09.04.26 – Techtextil 2026 — read English version
Gebrüder Otto beweist Vielseitigkeit
Textile Weiterverarbeiter finden im Unternehmen Gebrüder Otto mittlerweile auch einen kompetenten Entwicklungspartner für technische Speziallösungen.
In der Herstellung von technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden, hat die Dietenheimer Spinnerei mittlerweile ein Jahrzehnt Erfahrung. Neu ist ein Hygienebereich, in dem derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneprodukte hergestellt werden. In dieser Abteilung könnten in Zukunft auch textile Produkte für den Lebensmittelbereich entstehen.
Laufende Entwicklungen
Jüngst abgeschlossen hat Gebr. Otto die Entwicklung von „Eco Yarn“, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Recycling-Atelier Augsburg des Instituts für Textiltechnik Augsburg (ITA) sowie der Technischen Hochschule Augsburg und den Industriepartnern Schwob und Weseta. Dem Projekt-Team ist es gelungen, ausgediente Mietwäsche in seine Fasern zu zerlegen, diese wiederaufzubereiten und in einer Mischung mit 70 Prozent Virgin-Baumwolle zu einem neuen Garn zu verspinnen. Derzeit „in Arbeit“ ist unter anderem das Projekt Innocell mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF).
Baumwolle bleibt das Flaggschiff
Neben innovativen technischen Ansätzen bleibt Baumwolle der Dreh- und Angelpunkt bei Gebr. Otto. Seit dem letzten Frühjahr hat die Spinnerei Baumwollgarne mit der Auszeichnung EUCOTTON im Programm. Die Fasern stammen aus Griechenland und Spanien und stehen für kurze, transparente Lieferketten innerhalb Europas.
Ein weiteres Beispiel für das Engagement in regionalen Wertschöpfungsketten ist das Projekt „Lokalstoffmacher“. Dazu Geschäftsführer Andreas Merkel: „Oft wird angenommen, dass regionale Produkte automatisch teurer sind. Wenn man jedoch Transport, Zölle, Steuern und die höhere Planungssicherheit einbezieht, relativiert sich der Preisunterschied häufig deutlich.“ Die Projektpartner Edelweiss Jersey, die Textilveredlung Keller und Gebr. Otto können sich vorstellen, die Zusammenarbeit auf Garne jenseits der Baumwolle zu erweitern.
Kombination mit Hanf
Gebr. Otto arbeitet zudem an einem Garn aus Bio-Baumwolle und nativem, in Deutschland angebautem Hanf. Der regional gewonnene Winterhanf wird von einem Projektpartner aufgeschlossen und anschließend mit Baumwolle oder TENCEL versponnen. Hanf benötigt im Anbau deutlich weniger Wasser als Baumwolle und gilt daher als besonders ressourcenschonend. Durch ein spezielles Aufschlussverfahren lassen sich die Fasern so aufbereiten, dass sie gemeinsam mit Baumwolle verarbeitet werden können.
Techtextil: Gemeinschaftsstand des BW-i, Stand D81, Halle 12.1.




