14.11.16 – Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie — read English version

Gute Aussichten für eine heterogene Branche

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine weitere positive Konjunkturentwicklung der Heimtextilien-Industrie stimme, so der Verband.

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"Die Aufschwung-Phase, in der sich die deutsche Wirtschaft seit zwei Jahren befindet, setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ifo Institut rechnet in seiner aktuellen Konjunkturprognose für 2016 mit einem Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent", so das Fazit.Einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum leiste weiterhin die Binnennachfrage. Hoch bleibe aufgrund der günstigen Finanzierungsbedingungen und mangels lukrativer alternativer Geldanlagen auch die Nachfrage nach Bauleistungen. "Grundsätzlich stimmen folglich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine positive Konjunkturentwicklung der deutschen Heimtextilien-Industrie", so der Verband weiter. "Tatsächlich läuft es jedoch konjunkturell nicht in allen Heimtextilen Sparten und Produktbereichen rund. Die Branche ist ausgesprochen heterogen."

Textile Bodenbeläge (Tuftingware)

Im 1. Halbjahr 2016 zeigte sich bei der Tuftingware ein Umsatzrückgang von 12,2 Prozent. Dieses Defizit resultiert vornehmlich aus dem Nachfragerückgang im Inland im unteren und mittleren Preissegment und bildet daher auch nicht den Gesamtbereich textile Bodenbeläge ab. Höherwertige Qualitäten im Tufting-, Web- und Nadelfilzbereich, auch mit Zusatznutzen (z.B. Akustik) und/oder Einsatzgebiet Objektgeschäft entwickeln sich laut Heimtex aktuell dagegen sehr positiv.

Textile Bodenbeläge konkurrieren bereits seit einigen Jahren im Privat- und im Objektbereich intensiv mit den Hartbelägen. Die Antwort deutscher Hersteller textiler Bodenbeläge ist ein breiteres Produktangebot. Das heißt, neben der klassischen Auslegware wächst derzeit das Segment der modularen textilen Bodenbeläge sowie der abgepassten Teppiche.

Das Exportgeschäft ist länderspezifisch, firmenindividuell und produktbezogen zu betrachten. Das Europageschäft ist weitgehend stabil. Das Russlandgeschäft liegt dagegen weiterhin brach, und auch die Dynamik der Märkte in Osteuropa und Asien hat nachgelassen.

Möbelstoffe für den Ausstattungsbereich

Der Produktbereich Möbelstoffe startete zwar eher unbefriedigend ins Jahr. Doch bereits im Februar zog die Nachfrage an; es zeigte sich ein prozentual zweistelliges Umsatzplus. Der positive Nachfragetrend setzte sich im weiteren Jahresverlauf - mit Ausnahme des Monats Mai - fort.

Das 1. Halbjahr endete mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent. Umsatzwachstum wurde sowohl im Inland (2,7 Prozent) als auch im Ausland (1,1 Prozent) generiert. Traditionell hat die Sparte Möbelstoffe mit über 40 Prozent weiterhin den höchsten Exportanteil aller heimtextilen Sparten.

Dekorationsstoffe und Gardinen

Das 1. Halbjahr 2016 endete mit einem Umsatzplus von 7,2 Prozent für die Sparte Dekorationsstoffe/Gardinen. Das Wachstum resultierte aus dem Bereich der uni-/buntgewebten Dekostoffe. Eine deutliche Belebung war auf dem Inlandsmarkt mit einem Umsatzplus von 9,7 Prozent festzustellen.

Dynamik zeigten aber auch die Exportmärkte mit 3,6 Prozent Umsatzwachstum. Die erheblichen Nachfrageeinbußen seitens des russischen Marktes schmerzen die Unternehmen weiterhin. Das Exportengagement fokussiert sich auf die Märkte in Europa und USA sowie den mittleren Osten.

Bettwaren (Füllungen aus Naturhaaren und synthetischen Fasern)

Mit Beginn des Frühlings zog die Nachfrage nach Bettwaren an. Die umsatzstärksten Monate der ersten Jahreshälfte waren Februar, April und Mai. Das 1. Halbjahr brachte den Unternehmen ein Umsatzplus von 1,3 Prozent. Umsatzwachstum generierten die Produktgruppen Steppdecken gefüllt mit synthetischen Fasern sowie Kleinkissen gefüllt mit Naturhaaren. Nackenstützkissen zeigten im 1. Halbjahr unerwartete konjunkturelle Schwächen, wohl resultierend aus der hohen Nachfrage der letzten Jahre und verbunden mit einer leichten Marktsättigung.

Positive Nachfrageimpulse resultierten insgesamt sowohl aus dem Inland (1,1 Prozent) als auch noch geringfügig stärker aus dem Ausland (1,8 Prozent).

Ausblick

Aufgrund der soliden konjunkturellen Rahmenbedingungen und der Tatsache, dass die Herbstmonate im Jahresverlauf zu den nachfragestarken Monaten zählen, rechnet der Verband Heimtex mit einer Fortsetzung bzw. leichten Verstärkung des positiven Nachfragetrends in den Sparten Möbel- und Dekorationsstoffe sowie Bettwaren bis zum Jahresende. Dabei reagiere die Nachfrage nach Bettwaren wettersensibel, so der Verband. Den Bereich textile Bodenbeläge sieht man grundsätzlich ebenfalls positiv, denn die dargestellten Zahlen bildeten nicht alle Produkte ab.

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