15.05.20 – Glasfasern: Additive Fertigung von Bushings — read English version

Cooksongold (AM) kündigt Revolution der Glasfaser-Industrie an

Cocksongold (AM) ist es gelungen, im industriellen Maßstab mit Edelmetallen zu drucken und diese Fertigungstechnik kommerziell nutzbar zu machen.

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Mosaik der Award Gewinner: Für die weltweite Umsetzung der neuen Technologie wurden Cooksongold AM, ITA, EOS und AMPS am 13. Mai mit dem „JEC Magazine Special Prize“ ausgezeichnet, um so das wahre Potenzial für AM innerhalb der Glasfaserindustrie aufzuzeigen. Die Preisverleihung fand aufgrund der globalen Gesundheitskrise zum ersten Mal online statt. © JEC Group

 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen (ITA) und der EOS GmbH (EOS) hat Cooksongold AM einen Düsenboden in Industriegröße aus einer Platin-/Rhodium-Legierung hergestellt, der die ersten Produktionsversuche bei Johns Manville in der Slowakei erfolgreich bestanden hat. Der 3D Druck wird auch als Additive Manufacturing bezeichnet.

Aus Edelmetall sogenannte Bushings (Ziehdüsen) mittels 3D-Druck zur Glasfaserproduktion

Für die weltweite Umsetzung dieser Technologie wurden Cooksongold AM, ITA, EOS und AMPS am 13. Mai mit dem „JEC Magazine Special Prize“ ausgezeichnet, um so das wahre Potenzial für AM innerhalb der Glasfaserindustrie aufzuzeigen. Die Preisverleihung fand aufgrund der globalen Gesundheitskrise zum ersten Mal online statt.

Leistungsstarker Technologie-Enabler

Cooksongold Additive Manufacturing (AM) arbeitet seit mehreren Jahren mit EOS zusammen, um die Maschinen M 080 und M 100 AM zu industrialisieren. Damit die beiden Maschinen mit Edelmetallen dreidimensional drucken können, hat Cooksongold AM eine breite Palette von Parametern für die Verwendung von Edelmetallen in der EOS AM-Technologie entwickelt.

Jetzt ist es erstmalig möglich, im industriellen Maßstab mit Edelmetallen zu drucken und diese Fertigungstechnik durch innovative AM-Strategien kommerziell nutzbar zu machen. Diese Fähigkeit erweist sich als leistungsstarker Technologie-Enabler, und dadurch gelingt nun gemeinsam mit der am ITA durchgeführten Forschung und dem Fertigungs-Know-how von Sempsa JP ein revolutionärer Schritt in der additiven Fertigungstechnologie für die industrielle Produktion von Edelmetallanwendungen weltweit. Das ITA ist dabei ein wichtiger Partner in der Übertragung der Expertise auf den Bereich der additiven Fertigung in der Glasfaserindustrie.

Um diese Revolution auf den Weg zu bringen, wurde die Advanced Manufacturing Process Solutions (AMPS) GmbH gegründet.

AMPS fungiert als Technologie-Schaufenster für die gesamte neue Fertigungsprozesskette und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Prototyping an. Glasfaserunternehmen aus der ganzen Welt haben sich AMPS angeschlossen, und das Unternehmen wurde so strukturiert, dass es den individuellen Bedürfnissen jedes Teilnehmers gerecht wird.

AMPS bietet dabei eine offene Innovationsplattform für verschiedene Industriepartner, um die Entwicklungskosten zur Implementierung der neuen AM-Technologie zu teilen. Zudem werden vertrauliche, kundenspezifische Entwicklungsprojekte durch das Netzwerk ermöglicht. Diese neue Art der Zusammenarbeit weist den Weg zu Innovationen, die die Glasfaserproduktion im nächsten Jahrzehnt vorantreiben werden.

Martin Bach, Geschäftsführer von Cooksongold:

„Ich bin unglaublich stolz darauf, den Sonderpreis des JEC-Magazins erhalten zu haben, aber noch stolzer auf mein Team, dem es gelungen ist, die globale Zusammenarbeit so zu gestalten, dass es in der Lage ist, revolutionäre Material- und Design-Innovationen und Effizienzsteigerungen in der Produktion zu liefern, von denen man noch vor wenigen Jahren nur träumen konnte.“

Professor Thomas Gries, Direktor des ITA:

„Wir freuen uns sehr über diese prestigeträchtige Auszeichnung für unsere Arbeit im Bereich der additiven Fertigung von Bushings. Wir sind wirklich davon überzeugt, dass die Entwicklungen ein Schlüsselfaktor für zukünftige Innovationen im Bereich der Glasfaserherstellung sein werden, und ich bin stolz darauf, dass mein Forscherteam und unsere Mitarbeiter dies ermöglicht haben. Als Institut, das Prozesse, Anlagen und Maschinen entwickelt, geht das ITA über die Entwicklung von Faser- und Textilprodukten hinaus. Die digitale Herstellung der Bushings erlaubt es uns, die bestehenden Grenzen der Prozessinnovation zu übertreffen, und ermöglicht eine noch nie dagewesene Produktions- und Produktinnovation.”

Thomas Weitlaner, Direktor von Additive Minds & Business Development von EOS:

„Bei EOS arbeiten wir täglich daran, den industriellen 3D-Druck zu einem nachhaltigen, etablierten Herstellungsprozess zu machen. Der 3D-Druck von Bushings ist ein weiteres großartiges Beispiel dafür, wie die additive Fertigung der Glasfaserindustrie echten Geschäftswert und Innovation bringen kann. Darüber hinaus sehen wir viele weitere vielversprechende Anwendungen, die die Effizienz des Glasfaserproduktionsprozesses weiter steigern können. Die Kombination solcher innovativen Anwendungen und die Einrichtung von Additive Manufacturing in der Digitalen Fabrik wird zu einem enormen Innovationspotenzial führen. Ich bin sehr stolz auf die bisherige gemeinsame Teamarbeit, die durch den prestigeträchtigen JEC-Preis bestätigt wird, und freue mich auf die Ergebnisse des Konsortiumsprojekts.”

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