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17.05.18 – Editorial — read English version

Textil vernetzt!

 

Endlich ist es soweit - die Zukunft unserer Branche hat ihren eigenen Showroom. Interessierte können erleben, wie die Textilwelt in digital aussieht.

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t+m Präsidentin Ingeborg Neumann im Berliner Showroom von Textil vernetzt © Textil vernetzt

 

In Berlin können ab sofort Interessierte in den Räumlichkeiten des Gesamtverbands textil+mode live erleben, wie die Textilwelt in digital aussieht. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt demonstriert dies hier anhand einer vernetzten Stickmaschine und veranschaulicht so die vier Schwerpunkte der Projektpartner, die da lauten Digitalisierung von Prozessen (durchgängiges digitales Engineering), vernetzte Produktion, Arbeit 4.0 (Assistenzsysteme), smarte Sensortechnik.

Kurz zusammengefasst sieht das so aus:

Der Kunde bestellt (z. B. im Onlineshop) ein individuell zu bestickendes Textil und löst durch den Kaufabschluss direkt in der Produktion einen nahezu automatischen oder zumindest diesen unterstützenden Herstellungsprozess aus. Mittels Barcode, der bei Bestellungseingang ausgedruckt und anschließend für jeden nachfolgenden Produktionsschritt gescannt wird, stehen sämtliche notwendigen Informationen, Maschineneinstellungen etc. überall da zur Verfügung, wo sie benötigt werden. Damit liegt die Fehlerquote in der Produktion nahezu bei null. Über ein Tablet erhält der Nutzer Handlungsanweisungen, wie das Textil in den Rahmen eingespannt oder auch Fadenbrüche behoben werden können. Sensoren an der Maschine erheben gleichzeitig Daten in Echtzeit. Wartungsarbeiten können vorausschauend erfolgen und Störungen am Gerät schneller behoben werden.

Mittelstand Digital?

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt ist eines von insgesamt 23 Kompetenzzentren, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Information und Demonstration eingerichtet wurden, um mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung und Vernetzung sowie Anwendung von Industrie 4.0 bundesweit zu unterstützen. Die Nutzung der Angebote ist kostenlos.

Das Ziel?

Aktuelles, praxisrelevantes Wissen zur Digitalisierung, Anwendung von Industrie 4.0 und Vernetzung betrieblicher Prozesse sollen zusammengeführt, weiterentwickelt und in die jeweilige Branchensprache des Mittelstandes übersetzt werden. Für die textile Welt ist dies das „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt“, das vom Gesamtverband der deutschen Textil-und Modeindustrie e. V. geleitet wird. Weitere Partner sind das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen, die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz e. V. (STFI) und die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V. in Stuttgart.

Vier Schaufenster und ein Showroom!

Textil vernetzt besteht aus vier Schaufenstern mit unterschiedlichen Schwerpunkten und dem bereits oben angeführten Showroom in Berlin, der kompakt in Ausschnitten die Bandbreite der Schaufenster darstellt. In allen Anlaufstellen, ob in Berlin, Aachen, Stuttgart, Denkendorf oder Chemnitz werden unterschiedliche digitale Lösungen zur Weiterentwicklung von Produktion und Produkten live erlebbar. Fachvorträge zeigen neue Trends auf, Labtouren informieren über technische Möglichkeiten, Praxisworkshops laden zum Ausprobieren von neuen Lösungen ein. Roadshows und Innovationsworkshops in Unternehmen bieten Orientierung vor Ort, unterstützen bei der Vernetzung sowie bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Zudem wird eine webbasierte Unterstützung in Form von Lernplattformen und Webinaren angeboten.

Die Schwerpunkte

Die DITF in Denkendorf sind Experten für individualisierte Produkte in den Bereichen Bekleidung, Smart Textiles und Leichtbau.

Am ITA in Aachen kann man die Vernetzung einer vollstufigen textilen Prozesskette erleben und erfahren, welcher wirtschaftliche Nutzen sich durch die digitale Transformation ergibt.

Das STFI in Chemnitz demonstriert vertikale Integration, vernetzte Produktionssysteme und Ressourceneffizienz, z. B. durch Selbstoptimierung von komplexen Anlagen.

Die Hahn-Schickard-Gesellschaft in Stuttgart zeigt am Beispiel smarter Sensorsysteme branchenübergreifende Einsatzmöglichkeiten auf.

Der Mensch

Die Digitalisierung leitet eine Umbruchzeit ein. Hierzu Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kürzlich im Interview (vgl. dazu GT vom 23.4. 2018, S. 5): „Ganz vorne steht der Mensch inmitten der Digitalisierung. ... Um danach als Gewinner dazustehen, müssen wir uns jetzt bewegen, wir müssen springen – alle gemeinsam. Von einer Stufe auf die nächste“.

Die Zukunft ist textil! Die Zukunft ist digital! Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden. Bleiben Sie neugierig!