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08.11.17 – Mayer & Cie. — read English version

Relanit-Maschinen von Mayer & Cie. feiern Geburtstag

30 Jahre alt, topaktuell, zukunftsweisend und eine der wichtigsten und verkaufsstärksten Maschinenreihen des Strickmaschinenherstellers Mayer & Cie. (MCT).

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Ohne Relativtechnik kein spinitsystems: Die schonende Garnverarbeitung der Relanit macht das Spinnstricken, wie es Mayer & Cie. heute verfolgt, erst möglich © Mayer & Cie.

 
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So sah eine Relanit vor 30 Jahren aus: Die Relanit 4, eine der Messemaschinen von 1987, arbeitete mit vier Nadelbahnen © Mayer & Cie.

 
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Die Relanit arbeitet mit der von MCT entwickelten Relativtechnik und wurde auf der ITMA 1987 als Serienmaschine vorgestellt. Diese Branchenmesse begann am 13. Oktober in Paris. Als Relanit 3.2 HS, in ihrer aktuellen Auflage, ist sie eine der produktivsten Single Jersey Maschinen am Markt. Gleichzeitig liegt ihr Energieverbrauch bis zu 30 Prozent unter dem herkömmlicher Strickmaschinen. Eine Relanit steckt auch in der Spinnstrickmaschine Spinit 3.0 E, der jüngsten Innovation von Mayer & Cie. Dort ist sie mit dafür verantwortlich, dass aus einem empfindlichen Faserverbund ein Gestrick werden kann.

Verfahren ist und bleibt topaktuell

„Die Relativtechnik ist ein Verfahren, das 30 Jahre nach Serienreife nicht nur topaktuell sondern sogar zukunftsweisend ist“, sagt Marcus Mayer, Geschäftsführer bei Mayer & Cie. und für die technische Entwicklung zuständig. „Damit steht sie wie kaum eine andere Technik für unsere Werte und insbesondere für unseren Anspruch, immer einen Schritt voraus zu sein.“

Konventionelle Strickmaschinen arbeiten meist mit der Horizontalplatinentechnik. Dabei bewegt sich die Nadel auf und ab, die Platine arbeitet auf der Horizontalen. Bei der Relativtechnik hingegen vollführt die Platine ebenfalls eine Hochtiefbewegung, sie gleitet relativ gesehen auf die Nadel zu. In dieser Bewegung liegt auch bereits der große Vorteil der Relativtechnik: Die Zahl der Umlenkpunkte, die das Garn auf dem Weg zur Maschenbildung zurücklegen muss, halbiert sich.

Alleinstellungsmerkmal Relativtechnik

Jeder Umlenkpunkt weniger bedeutet weniger Spannung und damit weniger Stress für das Garn. Deshalb kann die Relanit auch schwierige Garne oder solche von geringerer Qualität anstandslos verarbeiten. Und das nicht nur in der geforderten Qualität, sondern ohne vermehrte Stillstandzeiten und ohne die Strickgeschwindigkeit drosseln zu müssen. Beides wäre die Folge, wollte man eine schlechtere Qualität auf einer konventionellen Strickmaschine verarbeiten. Weil das Garn der größte Kostenfaktor beim Stricken ist, kann der Stricker mit der Relanit viel Geld sparen – und damit Gewinn erwirtschaften.

„Als wir die Relanit vor 30 Jahren auf der ITMA in Paris vorstellten, suchte sie ihresgleichen in Bezug auf Produktivität, Garnschonung und Energieeffizienz“, fasst Marcus Mayer zusammen. „Daran hat sich bis heute nichts geändert, denn uns ist kein Unternehmen bekannt, dem es gelungen wäre, diese Technik nachzubauen. Möglich wäre das, denn unser Patent auf die Relativtechnik, das wir 1986 anmelden konnten, ist seit über zehn Jahren ausgelaufen. Ein besseres Verfahren zu entwickeln, das all die Vorteile der Relativtechnik in sich vereint, ist übrigens auch niemandem gelungen.“

Bewährte Technik, aktuelle Auflage

Während das Grundprinzip der Relativtechnik bis heute unverändert geblieben ist, sind die Relanit-Maschinen selbst mit den technischen Möglichkeiten mitgewachsen. Das aktuelle Flaggschiff der Produktlinie ist die Relanit 3.2 HS. Sie gilt als eine der produktivsten Single Jersey Maschinen am Markt, für Schlauch- ebenso wie für entdoublierte Ware. Mit 50 Umdrehungen pro Minute verarbeitet sie Elastomergarne, bekannt unter anderem als Elasthan, ebenso wie beispielsweise Baumwollgarne verschiedenster Qualitäten, die traditionelle Spezialität der Relanit. Hinzu kommt, dass die Relanit 3.2 HS dank der Relativtechnik dafür bis zu ein Drittel weniger Energie benötigt als herkömmliche Strickmaschinen.

Neben der Relanit 3.2 HS hat Mayer & Cie. heute acht weitere Relanit-Typen im Programm, darunter mechanische Typen, Elektronikmaschinen und Ringelmaschinen. Jedes Jahr findet eine Relanit rund 300 Mal ihren Weg zu Kunden in aller Welt. Am populärsten sind die Baumwollspezialisten in der Türkei, dicht gefolgt von Brasilien und China. Insgesamt verkauft wurden seit 1987 mehr als 10.000 Exemplare, ausgeliefert in rund 90 Länder auf der ganzen Welt. Das bedeutet, dass ein Viertel aller in den letzten 30 Jahren verkauften Maschinen auf den Namen Relanit hört.

Zukunftspotenzial: Kein Spinnstricken ohne Relativtechnik

Die jüngste Innovation aus dem Hause Mayer & Cie. ist die Spinnstricktechnologie spinitsystems. Sie wäre ohne die Relativtechnik nicht möglich. Die Spinnstrickmaschine Spinit 3.0 E kombiniert drei vorher strikt getrennte Prozesse in einer Maschine, nämlich das Spinnen, das Ausreinigen und das Stricken. Der Rohstoff, den sie verarbeitet, ist kein fertiges, gesponnenes Garn, sondern ein Vorgarn, die Flyer-Lunte. Das ist ein Faserband, das sich schon bei leichtem Ziehen oder Reiben auflöst. Genau dieses fragile Material verstrickt die Spinit 3.0 E. Das funktioniert speziell deshalb, weil die Strickeinheit der Maschine eine Relanit ist. Das bedeutet, dass das Faserband einen kürzeren Weg zurück legt und weniger Spannung ausgesetzt ist als bei herkömmlichen Strickverfahren. Kurzum: Dank der Relativtechnik kann aus einer empfindlichen Flyer-Lunte ein flauschiger Single Jersey werden.

„Damit ist die Relativtechnik nicht nur ein Verfahren, auf das wir sehr stolz sind“, so Marcus Mayer abschließend. „Sie ist uns auch eine Verpflichtung für die Zukunft.“