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19.03.18 – ISPO Academy — read English version

Masterclass 2018 in Kooperation mit ISPO Academy

„Sports New Clothes“ lautete das Motto und die Design Challenge der dritten Masterclass von Nora Kühner und Rolf Günther im Rahmen der ISPO Academy.

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Etwas Feedback von den erfahrenen Sportdesignern © Nora Kühner

 
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Gemeinsam auf der Suche nach der besten Lösung © Nora Kühner

 
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„Design im digitalen Kontext denken“

In einem interdisziplinären Workshop entwickelten 28 Studenten von neun weltweit renommierten Schulen aus drei Kontinenten während der ISPO Munich 2018 Bekleidungskonzepte. Die Designerin Cornelia Sievers unterstützte die renommierten Sportfashion-Designer bei ihrem Workshop.

In Gruppenarbeit gestalteten die Studierenden detaillierte Konzepte zur vorgegebenen Aufgabenstellung ‚Sports New Clothes. Modular. Vielseitig. Nachhaltig‘. „Die Themenidee leitet sich von dem Märchen ‚Des Kaisers neue Kleider‘ ab“, sagt Kühner. Die Studierenden sollten nicht ein Kleidungsstück entwickeln, sondern ein „Set von Bekleidungsteilen“, welches anlassbezogen variiert werden kann. „In diesem Punkt geht die dritte Masterclass einen Schritt weiter als die bisherigen Masterclass, wo es um konkrete Kleidungsstücke ging.“

‚Des Kaisers neue Kleider‘

Neben der Design Challenge hatten die Studierenden die Gelegenheit, sich mit Experten von verschiedenen Stoffherstellern und Sport-Brands auszutauschen und zu netzwerken. Großen Anklang fanden zudem die Präsentationen von Bernd Keller, COO von Marc O’Polo und des bekannten englischen Fashion-Designers Christopher Raeburn.

Kühner ist stolz, dass sie Branchengrößen wie Raeburn und Keller für die Masterclass gewinnen konnte. Beide hätten sich sehr über den intensiven Austausch mit den Studierenden gefreut. „Mein Kompliment geht in diesem Jahr auch ganz besonders an die Teilnehmer der Masterclass“, sagt Kühner. „Alle haben wirklich außerordentlich konzentriert und fokussiert gearbeitet. Das sieht man auch an den Konzepten, die entstanden sind.“

Insgesamt wurden sechs Konzepte entwickelt. Darunter beispielsweise die Design-Idee der „Humanized Technology“: Diesem Design-Konzept liegt der Gendanke zugrunde, dass digitale Technologien und Möglichkeiten nicht um ihrer selbst willen existieren dürfen, sondern für den Menschen da sein müssen. Die eingesetzten Technologien – wie 3-D-Schnittsysteme oder Körper-Scans – werden genutzt, um die optimale, individuelle Schnittgestaltung für Körper in Bewegung zu finden. So entstehen maßgeschneiderte Kleidungsstücke durch bessere Resultate in der Schnittgestaltung.

Ein zweites Konzept trägt den Namen „New Kit on the Sport“. Die Studierenden entwickelten hier ein modulares Bekleidungssystem, das sich via App zusammenstellen lässt. Der Kunde hat spezielle Anforderungen (z. B. Reise in den Himalaya) und kann den digitalen Assistenten nutzen, um sich die gewünschte Kleidung in drei bis vier Schritten liefern zu lassen. „Dieses Konzept hat mich besonders begeistert“, sagt Kühner, „die Studenten hatten sehr umfassend an alles gedacht und bereits für die Präsentation eine Website entwickelt.“

Wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft des Sportfashiondesigns

Die vorgestellten Konzepte und der Austausch während der dritten Masterclass lieferten aus Sicht von Kühner wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft des Sportfashiondesigns:

- Produkte müssen im digitalen Kontext gedacht werden. Die junge Generation – das hat sich bei dieser Masterclass gezeigt – ist hier weiter, als wir uns das vorstellen. So hatte jede Masterclass-Gruppe die Digitalisierung implizit mitgedacht – ohne es gesondert zu thematisieren.

- Die jetzige Masterclass-Generation hat einen anderen Zugang zur Produktgestaltung, als etablierte Designer-Generationen. Es wird im digitalen Kontext entwickelt, beispielsweise gehören Apps oder 3-D-Druck für die Studierenden wie selbstverständlich zu ihrem Arbeitsbereich dazu.

- Die Herausforderung für viele Brands: Digitalisierung fängt beim Design und bei der Produktentwicklung an, nicht erst beim Vertrieb oder Marketing. Hierbei kann die junge Generation helfen.

- Auch deshalb lohnt sich der frühzeitige Dialog mit dem Nachwuchs. Junge Designer können schon heute wichtige Impulse liefern, um Produkte am Puls der Zeit zu schaffen.

- Nachhaltigkeit ist für die kommenden Generationen ein Thema, welches wie selbstverständlich bei Produktdesign und -entwicklung eine tragende Rolle spielt.

Folgende neun internationale Schulen waren mit insgesamt 28 Teilnehmern bei der dritten Masterclass dabei:

1. Beijing Institute of Fashion Technology (China)

2. IFA Paris (Frankreich)

3. Kunstuniversität Linz (Österreich)

4. London College of Fashion (UK)

5. Modefachschule Sigmaringen (Deutschland)

6. Shih Chien University (Taiwan)

7. The Swedish School of Textiles / University of Boras (Schweden)

8. University of Lapland (Finnland)

9. University of Oregon (USA)

Genauso wie im vergangenen Jahr soll es einen Follow-up-Workshop zur dritten Masterclass geben. Eines der thematischen Konzepte soll dann in einem mehrtägigen Intensiv-Seminar weiter realisiert werden. Einzelheiten dazu folgen in den nächsten Wochen.