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22.08.18 – Afrika — read English version

Mit Fairtrade afrikanische Baumwollbauern stärken

„Bei Fairtrade geht es darum, dass Kleinbauern von der harten Arbeit, die sie leisten, auch leben können“, so erklärt Baumwollbauer Titambé Diallo aus dem Senegal den Fairtrade-Ansatz aus seiner persönlichen Erfahrung.

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Während die verkauften Volumina von Fairtrade-Baumwolle aus Indien ansteigen, ist die Nachfrage nach afrikanischer Fairtrade-Baumwolle gesunken. Fairtrade versucht aktiv dies zu ändern © Fairtrade/Sean Hawkey

 

Eigentlich sollte es eine Grundvoraussetzung für jede Arbeit sein, von dem Einkommen auch leben zu können. Der Baumwollanbau in Afrika ist jedoch ein hartes Geschäft.

Durch subventionierte Baumwolle aus den USA oder China werden die Preise für afrikanische Baumwolle so niedrig gehalten, dass allein die Anbaukosten selten gedeckt werden können. Spekulationen mit dem Rohstoff an der Börse sorgen zusätzlich für starke Preisschwankungen. In den Anbaugebieten selbst haben afrikanische Kleinbauern oft mit Schädlingsbefall, hohen Kosten für Düngemittel, ausgelaugten Böden durch umweltschädlichen Pestizideinsatz und Folgen des Klimawandels durch Austrocknung zu kämpfen. Auch sind die bewirtschafteten Flächen oft sehr klein (weniger als 1 Hektar). Kein einfaches Umfeld, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Fairtrade und weitere Nachhaltigkeitsinitiativen setzen sich gezielt für die Förderung ökologisch und fair produzierter Baumwolle in Afrika und Südostasien ein. Im Jahr 2005 hat Fairtrade International den Fairtrade-Baumwollstandard eingeführt, um auch kleinen Baumwollproduzenten mit ihren Ernteerträgen Zugang zum Welthandel mit Baumwolle zu gewähren.

Umfassender Lösungsansatz

Fairtrade bietet einen umfassenden Lösungsansatz für afrikanische Baumwollbauern, um den Herausforderungen auf dem Weltmarkt zu begegnen. Jedoch funktioniert der Ansatz nur, wenn die fair angebaute Baumwolle auch unter Fairtrade-Bedingungen abgesetzt werden kann. Erst dann entfalten die positiven Aspekte des fairen Handels ihre Wirkung.

Während die verkauften Volumina von Fairtrade-Baumwolle aus Indien ansteigen, ist die Nachfrage nach afrikanischer Fairtrade-Baumwolle gesunken. Das berichten auch die Fairtrade-Baumwollbauern aus dem Senegal: „Wir haben Rückschläge erlitten: In einigen Erntesaisons haben wir keine Fairtrade-Prämie bekommen, weil wir unsere Fairtrade-Baumwolle einfach nicht absetzen konnten. Dann mussten wir sie unter normalen Bedingungen verkaufen.”

Die Anzahl zertifizierter Baumwoll-Kooperativen in Afrika ist in den letzten Jahren zurückgegangen: Waren 2013 noch zehn kleinbäuerliche Produzentenorganisation aus Benin, Burkina Faso, Mali und Senegal Fairtrade-zertifiziert, sind es heute nur noch fünf Organisationen in Burkina Faso, Senegal und Uganda. Viele der Kooperativen konnten sich den nachhaltigen Anbau nur in Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Organisationen und über Förderprojekte leisten. Die fehlende Nachfrage nach afrikanischer Fairtrade-Baumwolle macht es Produzentenorganisationen schwer, die Fairtrade-Zertifizierung aufrecht zu erhalten.

Wie Fairtrade durch aktive Lobbyarbeit und Netzwerke für afrikanische Baumwollbauern dem entgegenwirkt, beschreibt unsere Autorin Juliane Roux, PR-Referentin Schwerpunkt Baumwolle/Textilien, TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) ausführlich in unserer Print-Ausgabe textile network 9-10 2018 mit Erscheinungstermin 30. August 2018.