27.03.20 – Deutschland näht - täglich aktualisiert!

Corona: Textilproduzenten stellen auf Atemschutzmasken um

Atemmasken und Co.: textile network dokumentiert die Produktionsumstellung der Textil- und Bekleidungsindustrie zum Schutz der Bevölkerung.

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Wie gut, dass es sowas noch gibt. Deutschland näht. Dem vorausgegangen war ein hörbarer Aufschrei von Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken sowie Privatpersonen. Es fehlten zum Beispiel Abermillionen Atemschutzmasken, die die Gefahr von gefährlichen Tröpfcheninfektion bei Covid-19 verringern. textile network dokumentiert – täglich aktualisiert – die Produktionsumstellung unserer Branche zum Schutz der Bevölkerung. © Maridav/stock.adobe.com

 
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Deutschland näht – die Nachfrage nach Atemschutzmasken ist enorm, die Textil- und Bekleidungsindustrie richtet sich danach aus, um zu helfen. textile network dokumentiert bis einschließlich 30. März 2020 die Produktionsumstellung. © Eickelit

 

Baden-Württemberg

- Trigema (Burladingen):

Der Sport- und Freizeitbekleidungshersteller hat die Produktion von Mundschutzmasken aufgenommen. 100.000 sollen demnächst wöchentlich gefertigt werden. Die Masken werden vorrangig an Bedarfsträger geliefert und sollen nach Ostern auch im Zehnerpack im Online-Shop erhältlich sein.

- Mey Bodywear (Albstadt):

Laut Geschäftsführer Matthias Mey will der Produzent hochwertiger Unterwäsche mehrfach verwendbaren Mundschutz aus 90 °C waschbarer Baumwolle auflegen. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich an Kliniken und medizinische Einrichtungen.

- Moldex-Metric (Walddorfhäslach):

Der Atemschutzmasken-Hersteller hat auf ausbleibende Lieferungen aus China und europäischen Nachbarländern reagiert und die Produktion von FFP-Masken, die vor Aerosolen und Staubpartikeln schützen, ausgeweitet. Dafür arbeitet die Belegschaft seit Mitte März dreischichtig und sonnabends.

- Maute + Renz Textil (Albstadt):

„ProtectMe“ heißt der alltagstaugliche wie modische Mund- und Nasenschutz des Strickspezialisten. Das bakteriostatische Produkt in Loopform besteht aus der klinikerprobten Hightechfaser Trevira Bioactive. Der textile Schutz hat eine erstaunlich hohe Filterleistung, wie Luftdurchsatzmessungen im Labor der Hochschule Albstadt bestätigten. Diese Eigenschaft wird durch eine extrem feine Stricktechnik unter Verwendung der Microfaser – 20x dünner als das menschliche Haar – und dauerelastischem Elastan erzielt.

- Alfred Apelt (Oberkirch):

Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen hat im Eiltempo seine Produktion umgestellt und näht ab sofort neben Dekostoffen, Bett- und Tischwäsche auch Atemschutzmasken.

- Novila (Neustadt):

Um Kurzarbeit zu vermeiden, hat der Feinwäschehersteller umgeschwenkt. Außen Popeline, innen feiner Jersey: Der neue Atemschutz komplett aus waschbarer Baumwolle wird jetzt parallel zu feinster Tag- und Nachtwäsche hergestellt und kann im Online-Shop bestellt werden.

- von Jungfeld (Mannheim):

Gemeinsam mit einer deutsch-tschechischen Holzmanufaktur hat das junge Modelabel eine Aktion pro Atemschutz gestartet. Statt Socken und Holz-Accessoires sollen wöchentlich 1.000 wiederverwendbare Baumwollmasken produziert werden. Zitat von der Webseite: „Du hast neben dem Kauf einer normalen Maske die Möglichkeit, eine Soli-Maske zu kaufen. Du erhältst deine Maske ganz normal. Mit dem Aufpreis produzieren wir jedoch zum Selbstkostenpreis weitere Masken, die Menschen in Not kostenlos beziehen können.“

- Schiesser Gruppe (Radolfzell)

Die Schiesser Gruppe stellt die nun freiwerdenden Näh- bzw. Produktionskapazitäten, interessierten Drittfirmen zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die aus der fachspezifischen Branche kommen, über das erforderliche Know-how verfügen und die entsprechend hohen Normen erfüllen. Einer der reinen Nähbetriebe in der Slowakei sei bereits durch einen Staatsauftrag zur Produktion von Schutzmasken ausgelastet.

