13.10.22 – textile network-Team-Test

Reinigungssysteme unter die Lupe genommen

Immer mehr Menschen leiden unter Allergien und müssen zum Teil ihre Wohnräume regelmäßig reinigen. Wir wollten wissen: Hält Testkandidat „Besserwischer“, was er verspricht?

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Der Kobold-Akkusauger von Vorwerk im Redaktionstest. © Vorwerk

 
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Das Innenleben des „Besserwischer“. © Vorwerk

 
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Hochrechnungen gehen davon aus, dass in der EU jeder 25. Verbraucher an Hausstaubmilbenallergie leidet. Gemäß der Hohensteiner Institute ist in Deutschland gar jeder 20. betroffen. Wenn dann Husten bis hin zu asthmatischen Anfällen hinzukommen, wird es bedrohlich. Neben Hausstaub machen aber auch Schimmelpilze, Tierhaare und Pollen der zunehmenden Zahl von Allergikern das Leben schwer.

Der wohl wichtigste Tipp, den Allergiker berücksichtigen sollten, um Milben, Haare und Pollen nachhaltig bekämpfen: Regelmäßig die Wohnung putzen. Besonders in allen Räumen, in denen man sich lange aufhält, sollte regelmäßig gesaugt und feucht gewischt werden. Beides zusammen und jedes für sich ein energie- und zeitaufwendiges Unterfangen, auch ohne allergische Konstellation.

So haben wir uns in der Redaktion einmal daran gegeben, die Versprechungen innovativer Reinigungssysteme unter die Lupe zu nehmen. Wir wollten wissen, was hier wirklich winkt mit Blick auf optimale Reinigungsergebnisse unter allen Aspekten, an Arbeitserleichterung und Effizienz insgesamt.

Testkandidat Kobold „Besserwischer“

Vielversprechend klingt sie ja, die Option, mit einem Zwei-In-Eins-Gerät Staub zu saugen, Allergie-sicher zu entsorgen und obendrein gar in einem Vorgang das Saugen und Wischen zu erledigen.

Aber kann das wirklich funktionieren und führt zum gewünschten Reinigungsergebnis? Kabellos ergo über Akku mit Energie versorgt zu arbeiten, setzen wir mal als state-of-the-art voraus. Mit unserem Experiment unsere ureigene Domaine verlassend, entscheiden wir uns, ein Premium-Paket unter die Lupe zu nehmen, legen uns den Stiftung-Warentest-Sieger schon in 2021, den Kobold Akkustaubsauger (VB100) in Kombination mit dem Saugwischer-Aufsatz (SPB100) aus dem Hause des Wuppertaler Vorwerk-Konzern zu. – Richtig, dem Anbieter auch des legendären Thermomix’, der von jeher und international erfolgreich auf das Geschäftsmodell beraterzentrierter Eigenvertrieb setzt.

Zunächst einmal testen wir den Akkusauger im Solo. Zusammen- und in Gang setzen lassen sich Grundgerät und alle Aufsatzvarianten sehr simpel und intuitiv. Wir konfrontieren den VB100 zunächst mit einem hochflorigen Schurwollteppich kräftig verkrümelt nach Sandwich-Lunch sowie einer Auslegeware Typ Berberoptik auch im Treppenaufgang. Neben dem Komfort, der sich aus dem kabellosen Arbeiten, dem geringen Gewicht der Konfiguration ergibt, überzeugt dieser Kobold durch wendige Manövrierfähigkeit.

Rent-a-cat

Die Allergiethematik speziell gegen Tierhaar nehmen wir mit Hilfe eine Leihkatze unter die Lupe, die sich einen Nachmittag im Raum tummeln darf. Auch ihre haarige Hinterlassenschaft bewältigen die zwei Motoren und drei durch Knopfdruck anzuwählenden Saugstärken des Kobold Akkusaugers mit Bravour. Unsere Gesamtnote für das Saugergebnis textiler Bodenbeläge: Sehr gut ohne Einschränkungen.

