16.11.20 – Lichterlebnisse leicht wie Papier — read English version

DITF: Leuchtendes Garn aus dem Rohstoff Papier

Das Forschungsprojekt „Papierlicht“ entwickelt nachhaltige Produkte mit ansprechendem Design, die kostengünstig hergestellt werden können.

Papierleuchten-.jpg

Demonstratorleuchte „Thirty One“ © DITF

 
Five-Systems.jpg

Demonstrationsleuchte „Five Systems“ © DITF

 
Alle Bilder anzeigen

Wohlfühlatmosphäre mit Leuchten aus Papiergarn – ökologisch und nachhaltig

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben den natürlichen Werkstoff Papier in Form von Papiergarnen verarbeitet und daraus formschöne Leuchten entwickelt. Die Leuchten sind voll recycelfähig.

  • Papier ist ein nachwachsender Rohstoff, ist nahezu überall verfügbar und kann recycelt werden.
  • Der Klimaschutz und die Umweltbelastung durch Mikroplastik erfordern neue Ideen, wie nachwachsende Ressourcen sinnvoll genutzt werden können.

Strukturspultechnologie schafft neue Ideen

Die Forscher an den DITF haben Papiergarn mit Hilfe der Strukturspultechnologie zu sehr leichten Strukturkörpern verarbeitet. Der Herstellungsprozess ist so flexibel, dass viele verschiedene Formen möglich sind und das Licht je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich gelenkt werden kann. Die entsprechenden lichttechnischen Kennwerte wurden an den DITF ermittelt.

  • Aus den Papiergarnen werden mit einer neuartigen Methode dreidimensionale Körper gefertigt.
  • Die Garne werden mit einem Klebstoff fixiert, der ebenfalls aus nachwachsenden und abbaubaren Rohstoffen besteht.
  • Auf die sonst übliche tragende Grundstruktur aus Metall kann verzichtet werden.

Gleich mehrere Vorteile für die Umwelt

Durch den Wegfall von Draht entsteht bei der Herstellung weniger Kohlenstoffdioxid. Bei der von den DITF entwickelten Leuchte Thirty-One werden dadurch mehr als zwei Kilogramm CO2-Äquivalente eingespart – pro Stück! Ohne Metallstruktur wiegen die Papierlampen auch deutlich weniger und können leichter transportiert werden. Nach der Nutzung können die Leuchten in das Kreislaufsystem eingebracht werden. Das Forschungsteam hat drei Demonstratorleuchten aufgebaut die zeigen, was für Möglichkeiten unterschiedliche Garnstärken, Farben und die verschieden gespulten Strukturen eröffnen. Darüber hinaus zeigen die ermittelten mechanischen Kennwerte heute schon ein großes Potential für die Nutzung in anderen Anwendungsfeldern wie beispielsweise Konstruktionsbauteile. Hierfür stehen an den DITF viele Funktionsmuster zur Verfügung.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.

Das Forschungsprojekt „Entwicklung von rezyklierbaren Leuchten aus Papier-Verbundwerkstoffen“ mit dem Kurztitel „Papierlicht“ wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.