- Medima (Albstadt):

Medima, der bekannte Produzent von Wärmewäsche schwenkt auf textilen Mundschutz für den nichtmedizinischen Bereich um. Wöchentlich 5.000 Stück und mehr könnten laut Geschäftsführer Tobias Katz hergestellt werden.

Bayern

- Trans-Textil (Freilassing):

Der Spezialist für Schutztextilien ist eine von drei Textilfirmen im Freistaat, die im Auftrag des Staatsministeriums für Wirtschaft waschbare Mund-Nasen-Masken im Mehrwegsystem näht. Dabei kommen hauseigen hergestellte viren- und bakteriendichte OP-Tücher zum Einsatz.

- Eterna (Passau):

Der Hemdenhersteller hat sein Werk in der Slowakei auf die Schutzmasken-Produktion umgestellt. Ziel sei es, 25.000 Masken/Tag im Auftrag der dortigen Landesregierung zu fertigen.

- Urbandoo/Manomama (Augsburg):

Nachtschichtarbeit in den Firmen der Star-Gründerin Sina Trinkwalder: Der noch vor der Pandemie vorgestellte neuartige Urbandoo-Schal mit integriertem Atemfilter erweist sich als Umsatzbringer. Das Produkt ist mit Wartezeiten online bestellbar.

- Sandler (Schwarzenbach):

Der Vliesstoffhersteller liefert täglich eine Volumen an Spezial-Vlies aus, das für die Herstellung von fünf Millionen Schutzmasken zum Einsatz in OP-Sälen bzw. in klinischen Reinräumen benötigt wird.

- Zettl Automotive (Wenig):

Von Auto-Interieur und Sitzbezügen ist es technologisch offensichtlich kein weiter Weg bis zu Schutzmasken. Das bayerische Unternehmen kooperiert in diesem Fall mit dem Vliesstoffhersteller Sandler, der Material für 1 Mio. Schutzmasken liefert. Sie gehen ausschließlich an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen.

- Schaumstoffe Wegerich (Würzburg):

Gesichtsmasken aus eigener Produktion gehören zum neuesten Angebot des Matratzenherstellers. In den nächsten Wochen sollen über 100.000 Stück genäht werden. Obwohl nicht zertifiziert, kann solcher Mundschutz beispielsweise im Pflegebereich und beim Reinigungspersonal in Krankenhäusern gute Dienste leisten. Die Masken sind bei 60 °C waschbar und wiederverwendbar.

- Trixi Schober (Passau):

Dass auch kleine Unternehmen helfen können, beweist das Modeunternehmen. Nach Auslieferung der Frühjahrskollektion und Umstellung der Produktion kann jetzt statt hochwertiger Damenmode auch textiler Gesichtsschutz genäht werden. Einige hundert Masken wurden bereits gefertigt, mit denen auch ein ortsansässiger Pflegedienst unterstützt wird.

- Daller Tracht (München):

Statt Dirndl in Kurzarbeit werden jetzt beim Produzenten von Trachtenmode wiederverwendbare Behelfsmasken aus Baumwolle in Vollzeit genäht. Geschäftsführer Benedikt Daller hält bis zu 1.000 Masken täglich für möglich. Das Besondere: Beim Mundschutz aus Bayern kommen auch Stoffe mit Trachtenmuster zum Einsatz. Die Masken können von privat auf der firmeneigenen Homepage bestellt werden.

- Bekleidungsmanufaktur (Königsberg):

Obwohl die unterfränkische Lohnnäherei mit Blick auf unterbrochene Liefer- und Absatzketten für hochwertige Damen- und Herrenmoden Kurzarbeit anmelden musste, wird an den Näh-Arbeitsplätzen mit 20 Näherinnen und einigen Minijobbern eifrig gearbeitet. Nach dem Motto „Aufgeben ist auch keine Lösung“ werden jetzt täglich zwischen 3.000 und 5.000 Atemschutzmasken (auch für Kinder) gefertigt. Markus Belte, geschäftsführender Gesellschafter, gegenüber textile network: „Wir könnten die Produktion mit mehr Mitarbeitern direkt auf 10.000 bis 15.000 pro Tag erhöhen.“ Ab April sollen vorerst nur Kunden aus dem Pflegebereich beliefert werden.

