05.03.24 – textil+mode

Rückblick auf das Jahr 2023

Der Konjunkturbericht des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (textil+mode), Berlin, für das Jahr 2023 liegt vor. Der Großteil der Konjunkturdaten deutet auf einen Zick-Zack-Kurs mit anhaltener Stagnation hin.

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Während Textil mit -1,9 % trotz Inflation Umsatzrückgänge verbuchen musste ... © textil+mode

 
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... steigerte der Bekleidungssektor seine Umsätze um + 10,8 %. © textil+mode

 

Einschätzung und Verlauf des Umsatzes gegenüber Produktion

Das Jahr 2023 verlief insgesamt nicht zufriedenstellend. Die einzelnen Segmente entwickelten sich jedoch unterschiedlich. Während die Unternehmen der Bekleidungsindustrie steigende Kennzahlen bei Umsatz (+ 2,7 %), Beschäftigung (- 0,8 %) und im Einzelhandel (+ 3,0 %) verzeichnen konnten, waren die Konjunkturdaten der Textilhersteller meist von Rückgängen geprägt. Nach wie vor leiden die Textilhersteller mehr unter dem Margendruck, der durch immer noch sehr hohe Beschaffungs- und Energiekosten besteht. Hier reichen die nur mäßig steigenden Erzeugerpreise als Ausgleich oft nicht aus. Der Außenhandel leistete ebenfalls keinen positiven Beitrag. Insgesamt sanken die Exporte (- 2,5 %), insbesondere aber die Importe deutlich. Die jüngsten Umfrageergebnisse legen keine baldige Trendwende zum Besseren hin nahe. Im Dezember 2023 liegt der Umsatz in der Bekleidungsbranche bei 466 Mio. Euro und stieg um 12,4 5, während die Textilunternehmen einen Rückgang um 5,7 % auf 713 Mio. Euro verzeichneten. Von Januar bis Dezember 2023 verzeichnete die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie einen leichten Anstieg der Umsätze um 2,7 % auf insgesamt 17,74 Mrd. Euro. Innerhalb dieses Zeitraums sanken die Textilumsätze um 1,9 % auf 10,87 Mrd. Euro, während die Bekleidungsumsätze um 10,8 % auf 6,87 Mrd. Euro stiegen. Der Produktionsindex in der Bekleidungsbranche fiel im Dezember 2023 um 7,6 % auf 68,9 (Index: 2015=100), während er im Textilsektor um 5,8 % auf 65,1 sank. Über den Zeitraum von Januar bis Dezember 2023 gab es einen Rückgang in der Produktion von 7,0 % im Textilsektor und 3,9 % in der Bekleidungsbranche. Insgesamt zeigen die Daten einen gegensätzlichen Trend zwischen Umsatz in der Bekleidungsindustrie und Produktion: Während der Umsatz leicht anstieg, sank die Produktionsleistung. Dies könnte vorsichtig ausgedrückt auf Effizienzsteigerungen oder veränderte Marktbedingungen hinweisen, die zu mehr Umsatz bei gleichzeitiger Reduzierung der Produktionskosten führen.

Kurzfristige Perspektive und Gesamtausblick

Die Konjunkturumfrage des Gesamtverbandes textil+mode zu Anfang des Jahres 2024 zeigt die seit nunmehr zwei Jahren andauernde Verschlechterung des Konjunkturklimas in der Branche. Die Lageeinschätzungen und die Erwartungen sinken in beiden Segmenten, bei Textil jedoch in stärkerem Maß als bei Bekleidung. Der aktuelle Trend scheint sich damit vorerst fortzusetzen. Eine Trendwende, insbesondere bei Textil, ist für die kommenden Monate bisher nicht in Sicht. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres 2023 sukzessive verschlechtert. Insbesondere bei Bekleidung hat sich die sehr positive Stimmungslage über die Monate hinweg deutlich eingetrübt. Auch die Industrie insgesamt sieht sich mit anhaltend pessimistischen Einschätzungen konfrontiert. Die Beurteilungen in der Textilindustrie verlaufen annähernd parallel zu denen in der gesamten deutschen Industrie. Zusammenfassend war das Jahr 2023 insgesamt von Unzufriedenheit geprägt, wobei sich die Segemente der Bekleidungs- und Textilindustrie unterschiedlich entwickelten. Während bei der Bekleidungsbranche ein Anstieg bei Umstatz zu verzeichnen war, kämpften die Textilhersteller weiterhin mit rückläufigen Kennzahlen und einem anhaltenden Margendruck aufgrund hoher Beschaffungs- und Energiekosten. Der Ausblick bleibt vorerst pessimistisch, da weder die aktuellen Umfrageergebnisse noch der Geschäftsklimaindex Anzeichen für eine baldige Trendwende zeigen.

Quelle: textil+mode, konjunktur 02.2024