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12.02.19 – Karl Mayer — read English version

Mit etablierter Wirktechnik zu hochinnovativen E-Textilien

Die elektrische Leitfähigkeit von Gewirken ist Gegenstand intensiver Entwicklungsarbeiten im Hause Karl Mayer.

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Bei den Vorhaben mit der Überschrift „textile-circuit“ von Karl Mayer werden Multibar-Raschelmaschinen mit und ohne Jacquard genutzt, um konduktive Garne direkt bei der Flächenbildung in die Ware einzuarbeiten. Im Bild: Wirkware mit eingearbeitetem leitfähigen Garn © Karl Mayer

 

Textilien heizen, kühlen und leuchten, messen die Herzfrequenz ebenso wie Bodenerosionen am Hang und werden sogar als Weltraumreflektoren ins All geschossen, wenn sie elektrisch leitfähig sind. Bei den Vorhaben mit der Überschrift „textile-circuit“ von Karl Mayer werden Multibar-Raschelmaschinen mit und ohne Jacquard genutzt, um konduktive Garne direkt bei der Flächenbildung in die Ware einzuarbeiten.

Erste Ergebnisse

Was hierbei machbar ist, zeigen erste Ergebnisse – u. a. eine textile Fernbedienung. Das originelle Steuerungstool und sein Herstellungsprinzip wurden im November 2018 zur IDTechEx Show in Santa Clara und zur Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Conference erfolgreich vorgestellt.

Elektrisch leitfähig per Musterung

Mit Multibar-Raschelmaschinen lassen sich elektrisch leitfähige Strukturen mit nahezu beliebiger Gestaltung umsetzen. Möglich macht dies die Multibar-Musterung mit dem innovativen Stringbarrensystem von Karl Mayer, mit der Fadenmaterial individuell und bedarfsgerecht auf einen Warengrund platziert werden kann – ganz im Sinne von Tailored Fiber Placement. Auch der Fond ist vielfältig gestaltbar, je nach Maschinentyp sind sogar Jacquardmusterungen umsetzbar. Neben Designfreiheit bietet die Wirkerei höchste Effizienz bei der Fertigung elektrisch leitfähiger Textilien. Zudem bleiben typische textile Performanceeigenschaften wie Weichheit, Flexibilität, Elastizität und Atmungsaktivität vollständig erhalten.

Fertigung ohne Probleme

Funktioneller Kern der innovativen E-Gewirke sind Filamente mit Metallanteil wie Elitex. „Versilberte Polyamide lassen sich sehr gut auf den Multibar-Raschelmaschinen verarbeiten“, so die Erfahrung von Sophia Krinner, textile Produktentwicklerin bei Karl Mayer. In den nächsten Schritten werde sie den Prozess auf der Maschine für eine massentaugliche Produktion optimieren. Die Textilingenieurin beschäftigte sich bereits in ihrer Masterarbeit mit der Verarbeitung funktioneller Fadenmaterialien. Neben Elitex hat sie auch bei der wirktechnischen Verarbeitung anderer dünner isolierter Metallfilamente und metallisierter Garne, beispielsweise Shieldex und Agsis, gute Ergebnisse erzielt. Natürlich müssen die Flexibilität und Durchmesser der leitfähigen Garne generell auf die Maschinenfeinheit und die Charakteristik der Grundware abgestimmt sein.