Berlin

-Bianco Evento:

Der Brautmodenhersteller Bianco Evento will nach Produktionsumstellung künftig auch Schutzkleidung und Mundschutzmasken verkaufen. Im Wochenrhythmus sollen 35.000 Masken und 5.000 Kittel gefertigt werden. Damit sollen vorrangig Kliniken, Pflegeheime, Behörden unterstützt werden.

Hessen

Sophia Schneider-Esleben (Kassel)

Die Nachhaltigkeits-Designerin hat eine NoWaste-Maske entwickelt, die aus den BioBaumwoll-Stoffresten ihrer Kollektion hergestellt werden. Die mit Aquarellen ihres Großvaters, Paul Schneider-Esleben, bedruckten Atemschutzmasken sind dreilagig, das Zwischenmaterial ist atmungsaktiv und wasserabweisend, jedoch nicht FFP-zertifiziert und nicht geprüft. Sehr schick, nachhaltig und geschützt vor Husten, Niessen oder sich ins Gesicht fassen. Erhältlich als 4-er Pack in ihrem Online-Shop.

Kiwifash/Kama Textil (Kassel):

Ex-Tennisstar Nicolas Kiefer (ehemals Nummer vier im ATP-Ranking) stellt jetzt mit seiner Modefirma auch Behelfs-Mund- und Nasenschutz her, der im Onlineshop des Freizeitbekleiders erhältlich ist. Das Material dafür besteht aus 100 Prozent Polyeste. Es stoppt durch Polygiene-Ausrüstung das Wachstum von Bakterien und sorgt damit für anhaltende Frische.

Niedersachsen

- Prevent (Wolfsburg):

Eigentlich auf Sitzbezüge spezialisiert, hat der Autozulieferer jetzt freie Kapazitäten für die Herstellung von Schutzbekleidung, darunter Kittel, Schutzmasken und Schutzanzüge, umgewidmet. Laut Geschäftsführung ist die Produktion in der aus Bosnien-Herzogewina stammenden Firma im Heimatland bereits angelaufen; es wird mit der baldigen Lieferung textiler Schutz-Produkte in „sechsstelliger“ Höhe nach Deutschland gerechnet.

- Wilvorst Herrenmoden (Northeim):

Privatkunden hergehört: Mit wöchentlich mindestens 50.000 Atemschutzmasken für Mund und Nase hat das Unternehmen für festliche Herrenmode auf die Herausforderungen der Zeit reagiert. Weil die Masken zum Eigen- und Fremdschutz vor Tröpfcheninfektionen dringend gebraucht werden, könne die Produktion auch noch gesteigert werden, heißt es aus der Geschäftsführung. Um die Nähkapazitäten weiter auszulasten, solle die Angebotspalette nach einer Firmeninformation demnächst um Schutzkittel erweitert werden.

- Beluga Tauchsport (Scheeßel):

Ab Ende März werden erstmals als Medizinprodukt zertifizierte Masken an Kliniken und Pflegeeinrichtungen ausgeliefert – und das, wie die Geschäftsleitung betont, „nahezu zum Selbstkostenpreis“. Der Nähbetrieb, der sonst Taucheranzüge für die Bundeswehr herstellt, verwendet für seinen kochwäsche- und desinfizierbaren Mundschutz zertifiziertes viren- und bakteriendichtes Außenmaterial.

Nordrhein-Westfalen

- Fast52 (Bielefeld):

Der technotextile Bekleidungshersteller hat jetzt mehrere Sorten von Online-bestellbaren Schutzmasken im Angebot. Sie haben keine Zertifizierung als medizinisches Produkt; verstehen sich vielmehr als regional produziertes Mehrwegprodukt aus 100 Prozent mikrofeinem Recycling-Polyester.

- Moss (Lennestadt):

Eben noch großflächige Textilbilder, jetzt mit Schutzmasken für den semiprofessionellen Einsatz im Kampf gegen das Corona-Virus. Im Sauerland fertigen ab sofort 30 Näherinnen statt Kurzarbeit täglich 1.000 Stück; Tendenz (je nach Materialverfügbarkeit) steigend. Die Masken werden zum Selbstkostenpreis u. a. von Feuerwehren geordert; das Düsseldorfer Gesundheitsministerium zeigte sich interessiert.

