin wenig erfreulich:

Pro Kopf produzieren die Deutschen im Jahresverlauf 38 kg Plastikmüll (2017: 37). Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (2015) gelangen pro Jahr weltweit bis zu 30 Mio. t Plastik (bis zu einem Zehntel der Jahresproduktion) in die Meere. Besonders gefährlich für die empfindlichen Ökosysteme sind Zersetzungsprodukte in Form von Mikroplastik, die bei Hunderten von Arten bereits im Nahrungskreislauf nachgewiesen wurden.

Die Zahlen allein für Deutschland alarmieren:

Selbst Duschgels und Peelings (500 t/a) gehören wie ausgewaschener Kunststoff aus Chemiefasern (40-400 t/a) ebenso wie Reifenabrieb (60.000-111.000 t/a) und der Verlust von Rohpellets für die weitere Verarbeitung zu Kunststofferzeugnissen (21.000-210.000 t/a) zu den Verursachern.

Das Guppyfriend-Basisprodukt, das per Crowdfounding 2016 auf den Markt gelangte, will einen Sinneswandel erreichen. Gebündelt und befeuert wird die Anti-Mikroplastik-Welle durch Wissensvermittlung in Form von Erklär-Videos, Waschanleitungen, Mitmach-Aktionen für Schüler sowie durch Aktivitäten in der Natur beispielsweise an den Stop! Stations. Hier wird regionalen Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gezeigt, wie Plastikaustrag an Ufern, Stränden, in Seen und Wäldern in die Umwelt vermieden werden kann.

Wie entsteht Mikroplastik?

Was macht verrottender Kunststoff im Wasser mit Flora und Fauna? Wie kann jeder einzelne entsprechenden Müll vermeiden? Diese Fragen werden von Guppyfriend nicht nur aufgeworfen, sondern auch kreativ mit ureigenen Lernformen beantwortet. „Den Gewinn aus den verkauften Waschbeuteln investieren wir in die Stop! Micro Waste-Aktionen“, sagt Alexander Nolte. Und auch bei weiteren Guppyfriend-Entwicklungen soll es nicht um „Nachhaltigkeits-Marketingeffekte“ gehen, aus seiner Sicht oft nur „Feigenblatt“. Mit einer erneuten Crowdfounding-Kampagne zielen die Berliner schon bald auf eine weitere nachhaltige Lösung.

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