15.04.26 – Orta und Archroma — read English version

Denimfärbung aus Wollabfällen

Orta setzt erstmals auf Farbstoffe aus mindestens 50 Prozent Wollabfällen. Die neue Kollektion nutzt drei Farbtöne, die Archroma im Rahmen seiner fibercolors-Technologie entwickelt hat.

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Denimfärbung mit Archromas fibercolors: Orta verarbeitet erstmals Farbstoffe aus mindestens 50 Prozent Wollabfällen zu marktreifen Denim-Tönen. © Archroma

 

Färbetechnologie mit zirkulärem Ansatz

Orta integriert in eine neue Denimkollektion Farbstoffe, die Archroma aus vorgebrauchten Wollabfällen gewinnt. Die Rohstoffbasis besteht aus Schaffellen, die für die Landwirtschaft keinen Nutzen haben und üblicherweise entsorgt werden müssten. In der Herstellung ersetzen die Farbstoffe fossile Ausgangsmaterialien, ohne zusätzliche Wasser- oder Energiebelastung im Produktionsprozess des Farbstoffs zu verursachen. Für Hersteller ist relevant, dass die Leistungsdaten laut Archroma denen konventioneller Schwefelfarbstoffe entsprechen und die Produkte GOTS-konform sind.

Produktionsreife durch Praxistest

Die Einführung folgt auf einen Produktionsversuch, den Orta Ende 2025 durchgeführt hat. Nach diesen Tests entschied sich das Unternehmen für drei Farbtöne aus dem fibercolors-Portfolio: fiber-teak in Braun, fiber-slate in Blau-Grau und fiber-graphite in Dunkelgrau. Die Auswahl entspricht Ortas Ansatz, definierte Denim-Ästhetik mit alternativen Rohstoffquellen zu verbinden, ohne die gewohnten Prozesse in Färberei und Ausrüstung anzupassen.

Relevanz für nachhaltige Materialstrategien

Für Textilhersteller und Marken ergibt sich ein praxisnaher Ansatz zur Nutzung zirkulärer Rohstoffe, da die Farbstoffe in bestehenden Anlagen verarbeitet werden können. Die GOTS-Konformität erleichtert zudem die Integration in zertifizierte Lieferketten. Archroma positioniert die Technologie als skalierbar, und Ortas Schritt in die reguläre Produktion unterstreicht diese Einschätzung.

Präsentation in Amsterdam

Die Kollektion wird Mitte April am Stand von Archroma auf der Kingpins Amsterdam gezeigt. Für Beschaffungsteams und Entwicklungstechnik bietet die Einführung einen Hinweis darauf, wie sich Abfallströme aus anderen Branchen für die textile Färbung erschließen lassen. Damit entsteht eine Option, den Anteil fossiler Ausgangsmaterialien zu verringern und gleichzeitig die Farbleistung für Denim beizubehalten.

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