- Eickelit (Bielefeld):

Seit mehr als 90 Jahren ist das Bielefelder Unternehmen eigentlich Hersteller von speziellen Schleif- und Polierwerkzeugen für die Industrie. Dabei werden auch Baumwollstoffe verarbeitet – im Moment zu täglich mehr als 1.000 Stück Mundschutzmasken in Handarbeit. Die Behelfsmasken sind ausschließlich für den Fremdschutz gedacht und „bestens als Schutz vor der Verbreitung des Corona-Virus geeigne“, so Eickelit-Geschäftsführer Martin Strampfer.

- Reifenhäuser Reicofil (Troisdorf):

Zwei Meltblown-Versuchsanlage im Technikum des Textilmaschinenherstellers produzieren jetzt im Dauerbetrieb das für Atemschutzmasken dringend benötigte Material. Die im Vierschichtbetrieb produzierte Tagesmenge reicht vergleichsweise für eine Million Gesichtsmasken. Parallel dazu hat der Anlagenbauer mit Blick auf die Corona-Krise seine Lieferzeiten zum Aufbau zusätzlicher Kapazitäten drastisch verkürzt.

- Lana (Aachen):

Das Modeunternehmen reagiert einfallsreich auf die Virus-Bedrohung und stellt lokalen Netzwerken Stoffzuschnitte aus Bio-Baumwollstoffe zur Fertigung von Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung. Parallel ist in der eigenen Musternäherei die Produktion dieser Schutztextilien angelaufen. Die Firma hat außerdem eine Nähanleitung ins Netz gestellt und fungiert für die von Freiwilligen fertiggestellten Masken als Sammelstelle. Die Masken werden bedürftigen Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

- RWTH-Institut für Textiltechnik (Aachen):

Mit dem gemeinnützigen Plattformprojekt NeedMask reagieren die Textilforscher auf die erhöhte Nachfrage nach medizinischen FFP2-Masken und Schutzkleidung. Die gleichnamige Webplattform (need-mask.com) will auf europäischer Ebene Produzenten dieser Artikel mit institutionellen Bedarfsträgern zusammenbringen und damit Bestellungen zwischen 10.000 bis 50.000 Stück kanalisieren.

- Sitex Textile Dienstleistungen (Minden):

Die erste private deutsche Krankenhauswäscherei vermeldet die Entwicklung einer Weltneuheit: die erste funktionierende Mehrwegmaske. Der qualitativ hochwertige Mundschutz werde nach Firmeninformationen auch nach der Corona-Krise bei Operationen benötigt.

- Cove - Die Maßschneider (Düsseldorf):

In der über zahlreiche Produktionsstätten verteilten Herrenmaßschneiderei sind Atemschutzmasken aus feinem Hemdenstoff jetzt der aktuelle Produktrenner. Laut Bild sind mit der Produktion des kochfesten Mundschutzes bereits fast 50 Schneider befasst. Täglich werden 2.000 Masken fertiggestellt. 1,20 Meter Stoff reicht für 20 Stoffmasken.

- DH Textilpflege (Emmerich):

Die Wäscherei bereitet neuerdings als Service für Krankenhäuser und Arztpraxen im Kreis Kleve kostenlos Einweg-Masken auf. Gewaschen wird nach standardisiertem chemothermischen Desinfektions-Prozess.

- Bugatti (Herford):

In der Lehrwerkstatt des Bekleidungsspezialisten surren die Nähmaschinen gegen die Covid19-Krise: Statt Kleidung mit chic steht Mundschutz aus Baumwolle auf dem Programm – zunächst für ein benachbartes Physiotherapiezentrum.

Rheinland-Pfalz

- HB Protective Wear (Thalhausen):

Der PSA-Spezialhersteller hat kurzfristig einen waschbaren Mehrweg-Mundschutz aus Reinraumgewebe entwickelt. Er wird in zwei Ausführungen (mit Bindebändern oder mit Gummizug) gefertigt und kann ab einer Mindestbestellmenge von 300 Stück geordert werden. Die Produktion für, wie es heißt, „größere Bedarfe“ läuft in den nächsten Tagen in Deutschland und bei osteuropäischen Partnern an. Der HB-Mundschutz ist kein Medizin- noch PSA-Produkt und soll vorrangig vor Staub und Flüssigkeitsspritzern schützen. Einer Firmeninformation zufolge will der PSA-Hersteller ab sofort 0,50 Euro vom Verkaufserlös jeder Atemschutzmasken gemeinnützigen Einrichtung in der Region wie Freiwillige Feuerwehr oder an Organisationen spenden, die in der medizinischen und sozialen Betreuung tätig sind.

