Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

22.12.17 – Groz-Beckert — read English version

Die Erfolgsgeschichte des getufteten Teppichbodens

 Wissen Sie wie alt die Tuftingtechnologie tatsächlich schon ist und woher sie ursprünglich herkommt?

Teppich-Baby.jpg

Dank der Wärme, die ein Teppichboden im Vergleich zu Hartböden ausstrahlt, seiner schalldämmenden Wirkung und dem verbesserten Raumklima erfreuten sich getuftete Bodenbeläge schnell großer Beliebtheit © Groz-Beckert

 
Catherine-Evans-Whitener.jpg

1895 gab die Arbeit von Catherine Evans in Dalton, Georgia, den Anstoß zur maschinellen Unterstützung der mühevollen Handarbeit © Groz-Beckert

 
Alle Bilder anzeigen

Das älteste erhaltene Textil mit einem getufteten oder florähnlichen Aussehen wird bereits auf das 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus datiert und einem ägyptisch-römischen Ursprung zugeschrieben. Tuftähnliche Produkte sind aber auch von südamerikanischen Indianern bekannt.

 Tufting

 Der Begriff Tufting kommt aus dem Englischen, bedeutet so viel wie „mit Büscheln verzieren“ und bezeichnet eine Technik zur Herstellung dreidimensionaler textiler Flächen. Den Ursprung findet das Verfahren in einer alten europäischen Handwerkskunst, dem Sticken von Teppichen. Auswanderer hatten diese Technik von Europa nach Pennsylvania, USA, eingeführt.

1895 gab die Arbeit von Catherine Evans in Dalton, Georgia, den Anstoß zur maschinellen Unterstützung der mühevollen Handarbeit: Beim Versuch, ein altes Familienerbstück nachzuahmen, nähte sie mit Hilfe eines dicken Fadens ein Muster in ein Baumwolltuch und durchschnitt die aus dem Gewebe herausstehenden Fadenschlingen, sodass die durchtrennten Garnbüschel eine samtartige Oberfläche bildeten. Die Decken, die sie fertigte, erfreuten sich bald einer solchen Beliebtheit, dass die Produktionsanfragen ihre Möglichkeiten überstiegen und eine Massenproduktion erforderlich wurde.

 Um 1920 begann dann der maschinelle Durchbruch

Nähmaschinen-ähnliche Gebilde mit bis zu 12 Nadeln in einer Reihe – heute Tabletuftmaschinen – unterstützten die Tuftingarbeit in den Folgejahren. Bereits kurze Zeit später gingen verschiedene Patente für Tuftingmaschinen ein; die erste brauchbare Tuftingmaschine wurde jedoch erst 1940 mit einer Breite von 50 Inch (1,27 Metern) präsentiert. Diese Maschinenbreite machte die Herstellung von kostengünstigen Bettumrandungen oder Badezimmervorlagen möglich. Die industrielle Fertigung von getufteten Teppichböden wird in Europa auf das Jahr 1955 datiert.

Dank der Wärme, die ein Teppichboden im Vergleich zu Hartböden ausstrahlt, seiner schalldämmenden Wirkung und dem verbesserten Raumklima erfreuten sich getuftete Bodenbeläge schnell großer Beliebtheit. Hinzu kam, dass man auf einem Teppichboden nicht so schnell ins Rutschen kommen konnte und die häusliche Verletzungsgefahr abnahm. Heute kann man darüber hinaus nachweisen, dass Teppichböden den Feinstaubanteil in der Raumluft gegenüber Hartböden um ca. 50% senken.

 Die Konstruktion breiterer Maschinen und die Entwicklung synthetischer Garne steigerten den Markterfolg des Teppichbodens in solch einem Maße, dass heute der größte Teil der Teppichproduktion nach dem Tuftingverfahren hergestellt wird. Dabei fordert die Produktion von bis zu 5 Meter breiten Teppichen hochwertige Werkzeuge – die sogenannten Gauge Parts. Diese bestehen je nach Anwendung aus Greifer/Looper, Tuftingnadel, Tuftingmesser und Rietfinger.

Gauge Parts

Das Unternehmen Groz-Beckert bietet als führender Hersteller von Gauge Parts das komplette Sortiment – von Einzelmodulen bis zum perfekt integrierten Gesamtsystem. Tufting Gauge Parts von Groz-Beckert leisten dabei ganze Arbeit: Sie schaffen den Boden für getuftete Flächentextilien – ob als Teppich oder Badematte, Kunstrasen für den Sportstättenbau oder die Landschaftsgestaltung, aber auch als hochwertige textile Verkleidungen im Auto. Tuftingmaschinen mit bis zu fünf Metern Breite und maximal 2.500 Nadeln, Greifern, Rietfingern und Messern produzieren bei Drehzahlen von bis zu 1.500 rpm hochwertige textile Flächen. Möglich macht dies jedoch letztlich erst die perfekte Abstimmung und hohe Leistungsfähigkeit der Tufting Gauge Parts.

Hätten Sie es gewusst?

Bei der Herstellung eines handelsüblichen Veloursteppichbodens wird das Trägermaterial innerhalb einer Stunde von 120 Millionen Nadelstichen durchdrungen. Dabei sind mehr als 6.000 Werkzeuge gleichzeitig im Einsatz. Damit agieren Tuftingwerkzeuge mit 1.000 Bewegungen pro Minute in der Maschine - Anforderungen, die ein optimales Endergebnis an jedes Groz-Beckert Tuftingprodukt stellen.

Besuchen Sie Groz-Beckert auf der Domotex 2018

12. bis 15. Januar 2018, Hannover

Halle 11, Stand E63