Die zur Einmalnutzung konzipierte Filtertüte ist zwar erst halbvoll. Mit ihrer Kunststoffhalterung fällt die Bewertung in punkto Nachhaltigkeit bei Komplett-Entsorgung, wie sie mindestens für Allergiker zwingend erforderlich ist, allerdings suboptimal aus. Neubeschaffungspreis für die vom TÜV Nord mit Blick auf hygienische und rückstandsfreie Beseitigung von Staub (99,9%), sowie für Allergiker-Eignung zertifizierten Beutel: Das 5er-Pack ist zum Preis von 19 Euro im Vorwerk-Online-Shop erhältlich.

Weil wir dem Herstellerversprechen Saugen und Wischen in einem Vorgang nicht wirklich trauen, entscheiden wir uns einen Teil unserer Laminat-, Fliesen- und Steinböden erst einmal gründlich zu staubsaugen, bevor wir den Besserwischer ranlassen. Ein überflüssiges Unterfangen, wie wir dann beim Gegentest der verbleibenden Hartböden feststellen können, die wir dann tatsächlich in einem Rutsch saugen und wischen.

Mikrofaser macht’s möglich

Der Saugwischaufsatz packt es wirklich: Staub und Schmutzpartikel aller Art werden zunächst aufgesaugt und mittels der oszillierenden Bewegungen des aufnahmefähigen Mikrofasertuchs erfolgt in einem Arbeitsschritt das schlierenfreie Wischen. Die Beseitigung auch fieser Flecken und Fußabdrücke stellt eine dreistufige Feuchtigkeitszufuhr sicher (Niedrigststufe 1 definitiv für Parkett). Dabei bewährt sich das mit dem Wischaufsatz dann auch deutlich schwerere (nun bringt unser Kobold 3,3 kg auf die Waage), aber nach wie vor ebenso wendige Gerät beim Saugwischen ohne Beanstandung.

Dabei empfiehlt sich die Arbeitsweise im Rückwärtsgang, ergo das Hinter-sich-herziehen des „Besserwischers“. Beim Schieben nach vorne weg spaziert man ansonsten durch die Feuchtestraßen und gefährdet das einwandfreie Putzergebnis. Ebenfalls beeindruckend der geringe Wasserverbrauch aufgrund der Zuführungs- und Mikrofasertechnologie.

Solide Effizienz

– auch beim Reinigungsmittel KoboldClean: Das 500 ml-Fläschchen zu 9 Euro reicht für 55 gründliche Komplettreinigungen der diversen Hartböden-Typen in unseren Räumen (154 qm).

Für das Wiederaufladen der nach 1,5 Stunden Grundreinigung im Wechselbetrieb von minimaler, mittlerer und maximaler Leistung nun vollständig entleerten Lithium-Ionen-Batterien braucht es 3 Stunden. (Ein Wechsel-Akku ist zum Preis von 99 Euro erhältlich.)

Uns überzeugt die Kombination aus Akku-Staubsauger und -Wischer, vor allem auch mit Blick auf erhebliche Zeitersparnis und humanenergetisch: Anstrengendes und zudem Rücken-schädigendes Bücken und Aufrichten, Wischmopp auswaschen und wringen, Wassereimer schleppen – all das bleibt den Anwendern mit zeitgemäßer Reinigung erspart – im Fall von Vorwerk und dem Besserwischer zum Premium-Preis von rund 900 Euro (ohne Zusatzausstattungen).

Unser Gesamturteil

Nach insgesamt 20 Einsatzstunden in Büro und Privaträumen mit unterschiedlichen Verschmutzungsgraden auf unterschiedlichen Böden auch in Küchen und Bädern: Das Wuppertaler Traditionsunternehmen mit 130 Jahren Erfahrung bei Ingenieurleistung und Sicherung von Produktqualität (vielfach im Bereich Haushalt) wird seiner weltweiten Markenreputation einmal mehr gerecht.