- Hanes Brands (Rheine):

Die zum Konzern gehörende Marke NUR DIE, bekannt für Fein- und Strickwaren sowie Damenwäsche aus Supermarkt und Drogerie, hat mit ihrem technischen Background auf das Ansteigen der Fallzahlen in der Coronakrise reagiert. So werden derzeit in den konzerneigenen Produktionsstätten, die über die technischen Gegebenheiten verfügen, textile Schutzmasken hergestellt.

Sachsen

- Biehler Cycling (Limbach-Oberfrohna):

Wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schutzmasken ergänzen neuerdings das Sortiment des sächsischen Radsportbekleiders. Das Unternehmen, das mit Softorthesen bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der medizinischen Textilien gemacht hat, bietet mit Blick auf das Gesundheitswesen und Supermärkte zwei Baumwoll-Produkte an: einen Basis-Mundschutz und einen zertifizierten Mund- und Atemschutz, allesamt kochfest, waschbar und wiederverwendbar. Demnächst soll es auch zertifizierten Varianten für den Einmalgebrauch geben.

- F. W. Kunath (Großröhrdorf):

Beim Berufsbekleidungshersteller für medizinisches Personal boomt gerade das Segment Mund-Nasen-Schutzmasken. Laut Spiegel-Online arbeitet das Unternehmen inzwischen 100.000 Neubestellungen ab. Vor allem Kliniken werden beliefert. Das Unternehmen hatte einen Mitwirkungsaufruf an qualifizierte Näherinnen aus der Region gestartet und daraufhin ein solidarisches Echo erhalten.

- Brändl Textil (Geyer):

Der Heim- und Objekttextilhersteller will sein innovatives und antibakterielles Gewebe auf der Grundlage von Silberfäden jetzt gegen Keime im Krankenhaus und aktuell die latente Unterversorgung mit Mundschutz in Position bringen. Geschäftsführer Jörg Brändl gegenüber dpa: „Aktuell entwickeln wir unter Hochdruck einen Mundschutz und OP-Bekleidung aus unserem Material.“ Die Wirkung des zu Duschvorhängen verarbeiten Materials war in einer Studie an der Uniklinik Dresden bestätigt worden. Die erste Auslieferung ist für April vorgesehen.

- Norafin (Mildenau):

Der Hersteller von Schutzbekleidungs-Vliesstoffen hat auf die erhöhte Nachfrage nach Atemschutzmasken mit der Eigenproduktion für Einwegartikel reagiert. Bei der Masken-Komplettlösung in zweilagiger Konstruktion kommen wasserstrahlverfestige Vliese zum Einsatz. Der Atemschutz ist erstrangig für die medizinische Erstversorgungen wie auch für Pflegeeinrichtungen und die Polizei gedacht. Parallel dazu wird ein eigener Onlineversand für Bevölkerungs-Anfragen aus dem unmittelbaren Umfeld aufgebaut.

- Raetz Textilien (Kamenz):

Die Firma für Damenmode näht jetzt Schutzmasken aus 100 Prozent Baumwolle. Außerdem werden Atemschutzmasken KN99 (vergleichbar mit FFP2-Standard) sowie Mundschutzmasken mit CE-Erklärung gefertigt.

Thüringen

- Breckle Matratzenwerk (Weida/Thüringen):

Nach Investitionen in neue Maschinen verlassen jetzt täglich 10.000 Masken den Betrieb; in wenigen Tagen soll auch die Produktion von Schutzanzügen anlaufen. Weitere Voraussetzung für die Produktionsumstellung waren u. a. die Umschulung von Polsterern und die Einführung von Nachtschichten ausschließlich für männliche Mitarbeiter.

- Peterseim Strickwaren (Mühlhausen):

Mit einer Sonderaktion macht der Strickwarenproduzent auf seinen wiederverwendbaren Behelfs-Mund-Nasenschutz für Erwachsene und Kinder aufmerksam. Das nicht nach DIN EN 14683 zertifizierte Hilfsmittel zum Bruttopreis von 5,95 Euro soll vor allem andere Personen vor möglicherweise über Mund oder Nase abgegebene Speichel- bzw. Schleimtröpfchen des Trägers schützen. Die Masken werden auch in kleinen Mengen abgegeben.

- Procave (Erfurt):

Neulich noch Matratzen- und entsprechende Schutzbezüge, jetzt Mund- und Nasenschutzmasken. Nach der Produktumstellung in Erfurt werden täglich rund 10.000 dieser Schutztextilien zur Vermeidung von Kurzarbeit und zur Verringerung der Ansteckungsgefahr produziert. Mit Blick vor allem auf öffentliche Einrichtungen sind die Masken im Zehnerpack im firmeneigenen Onlineshop erhältlich. Bei Bedarf, so die Firmenleitung, können auch Schutzkittel hergestellt werden.

Österreich

- Smart Textiles Plattform Austria (Lustenau):

Vorarlberger Textilfirmen haben ihre Kompetenz zur Herstellung von dringend benötigten Mund-Nasen-Masken und Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 und FFP3 gebündelt. Die bereits vor vier Wochen gegründete Taskforce „Schutzmaske“ will zunächst täglich 8.000 Mund-Nasen-Masken produzierten. Netzwerkchef Günther Grabher: Die Entwicklung von FFP-Schutzmasken werde in enger Abstimmung mit den Behörden in Wien in den nächsten Tagen abgeschlossen. „Sie sind komplexer aufgebaut und haben mehr Bestandteile.“

- Wirtex (Frühwärts):

„Auf Hochtouren“ werden jetzt vom niederösterreichischen Frottierwaren-Hersteller Behelfs-Mundschutzmasken für Ärzte und Pfleger produziert. Sie sind wiederverwendbar und bei 95 °C waschbar und im Onlineshop auch für Privatpersonen erhältlich. Das Unternehmen sucht Weberinnen und Näherinnen zur Verstärkung.

- Herka (Kautzen):

Die Frottierweberei könnte sofort mit der Produktion von textilem Mundschutz beginnen, jedoch fehlen – weil die Grenzen ins Tschechische geschlossen und damit Berufspendler nicht mehr erreichbar sind – dazu die Arbeitskräfte. Jetzt werden dringend einheimische Fachkräfte gesucht, damit die Fertigung starten kann.

Schweiz

- Wernli (Aargau):

Mit einer neuen Maschine aus China, Vlies aus Deutschland, Ohrenschlaufen aus Tschechien und Außenmaterial aus Ungarn startet der Verbandsstoff-Produzent ab April mit neuen Produkten: 140.000 Atemschutzmasken als Reaktion auf den Versorgungsengpass.

- HeiQ (Bad Zurzach):

Mit dem Viroblock NPJ03 steht jetzt eine antivirale und antimikrobielle Textilbehandlung zur Verfügung. Sie hat sich beim Testen von Gesichtsmasken als wirksam gegen das humane Coronavirus erwiesen. Die neuartige Beschichtung kann zudem die Virusinfektiosität gegen die Influenza-Typen H1N1, H5N1, H7N9 und das respiratorische Synzytialvirus (RSV) senken.

- Lanz-Anliker (Rohrbach):

Beim Konfektionier von technischen Textilien mit Schwerpunkt Filtration und Medizinprodukte gehören jetzt auf Anregung von Ärzten aus der Region Bern auch wiederverwend- und sterilisierbare Atemschutzmasken zum Angebot. Das Unternehmen ist auf dem Weg, täglich 3.000 Stück mit Vlieseinlage herzustellen. Die ersten 700 Exemplare wurden bereits ausgeliefert.

- Triumph International/Mahle (Bad Zurzach/Stuttgart):

Atemschutzmasken nach dem FFP3-Standard werden jetzt in einem schweizerisch-deutschen Gemeinschaftsprojekt in Bad Zurzach hergestellt. Für die Masken mit hohem Protect-Standard, die wegen ihrer immensen Filterwirkung rund um Staub, Viren und Bakterien im medizinischen Bereich eingesetzt werden, haben der bekannte Wäschehersteller und der Stuttgarter Automobilzulieferer ihr Know-how gebündelt.

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